Tiefe Wurzeln schlagen

Datum: Sonntag, 5. Mai 2019 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Psalm 139,13-16
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Was macht die Identität eines Menschen aus? Der Wert des Menschen wird ihm von Gott gegeben, der alle Menschen einzigartig und wertvoll erschaffen hat. Auf dieser Grundlage dürfen wir freudig das Leben erkunden. Dabei finden wir eine tragende und erfüllende Identität nur bei Gott.


 

Was denkt ihr - hat es einen Zusammenhang, wie Max sich selber sieht, und wie er andere behandelt? Ich bin überzeugt, dass unsere Identität, unser Selbstverständnis, einen riesen Einfluss darauf hat, wie wir uns verhalten.

Die meisten hier haben sich schon bewusst oder unbewusst die Frage gestellt: "Wer bin ich?" Was macht mich aus? Bin ich überhaupt jemand? Wie nehmen mich meine Freunde und Bekannten wahr? Wer beeinflusst meine Identität? Was sagt Gott, wer ich bin? Ich habe hier ein Gegenstand. Ein Getränk in einer Alu-Dose. Die einen sehen darin eine willkommene Erfrischung. Andere sind mit dem Inhalt nicht einverstanden und finden ihn ungesund. Und Dritte sehen nur das Aluminium, welches teuer in der Herstellung ist, teuer rezykliert werden muss und die Umwelt belastet. Je nachdem, wer den Gegenstand betrachtet, ist er wertvoll oder nicht oder gar nur Abfall. So geht es uns auch in Bezug auf unser eigenes Leben und unsere Mitmenschen.

Wer bist du eigentlich? Wer bin ich? Wenn ihr mich fragt, könnte ich sagen: Ich bin Jonas. Nun ja, macht mich das aus? Das ist mein Name. Also gut - ich bin Jugendpastor. Eigentlich ist das mein Job. Ich wäre auch ich als Banker oder Landwirt. Ich bin ca. 180 gross und etwa 80 kg schwer. Ist das wer ich bin? Ich könnte auch kleiner/dünner sein und wäre immer noch ich. Selbst wenn ich in einem Unfall meine Arme und Beine verlieren würde, wäre ich immer noch ich. Also bin ich mehr als, das was mich beschreibt. Aber was ist denn nun unsere Identität?

Ein starkes Fundament

Unsere Identität schein stark mit unserem Selbstbild zusammen zu hängen. Sie bildet sich oberflächlich gesehen aus unseren Fähigkeiten, Erfahrungen und dem Selbstbild. Das Selbstbild wiederum wird stark von unserer Umgebung, von Eltern, Erziehung, Erfahrungen, Freunden, Lehrern usw. geprägt. All diese Dinge definieren jedoch nicht, welchen Wert wir haben. All diese Dinge sind ständig in Bewegung und können sich von heute auf Morgen ändern. Seht euch einmal unsere Deko an (herzlichen Dank an Katharina). Unten hat es einen stabilen, schweren Wurzelstock. Darauf sind einzelne Plattformen befestigt, die mit allerlei persönliche Gegenstände unserer Teens, die gesegnet werden, dekoriert sind. Ich finde dies ein super Bild für unser Leben. Wenn wir eine Identität wollen, die nicht wankt und von x verschiedenen Faktoren abhängig ist, die stabil ist und unverrückbar, so wie der Wurzelstock unserer Deko, dann müssen wir uns an Gott wenden, wir brauchen einen, der selber unveränderbar ist, wenn wir Sicherheit und Geborgenheit wollen. Über Gott heisst es in der Bibel: «Von oben kommen nur gute Gaben und nur vollkommene Geschenke; sie kommen vom Schöpfer der Gestirne, der sich nicht ändert und bei dem es keinen Wechsel von Licht zu Finsternis gibt.» (Jakobus 1,17 NGÜ). Gott ändert sich nicht. Er ist nicht wie all die Dinge, mit denen wir jeden Tag zu tun haben. Gott ist gut und er bleibt gut. Er wird nicht plötzlich finster und ändert seine Meinung. Und dieser Gott spielt eine entscheidende Rolle, wenn wir uns fragen, was unser Wert (und damit auch der Wert der anderen) ist.

Als Gott den Menschen erschuf hatte er eine Idee, er hatte eine Absicht. Zur Entstehung des Menschen heisst es: «Da sprach Gott: »Wir wollen Menschen schaffen nach unserem Bild, die uns ähnlich sind. Sie sollen über die Fische im Meer, die Vögel am Himmel, über alles Vieh, die wilden Tiere und über alle Kriechtiere herrschen.« So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er sie, als Mann und Frau schuf er sie» (1. Mose 1,26+27 NL). Als Mensch bist du ein Abbild Gottes. Wow – was gibt dir das für eine Würde. Was für einen Wert gibt das jedem Menschen, wenn wir uns bewusst machen, dass er ein Bild des Gottes ist, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Gott, der alles in der Hand hat. Du bist nicht einfach ein Produkt des Zufalls, eine Laune der Natur. Du bist ein Abbild Gottes. Egal wie du dich siehst, oder was andere über dich sagen, du hast grundsätzlich einen riesigen Wert, den dir keiner absprechen kann! Das ist gewissermassen das Fundament unserer Identität. Du darfst und sollst sein.

Die Freiheit zu entdecken

Mit diesem Wissen im Hinterkopf dürft ihr euch auf den Weg machen und eure Identität kennen lernen. Die Teens, die heute gesegnet werden, stehen noch eher am Anfang dieser Reise. Ihr seid wie die Plattformen unserer Deko. Es ist nicht jede auf demselben Niveau, nicht jede trägt denselben Gegenstand. Die Gegenstände können auch weggenommen und ersetzt werden. Ich möchte euch Mut machen, euch besser kennen zu lernen. Entdeckt eure Begabungen und euer Potential. Probiert Dinge aus. Fragt eure Eltern, Lehrer, Mentoren und Freunde welche Dinge sie in euch schlummern sehen. Engagiert euch in verschiedenen Bereichen und erforscht eure Persönlichkeit. Seid dabei nicht ängstlich. Denn das Fundament der Zusage und der Liebe von Gott steht fest und ändert sich nicht. Deine Würde wird dir von Gott verliehen.

«Du bist es ja auch, der meinen Körper und meine Seele erschaffen hat, kunstvoll hast du mich gebildet im Leib meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich so wunderbar erschaffen bin, es erfüllt mich mit Ehrfurcht. Ja, das habe ich erkannt: Deine Werke sind wunderbar! Dir war ich nicht verborgen, als ich Gestalt annahm, als ich im Dunkeln erschaffen wurde, kunstvoll gebildet im tiefen Schoß der Erde. Deine Augen sahen mich schon, als mein Leben im Leib meiner Mutter entstand. Alle Tage, die noch kommen sollten, waren in deinem Buch bereits aufgeschrieben, bevor noch einer von ihnen eintraf» (Psalm 139, 13-16 NGÜ).

Hast du dich jemals minderwertig und ungenügend gefühlt? Jedem von uns ist es wahrscheinlich schon passiert, dass er etwas tat, aufgrund dessen ihm gesagt wurde oder er selber dachte, dass er ungenügend und wertlos sei. Doch die Bibel sagt uns, dass wir nicht nur ein Abbild von Gott sind, sondern dass uns Gott auch ganz bewusst so erschaffen hat, wie wir sind. Mit allen Ecken und Kanten. Gott hat dich wunderbar geschaffen und dein Leben ist vor ihm ausgebreitet und nichts was bei dir passiert ist für ihn eine Überraschung. Gott ist niemals überfordert mit dem, was in deinem Leben vor sich geht. Von den Teens stehen viele an der Schwelle und nach dem Sommer kommt etwas ganz Neues auf euch zu. Es wird euch wahrscheinlich nicht immer alles gelingen und ihr werdet an eure Grenzen kommen. Und Gott sieht es! Er möchte mit dir sein und dir immer wieder deinen Wert bewusst machen und dir deine Identität zusprechen.

Tiefe Wurzeln

Bisher haben wir vor allem den Wert eines jeden Menschen betrachtet. Jeder ist ein Ebenbild Gottes, ist von Gott gewollt und geliebt. Doch Gott hat uns Menschen nicht einfach geschaffen, damit wir diese Erde bevölkern wie Ameisen, die immer zu arbeiten und dann sterben. Gott hat den Menschen gemacht, um mit ihm Gemeinschaft zu haben. Das war seine Absicht. Nach dem Gott die ersten Menschen gemacht hatte, rebellierte sie gegen Gott und wollten lieber unabhängig von Gott sein. Die Folgen dieser Entscheidung spüren wir auch heute noch. Jeder Mensch sehnt sich danach dazu zu gehören, extrem viele haben ein geringes Selbstwertgefühl und wir haben ein Bedürfnis nach Stärke und Selbstbeherrschung. Ich glaube, dass unsere Seele erst dann ruhig werden kann, wenn wir wieder in die Gemeinschaft mit Gott zurückgekehrt sind. Doch das können wir nicht von uns aus. Gott musste einen Schritt auf uns zu machen und das tat er in Jesus Christus. Jesus lebte auf dieser Welt und zeigte uns ganz praktisch, wie Gott sich das Leben gedacht hat und wie sehr er uns liebt. Jesus starb sogar den qualvollen Tod am Kreuz, damit wir Gottes Kinder werden können. «All denen jedoch, die ihn [Jesus] aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden» (Johannes 1,12 NGÜ). Wenn wir mit Jesus verbunden sind, verändert sich unsere Identität schlagartig. Neben der Würde und den guten Gedanken Gottes über unserem Leben werden wir zu Kindern Gottes. Als seine Kinder müssen wir keine Angst mehr haben, er verbürgt sich, dass er uns mit allem versorgt, was wir brauchen. Als Kinder Gottes gehören wir dazu. Extrem viele Menschen sind einsam. Dank Jesus dürfen wir zu Gottes Familie gehören, ohne etwas zu leisten. Es ist ein Geschenk. Als Kinder Gottes ist uns vergeben – wir müssen unsere Altlasten nicht mehr mit uns herumschleppen, Gott vergibt uns.

Ich möchte euch, die ihr heute gesegnet werdet Mut machen, neben euren natürlichen Fähigkeiten und Begabungen vor allem eure geistige Identität zu suchen. Das Leben ist spannend, abenteuerreich und hat viel zu bieten. Das ist auch gut so und wir dürfen das geniessen. Aber all die Dinge der Welt können uns keinen wirklichen Halt und keine Erfüllung geben. Eine Identität, die verlässlich und lebenswert ist, finden wir nur bei Gott.