Datum: 6. Oktober 2019 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: 2.Korinther 9,8
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Gute Taten tun, die Jesus für uns vorbereitet hat! Was heisst das? Wie bekommen wir Zugriff auf diese Taten? Wie aktiv sind wir beim Gutes tun und wie aktiv ist Gott?


«Denn wir sind Gottes Schöpfung. Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir die guten Taten ausführen, die er für unser Leben vorbereitet hat» (Epheser 2,10 NL). Dieser Text ist ein fester Boden auf dem wir uns an das Thema von heute Morgen heran wagen können: Gutes tun! Gott hat für uns gute Taten vorbereitet, die wir nun ausführen können.

Die Frage ist nur: Wie geht denn das? Was muss ich tun? Wie finde ich sie – diese vorbereiteten Taten? Wenn wir Antworten suchen auf solche Fragen, dann ist entscheidend in welcher Haltung wir das tun. Ich glaube, uns muss bei diesem Thema zuerst mal ganz gross werden, was uns der himmlische Vater tagtäglich Gutes tut!

  • Du konntest heute Morgen im Bett die Augen auftun und sagen: Wow, wieder ein neuer Tag und du bist mir ganz nah, Jesus. Ich kann überall und zu jeder Zeit mit dir kommunizieren. Danke – und jetzt freue ich mich auf den Kaffee, den Zopf…
  • Danke für mein Zuhause. Mein Dach über dem Kopf! Ich muss keine Angst haben vor dem «Lorenzo» Wirbelsturm.
  • Danke für alle, mit denen ich meinen Glauben an dich teilen kann. Danke für die Gemeinde. Den Gottesdienst – super!

Wir stehen unter der Verheissung von Jeremia 32, wo es heisst: «Ich will einen Bund mit ihnen schließen, der für alle Zeiten gilt. Mein Wort will ich ihnen geben, dass ich mich nie wieder von ihnen abwenden werde, sondern ihnen immer Gutes tun will. Ich will in ihnen den Wunsch wecken, mich anzubeten und zu fürchten, sodass sie nie wieder von mir weglaufen. Ich werde Freude daran haben, ihnen Gutes zu tun…» (Jeremia 32,40-41a NL).

Wir können Petrus nur Recht geben, der im 1. Kapitel seines 2. Briefes festgehalten hat, dass Jesus Christus den Glaubenden alles was wir brauchen geschenkt hat, um so zu leben, wie es Gott gefällt. Denn, wenn Menschen ihr ganzes Leben in Gottes Hände legen, dann lebt Gott in ihnen durch den Heiligen Geist. Das heisst, wir sind ausgerüstet mit seiner Kraft und Herrlichkeit, um Gutes zu tun. Ok, jetzt fühlst du dich motiviert und bestens vorbereitet für die neue Woche. «Jesus, wo hast du jetzt deine To-do-Liste für mich mit deinen vorbereiteten guten Taten, die ich an deiner Stelle für dich tun kann?» Das wäre schön, wenn man so einen Zettel in die Hand bekäme!

Ich teile das Thema «Gutes tun» in drei Kategorien auf :

  • Es gibt «überlegtes Gutes tun» 
  • Es gibt «spontanes Gutes tun» 
  • Es gibt «alltägliches Gutes tun»  

«Überlegtes Gutes tun» 

Am 1. Oktober war der internationale World Veggie Day. Da musstest du dir überlegen, ob du auch mitmachst und an diesem Tag vegetarisch isst oder nicht. Soll ich Blut spenden? Mich einsetzen für Flüchtlinge? Den Gebetskalender der Gemeinde mitnehmen und beten? Soll ich mich eingliedern in die Gebetskette von PRAY19 zwischen dem 14. und 17. Oktober? Oder im Deko-Team mitmachen, wo Leute gesucht sind? Mich als Fahrer melden für den Sozialverein «Lichtblick»? Beim überlegten «Gutes tun» kannst du dich fragen: Wofür brennt mein Herz? Was sind meine Begabungen? Was kann ich noch machen im Seniorenheim?

Wir haben kürzlich in der Kleingruppe eine biblische Gabenliste aufgestellt. In der Bibel sind  folgende Gaben erwähnt: Ermutigen, für die Armen sorgen, praktisch dienen, ein richtiges Wort zur rechten Zeit weitergeben, lehren, die Weisheit Gottes erkennen und weitersagen, Kranke heilen, eine Gemeinde leiten, beten mit grossem Glauben, Gastfreundschaft, Geister unterscheiden können, Zungensprache reden oder auslegen, prophetisch reden…

Wer im Glauben an Jesus überlegt und plant, vertraut, dass Jesus Antwort gibt auf Fragen wie: Was ist bei mir dran? Wo soll ich anpacken? Und so geht er vorwärts. Am Montag haben wir ein befreundetes Pastorenehepaar besucht. Sie erzählten uns eine ganz besondere «Gutes tun» Geschichte: Fünf junge Leute reisten ein halbes Jahr lang mit zwei Campern durch drei europäische Länder mit dem Ziel Menschen für Jesus zu gewinnen, für Menschen ein offenes Ohr zu haben und für sie zu beten. Sie erlebten Erstaunliches. In einem Dorf im Süden beteten sie für eine kranke Frau und sie wurde geheilt. Die Frau machte das natürlich sofort bekannt und sie führte kranke Angehörige, Freunde und Bekannte ebenfalls zu dieser Gruppe. Und sie erlebten noch mehr Heilungen. Also fast eine neutestamentliche Jesus-Situation!

«Spontanes Gutes tun» 

Johann Wolfgang von Goethe hat gesagt: «Um Guts zu tun, braucht’s keiner Überlegung»! Das hat etwas für sich! Mach das Gute, das Gott dir vor die Füsse legt! Mir war kürzlich in einem Parkhaus ein Mann begegnet, der mit seinen langen Metall-Stangen natürlich nicht den Lift benützen konnte, sondern im Treppenhaus nach oben gehen musste. Wir war er dankbar, dass ich dann spontan voraus ging und alle Türen für ihn offen hielt. Wahrscheinlich könnten wir stundenlang erzählen von erlebter Spontan-Hilfe, oder dass du jemandem spontan Gutes getan hast. Es ist gut, wenn wir immer mit offenen Augen und offenen Ohren unterwegs sind.

«Alltägliches Gutes tun» 

Dort Gutes tun, wo du drin steckst, wo du lebst und arbeitest, wo du studierst oder zur Schule gehst. Dort denkt man meistens zuletzt daran. Es ist das ständig wiederkehrende. Es sind Arbeiten, die dir vielleicht nicht viel Freude machen, aber es ist dein Job: lernen, büffeln, Aufgaben machen, Arbeiten schreiben, kochen, putzen, einkaufen, waschen, für die Kinder da sein, mit dem Chef umgehen können, Kolleginnen und Kollegen ertragen, endlose Sitzungen… Beim Alltagskram ist es ganz wichtig, dass du ihn auch erledigst im Sinne von Paulus, der gesagt hat «…in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir die guten Taten ausführen, die er für unser Leben vorbereitet hat…»

Du stehst in deinem Alltag, egal wie und wo, aber du bist als Neuschöpfung von Jesus dort und bist von ihm dazu geschaffen seine vorbereiteten guten Werke zu tun!! Wir alle lieben den Psalm 23! «Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, er weidet mich, er führt mich…», da ist die Rede von grünen Auen und frischem Wasser – so schön! Und am Schluss die Spitze: «Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang.» Dann ist es also so, dass dir diese beiden Anhängsel auf Schritt und Tritt folgen! Du lässt doch das Gute und die Barmherzigkeit, die dir dein Leben lang folgen, nicht einfach Zuhause liegen, wenn du an die Arbeit gehst! Warum nehmen wir diesen Psalm immer nur für uns selbst? Nimm doch diesen Hirten mit seinen Qualitäten und Zuwendungen mit an deinen Arbeitsplatz und überlege dir, was das bei dir auslöst! Stell doch immer ein platsch volles Glas Wasser vor dich hin, das dich an deinen Hirten erinnert, der immer voll einschenkt! Bekanntlich beginnt das, was weithin leuchten soll in den eigenen vier Wänden: in der Ehe, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde, in der Verwandtschaft!

Im Gutes tun kann man auch Fehler machen

Zum Beispiel, wenn uns der Übereifer packt und die Ehe oder Familie darunter leidet vor lauter Gutes tun! Für verbockte gute Taten gibt es in der Bibel erschreckende Beispiele. Eva gab Adam von der verbotenen Frucht zu essen. Sie hat es ja nur gut gemeint! Abraham stellt seine Frau Sara als Schwester dar, aus Angst der Pharao könnte seine schöne Frau wegnehmen und ihn vielleicht deswegen sogar ermorden. Er hat es ja nur gut gemeint! Amnon, ein Sohn von König David, schändet seine Halbschwester Tamar und der Vater (wörtlich) «tat seinem Sohn Amnon nichts zuleide, denn er liebte ihn, weil er sein Erstgeborener war» (2.Samuel 13,21 ) – der Vater meinte es ja nur gut mit seinem Sohn! Rebekka, die Mutter von Jakob, hilft ihrem Lieblingssohn den Erstgeburtssegen von Esau mit List zu ergattern – sie hat es ja nur gut gemeint! Wie viele Fehler werden auch heute gemacht in der Erziehung – auch unter Christen - die Eltern meinen es aber nur gut mit den Kindern! Jesus ist unterwegs und da kommt die Mom’s Group mit ihren Kindern zu Jesus, weil sie möchten, dass Jesus ihre Kinder segnet. Doch die Jünger weisen sie schroff zurück – nein, für das hat jetzt Jesus wirklich keine Zeit! Sie haben es ja nur gut gemeint mit Jesus!

Wir konzentrieren uns so auf das Beste – nach unserer Meinung - und plötzlich kommt es ganz anders an. Ein Kurt Tucholsky hat folgendes Sprichwort kreiert: «Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint». Manchmal hinterfragen wir lieber das gute Handeln anderer als unser eigenes! Bei der Salbung in Bethanien sind die Jünger entsetzt über das, was vor ihren Augen geschieht: «…Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren die Frau an» (Markus 14,4-6). Sie haben es ja nur gut gemeint! Jesus hat ein anderes Urteil in dieser Geschichte: «Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan».

Ich fasse zusammen

  • Gott ist gut – vergessen wir das nicht.
  • Gott tut zuerst viel Gutes an uns!
  • Ich erinnere an Psalm 103 Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
  • Wir können kleine Dinge nur mit grosser Liebe tun, wenn wir erfüllt sind von der Liebe Gottes.
  • Wir können als Stellvertreter von Jesus Christus auf dieser Welt nur Gutes tun, wenn wir dabei ganz abhängig von ihm bleiben. Dazu brauchen wir ein gutes Gehör für sein Reden – und ein feines Gespür für seinen Wink! Konkret sieht dies bei jedem anders aus, sagt Mutter Terese, die einen eröffnen Kinderhäuser, andere setzen sich für den Frieden ein – und wieder andere helfen Omis über die Strasse.

 

 

 

Paulus bringt es im Epheserbrief ganz klar auf den Punkt: «Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir die guten Taten ausführen, die er für unser Leben vorbereitet hat» (Epheser 2,10). Er ist der, der uns befähigt, ausrüstet und beschenkt um Gutes zu tun! Auf der einen Seite ist Jesus es, der gute Taten durch uns tut. Auf der anderen Seite sind wir herausgefordert. Im Neuen Testament gibt es zahlreiche Aufrufe, Gutes zu tun: «Hängt dem Guten an» (Römer 12,9); «bemüht euch allen gegenüber um das Gute» (Römer 12,17); «lasst uns Gutes tun und nicht müde werden» (Galater 6,9); «jagt allezeit dem Guten nach, füreinander und für jedermann» (1.Thessalonicher 5,15).

An einer Stelle gibt Paulus den Geschwistern im Glauben den Vorrang: «Solange wir also noch Gelegenheit dazu haben, wollen wir allen Menschen Gutes tun, ganz besonders denen, die wie wir durch den Glauben zur Familie Gottes gehören» (Galater 6,10 NGÜ). Überall gilt: Trag Sorge zu dem, was Gott dir anvertraut! Uns ist ein reicher Schatz an Gutem anvertraut. Meine Überzeugung für uns als Gemeinde: «Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk» (2.Korinther 9,8 LU).

Amen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mögliche Fragen für die Kleingruppen

Bibeltext lesen: 2.Korinther 9,8

  1. Wie versteht ihr das: Gute Taten tun, die Gott vorbereitet hat?
  2. Wie viel oder wenig ist da noch dabei von meiner Aktivität?
  3. Was bist du für ein Gutes tun – Typ? Der Spontane? Der überlegte Planer?
  4. Schafft ihr das, Epheser 2,10 …in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir die guten Taten ausführen, die er für unser Leben vorbereitet hat… in euren Alltag einzufügen?
  5. Erzählt einander positive Gute - Tat – Erlebnisse!
  6. Wer von euch kann offen von einer guten Tat berichten, die daneben ging?
  7. Kommen euch, nebst den erwähnten, noch andere Patzer aus der Bibel in den Sinn?
  8. Anstoss zum Gebet: Dankt ausgiebig Gott für all das Gute, das er an uns tut und betet füreinander dass ihr gut mit der Tatenbank Gottes verbunden bleibt.