Mache deine Füsse nass

Datum: Sonntag, 29. Dezember 2019 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Josua 3,1-17
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Wunderbar führte Gott Josua und die Israeliten durch den Jordan in das verheissene Land. Mit der Jordanüberquerung hat etwas Neues hat angefangen und die Verheissungen Gottes fingen an sich zu erfüllen. Was können wir von diesem Moment lernen, damit auch wir Neues wagen und dadurch mehr von Gottes Verheissungen in unserem Leben erfahren können? Es braucht einen neuen Fokus, eine Reinigung und am Ende auch noch nasse Füsse.  


 

In ein paar Tagen beginnt ein neues Jahr. Etwas neues steht vor der Türe. Vor etwas 2500 Jahren stand auch das Volk Israel vor etwas Neuem. Sie standen kurz davor die Wüstenwanderung zu beenden und nun in ihre verheissene Heimat zu kommen. Nur noch der Jordan trennte sie vor Gottes Verheissungen. «Willkommen zu Hause!», unser Jahresthema.

Gottes Volk, in Gottes Land (Kanaan), in Gottes Gegenwart. Das war das Verständnis von Heil oder Heimat im Alten Testament. Auch wir die an Jesus glauben sind unterwegs. Nicht wie die Israeliten auf einem langen Weg nach Kanaan, dem heutigen Israel. Unser ganzes Leben ist ausgerichtet auf ein zukünftiges Ziel. Die Bibel sagt:  «denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir» (Hebräer 13,14 ZU). Alle die an Jesus Christus glauben haben ihre wirkliche Heimat in der zukünftigen Stadt, dem himmlischen Jerusalem, im himmlischen Kanaan. Paulus sagt im Philipper 3,20: «Unsere Heimat ist im Himmel…» Und deshalb schreibt Paulus im Epheser 2,22 (Hfa): «So seid ihr nicht länger Fremde und Heimatlose; ihr gehört jetzt als Bürger zum Volk Gottes, ja sogar zu seiner FamilieAls Schweizer in Moldawien leben wir in Moldawien und trotzdem drückt unsere Schweizer Kultur immer wieder durch. Wir bringen ein Stück Schweiz mit uns nach Moldawien. Und genauso sind wir berufen jetzt schon ein Stück von diesem himmlischen Kanaan, wo Gott regiert, auf die Erde zu bringen. Reich Gottes hier und jetzt, auf dem Weg nach Kanaan.

Auf ihrem Weg nach Kanaan haben die Israeliten ja vieles falsch gemacht. Viele Beispiele zeigen uns wie man eben nicht unterwegs sein soll. Aber natürlich gab es auch gute Momente. Ich möchte mit euch heute einen Moment anschauen wo die Israeliten alles richtig gemacht haben. Dadurch hat sich ein Weg aufgetan in das verheissene Land. Was können wir von diesem Moment lernen damit der Himmel, unsere Heimat, sich mehr und mehr einen Weg bahnt in unsere Leben, in unsere Familien, in unser Umfeld! Lass uns zurück ans Ufer des Jordans schauen. Die Israeliten haben gerade ihre Zelte aufgeschlagen.

Der Weg in die Heimat

40 Jahre früher führte Moses die Israeliten aus Ägypten. Dort waren sie in der Sklaverei. Nachdem sie aus Ägypten geflüchtet sind, kamen 2 Millionen Israeliten zum roten Meer. Und Gott teilte das Meer und die Israeliten konnten mit trockenen Füssen hindurch gehen. Nach dem Durchzug durch das rote Meer war es eigentlich nur noch ein 2-Wochentrip bis nach Kanaan, der verheissenen Heimat. So lange dauert eine Wanderung vom roten Meer bis zum Land Kanaan. Aber die Israeliten, in weniger als 2 Wochen, bekamen harte Herzen, weil es schwierig war in der Wüste. Sie beklagten sich über ihre Leiter, über Moses, und sie waren Gott untreu, weil sie in ihr altes Leben zurückwollten, zurück in die Sklaverei. So sollte man es eben nicht machen. Aber ich frage uns heute Morgen. Kennen wir das nicht auch? Wie steht es mit unserem Glauben wenn es schwierig wird? Oft schon wurde mein Herz hart bei Schwierigkeiten. Manchmal sind wir auch enttäuscht von Menschen. Oder es gibt Dinge die wir eigentlich genau wissen dass sie vor Gott nicht gut sind, und trotzdem tun wir sie. Die Israeliten durften deswegen nicht in das verheissene Land. Sie erlebten Gottes Verheissungen nicht auf Erden. Und auch uns heute stören solche Dinge auf unserer Reise und können ein Hindernis dafür sein, dass der Himmel sich mehr und mehr einen weg bahnt in unsere Leben.

Fern und doch so nah!

Aber nun sind die Israeliten endlich am Ufer vom Jordan. Sie konnten das verheissene Land, die Heimat sehen! So nahe und doch so fern. Weshalb? Es war Hochwasser, der Jordan war ein reissender Fluss! Keine Chance für das Volk über den Fluss zu kommen.

Was ist dein Jordan? Vermutlich steht jeder von uns auf dem Weg nach Kanaan irgendwo vor einem Jordan. Ein Hindernis das zwischen dir und Gottes Verheissungen steht. Manchmal ist es eigentlich so klar was wir tun oder ändern sollten, aber wir schaffen es nicht. Einfachste Sachen gelingen uns nicht wie zum Beispiel regelmässig Bibel zu lesen, Zeit mit den Kindern, endlich keine Pornographie mehr zu konsumieren, gesünderer Leben, aufhören zu lästern etc… Das verheissene Land wo wir hinwollen so nahe und doch so fern. Die Bibel hat für diese Dinge ein Wort: Sünde. Sünde bedeutet Zielverfehlung, Gott möchte eigentlich das wir anders laufen. Wir laufen nicht so wie wir sollten! Und Sünde steht wie eine Wand zwischen uns und Gott (Jesaia 59,2). Deshalb kann sich der Himmel auch nicht einen Weg bahnen in unsere Leben.

AVAR – ein Moment ändert alles!

Aber es gibt Hoffnung. Das Volk Israel hat den Jordan überquert. Wie werde ich euch gleich erzählen. Ich möchte noch auf einen spannenden Gedanken hinweisen. Wenn wir Josua 3 lesen, dann lesen wir einige Male die Wortkombination «hindurchgehen» oder «hindurchziehen» durch den Jordan. Im Hebräischen steht dafür das Wort: AVAR. AVAR bedeutet nicht nur einfach hindurchgehen, sondern bedeutet auch Wandel, Veränderung oder auch Wechsel. Für die Israeliten war die Überquerung des Jordans ein AVAR Erlebnis. Nach 40 Jahren, endlich! Ein Wandel hat sich vollzogen, ein Wechsel, eine gewaltige Veränderung. Sie kamen in die Heimat, das verheissene Land.

Und mein Wunsch ist es, dass wir im kommenden Jahr und darüber hinaus immer wieder solche geistliche AVAR Momente haben werden. Nicht erst in 40 Jahren! Momente, die alles verändern, die uns in einem bestimmten Bereich über den Fluss in die Heimat bringen damit wir Gottes Verheissungen erleben dürfen. Die Bedingung dafür ist, dass wir uns auf Veränderung einlassen müssen. Wir müssen bereit sein Altes hinter uns zu lassen und neue Wege zu gehen. Lass uns nun schauen wie die Israeliten das praktisch gemacht haben.

1. Fokussiere dein Blick auf Jesus.

«Und nach drei Tagen gingen die Amtleute durch das Lager und geboten dem Volk: Wenn ihr seht, dass die levitischen Priester die Lade des Bundes des HERRN, eures Gottes, aufheben, dann brecht auf von eurem Ort und folgt ihr» (Josua 3, 2-3 ZU).

 

Wenn ihr die Bundeslade seht… Wie soll die Bundeslade helfen? Die Bundeslade ist doch kein Schiff! Aber die Israeliten wussten, dass die Bundeslade sichtbar die Kraft und Gegenwart Gottes symbolisierte. Die Anführer sagten also: «Schaut auf die Gegenwart Gottes und folgt ihr!» Mit Blick auf den Jordan hätte sich niemand bewegt. Aber der Blick auf Gott gab ihnen Mut. Die Bundeslade existiert heute nicht mehr, aber vor etwas mehr als 2000 Jahren wurde Gott sichtbar in der Person von Jesus Christus. Gott wurde Mensch. Jesus ist das sichtbare Bild des unsichtbaren Gottes (Kolosser 1,15). Wo immer wir uns Veränderungen wünschen, wo wir unseren Jordan überqueren wollen, dort müssen wir wegschauen vom Problem und hinschauen auf Jesus. Er ist die Grundlage unserer Hoffnung auf Veränderung. Mit dem Blick auf Jesus können wir immer Hoffnung haben. Schliesse nicht deine Augen vor Dingen die du anpacken musst. Und sehe diese Dinge nicht als grosse und unüberwindbare Dinge. Mit Blick auf Jesus wirst du nicht dem Problem sagen wie gross es ist, nein, du wirst anfangen ihm zu sagen wie gross dein Gott ist!

2. Gib deine Position preis

«Und Josua sprach zum Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun» (Josua 3,5 ZU). Wer von uns möchte nicht Wunder sehen? Veränderungen im Leben? Wenn du das im neuen Jahr sehen möchtest, dann möchte ich dich einladen dich heute zu heiligen, um morgen das Wunder zu sehen. Heiligen bedeutet Unrechtes, unser(e) Jordan beim Namen zu nennen und Gott um Vergebung zu bitten. Weil sie das nicht gemacht haben, haben die ersten Menschen ihre Heimat verloren. Als Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen haben, was passierte dann? Gott machte sich auf den Weg um Adam und Eva zu suchen! Er rufte: «Adam, wo bist du?» (Genesis 3,9). Natürlich wusste Gott wo Adam war. Es war kein Versteckspiel. Aber Gott wollte, dass Adam selber seine Position preisgab. Wo bist du Adam? Wo bist du Mensch? Wo bist du heute Morgen auf deinem Weg Richtung Kanaan? Was für ein Jordan steht dir im Weg? Gib Gott deine Position preis! Das Verb rufen von Gottes Seite her hat immer Heilscharakter. Er ruft mit der Absicht zu helfen, zu trösten und zu vergeben. Er möchte uns auf den richtigen Weg bringen. Er vergibt dir gerne. An Weihnachten kam Jesus auf die Welt, weshalb? «Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist» (Lukas 19,10). Wenn du irgendwo vom Weg abgekommen bist, vor einem Jordan stehst, dann bedeutet Weihnachten für dich, dass Gott den Himmel verlassen hat um dich zu suchen. Das ist das Wunder von Weihnachten: Helmut Thielicke, ein deutscher Theologe aus dem letzten Jahrhundert: «Weihnachten sagt uns: Gott holt uns ab, gleichgültig wo wir stehen.» Du musst ihm aber sagen wo du stehst. Das Abendmahl heute ist eine wunderbare Möglichkeit sich von Gott abholen zu lassen, ihm zu sagen wo man steht und seine Vergebung in Anspruch zu nehmen. Schau auf Jesus! Heilige dich und gib deine Position preis und letzter Punkt:

3. Mache deine Füsse nass

«Und du sollst den Priestern, die die Lade des Bundes tragen, gebieten: Wenn ihr an das Wasser des Jordan kommt, stellt euch im Jordan auf… Wenn dann die Füsse der Priester, die die Lade des HERRN tragen, des Herrn der ganzen Erde, im Wasser des Jordan sind, wird sich das Wasser des Jordan stauen, das Wasser, das von oben herabfliesst, so dass es stehen bleibt wie ein Damm» (Josua 3, 8+13).

Gott sagt hier zu Josua, dass die Priester mit der Bundeslade ins Wasser stehen müssen während der Fluss immer noch wild fliesst! Wenn sie diesen Schritt gewagt haben, dann wird Gott das Wasser stoppen. Auch wir sind eingeladen einen Schritt in den Fluss zu wagen. Die Israeliten mussten glauben und einen Schritt wagen. Es scheint als würde Gott sagen: «Zeigt mir euren Glauben indem ihr Nasse Füsse kriegt. Wenn ihr gehorcht, dann will ich euch antworten.» Und auch ich möchte dich heute einladen nasse Füsse zu kriegen. Steh in deinen Jordan. Packe deine Dinge an, nimm dir etwas vor für das neue Jahr. Mein Schwiegervater formulierte eine unglaublich tolle Definition für Neujahrsvorsätze: «Positive Veränderung, welche deinem Umfeld und dir selber zum Besten dient!»

Jordanüberquerungen sind positive Veränderung auf unserem Weg nach Kanaan. Und sie werden einen Weg schaffen, damit sich der Himmel immer mehr einen Weg bahnt in unsere Leben. Die Heimat des Himmels – erfahrbar bereits auf dem Weg dahin. Dadurch werden wir gesegnet und wir werden ein Segen sein!

Amen