Bilder der himmlischen Heimat
Sonntag, 29. September 2019

Bilder der himmlischen Heimat

Prediger/in:
Passage: Johannes 14,2
Dienstart:

Wer sich Jesus Christus zuwendet, bekommt eine Wohnung in der himmlischen Heimat! Leider sind die Vorstellungen des Himmels oft so farblos und langweilig, dass viele sich gar nicht auf die ewige Heimat freuen. Diese Predigt liefert motivierende Bilder des Himmels. Was wir über die Zukunft glauben, beeinflusst unser Leben im Hier und Jetzt.


Es gibt fast nichts Schöneres als an einem Spätsommertag mit dem Bike durch die Wälder zu streifen und von einem Höhenweg auf den Hallwilersee zu schauen. Diese Farben, diese Kontraste, diese eindrückliche Gegend. Ich liebe das Leben auf dieser Welt! Diese Welt ist zwar nicht perfekt. Es gibt Kriege, Verletzungen, Schmerz und schlimme Dinge, die einem widerfahren können. Einiges läuft nicht, wie es sollte, aber ich liebe es, hier zu leben! Deshalb stelle ich mir dir Frage: Was soll ich im Himmel? Warum soll ich mich da freuen? Ich möchte es doch spannend haben!

Unsere Bilder vom Himmel sind oft etwas eigenartig. Wir stellen uns vielleicht das Altersheim der Ewigkeit vor – nur, dass ich keinen Rollator, sondern eine Wolke habe. Auf dieser Wolke liege ich. Alles ist weiss und ruhig. Manchmal wird die Stille durch Zithertöne unterbrochen. Ich mache Ausflüge und komme bei anderen Wolken vorbei, auf denen ebenfalls Menschen sitzen. Manche sind schon sehr lange da. Zum Beispiel Mose, der Mann, der Israel aus Ägypten geführt hat und sich dabei intensiv mit der Halsstarrigkeit der Menschen auseinandersetzen musste. Mose mag immer noch keine Menschen sehen. Da ich etwas zu laut bin, kommt Petrus vorbei und sagt: «Bruder Matthias, hier oben sind wir leise!»

Vielleicht geht deine Vorstellung des Himmels in ähnliche Richtung. Vielleicht hast du mit Gott gar nichts am Hut und denkst: Wie naiv sind die eigentlich? Nach dem Tod ist sowieso alles aus!

Wir wollen heute alte Vorstellungen des Himmels so gut wie möglich loswerden und uns ganz neu zeigen lassen, was Gott für uns vorbereitet hat. Wie ist der Himmel? Was wir über unsere Zukunft glauben, beeinflusst unser Leben im Hier und Jetzt. Leider sind wegen unserer Beschränktheit unsere Bilder der himmlischen Heimat sehr verkürzt und verzogen. Ein kleines Gedankenexperiment: Stell dir einmal einen Menschen aus der Steinzeit vor. Diesem Mann, der vor ein paar tausend Jahren lebte, müsstest du nun ein Smartphone erklären. Je mehr du ihm die Funktionen und Möglichkeiten erklärst, desto mehr wird er denken, dass du ihn veräppeln willst. Du sprichst ganz einfach davon, dass er nun mit einem Freund, der in Afrika wohnt, telefonieren kann. Was ist telefonieren? Was ist Afrika? Seine Freunde wohnen mit ihm in der gleichen Höhle. Dann willst du ihm noch erklären, dass er einen Familienchat einrichten und das Handy als Navigationsgerät benutzen könne. Der Neandertaler schaut dich völlig ratlos an.

Genauso geht es uns mit der Ewigkeit. Unsere Vorstellungskapazität reicht für den Himmel nicht aus. Wir haben zwar Internet, Wikipedia, Siri und Alexa, und dennoch keine Ahnung von der Bedeutung des Himmels. Deshalb brauchen wir gute Bilder aus unserer Lebenswelt, die uns einen Einblick geben, was uns im Himmel erwartet. Gott hat einigen Menschen Einblicke in den Himmel gegeben. (Offenbarung 21 +22; 1Korinther 15,12-58; Johannes 14,2; Römer 8,18).

Es gibt sogar jemanden, der war im Himmel und hat dort gelebt. Jesus ist auf die Erde gekommen und hat uns davon erzählt. In Johannes 14,2 spricht er davon: «Es gibt viele Wohnungen im Haus meines Vaters, und ich gehe voraus, um euch einen Platz vorzubereiten. Wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch dann so gesagt?»

Der Himmel ist das Haus Gottes. Es ist nicht nur Gottes Zuhause, sondern kann auch zu deinem Zuhause werden. Jesus ist schon mal vorausgegangen, um uns eine schöne Wohnung vorzubereiten.

Der Himmel ist ungleich schöner als die Welt

«Wir aber erwarten den neuen Himmel und die neue Erde, die er versprochen hat» (2Petrus 3,13). Wenn eine Firma eine neue Version eines Produkts herausgibt, muss es ein Upgrade, eine verbesserte Version, sein. Der neue Himmel und die neue Erde werden eine unvorstellbare hochpotenzierte Verbesserung darstellen. Wenn nun schon diese Welt so interessant und lebenswert ist, warum sollte dann die Krönung des Lebens farblos und einfach nur langweilig sein? Auf dieser Welt gibt es abgrundtiefe Leidensgeschichten. Auch in unseren Kreisen kennen wir das. Paulus vergleicht diese Leiden mit der Herrlichkeit des späteren Zuhauses: «Ich bin aber davon überzeugt, dass unsere jetzigen Leiden bedeutungslos sind im Vergleich zu der Herrlichkeit, die er uns später schenken wird» (Römer 8,18).

Der Himmel ist dein Zuhause

Gott hat den Himmel nicht für sich geschaffen und du kannst nun als Untermieter eine 8m2-Wohnung für CHF 800.- mieten. Nein, du bist da daheim – Teil der Familie. Es gibt das bekannte Weihnachtslied «Driving home for Christmas». Wie schön ist es doch, am Heiligabend nach einem letzten stressigen Arbeitstag nach Hause zu kommen. Endlich bist du angekommen und reiss die Tür auf. Der Duft von Gänsebraten kommt dir entgegen, du hörst die bekannten Stimmen, bist in vertrauter Umgebung und weisst: Ich bin zu Hause! Im Himmel erwartet dich ein Zuhause, auf das du dich freuen kannst. Jesus scheut keinen Aufwand, um dir ein Zuhause vorzubereiten, wo du dich heimelig wohlfühlen wirst.

Der Himmel ist ein realer Ort

Der Himmel ist kein Nirwana, in dem wir versinken, sondern ein realer Ort. Kein Traum, keine Wolke, kein Neben, sondern ein physischer Ort mit oben und unten, Natur, Bäumen, Strassen und Menschen. Der neue Himmel und die neue Erde (Offenbarung 21,2) sind keine rein geistliche Grössen, sondern wie unsere Erde, einfach nur vollkommen. Wenn schon die unperfekte Welt so herrliche Farben und Naturphänomene beinhaltet, wie muss die neue Erde erst aussehen! Wer hat uns nur diese Lüge ins Gehirn gepflanzt, dass im Himmel alles weiss ist. Es gibt aber nicht nur Natur. Der Himmel wird als Stadt beschrieben. Die schönste Stadt, die du je gesehen hast, ist ein «Drecksloch» im Vergleich dazu. Die himmlische Stadt wird verglichen mit einer Braut, die sich geschmückt hat, mit purem Gold und sie wird Stadtmauern aus Diamanten haben.

Im Himmel werden wir vollkommene Körper haben

Der Himmel ist ein realer Ort, wo die Menschen keinesfalls als Seelengeister auf Wolken herumschweben. Paulus braucht für den menschlichen Körper das Bild eines Samenkorns (1Korinther 15,35ff). Es ist zwar winzig, aber es steckt ein ganzer Baum drin. Unsere jetzigen Körper bezeichnet er als schwach. Im himmlischen Zuhause werden wir vollkommene Körper haben. Wir werden alle überragend stark sein – und das ohne Krafttraining.

Im Himmel wird es kein Leid mehr geben

Diese vollkommenen Körper werden absolut beschwerdefrei funktionieren. Es wird keine Krankheit mehr geben – nichts, was dich nachts nicht schlafen lässt. Auch seelisch und psychisch werden wir vollkommen sein: «Er wird alle ihre Tränen abwischen, und es wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben. Denn die erste Welt mit ihrem ganzen Unheil ist für immer vergangen» (Offenbarung 21,4). Der Himmel ist dein Zuhause – vollkommen ohne Leid.

Im Himmel werden wir mit Jesus regieren

Im himmlischen Zuhause wird es uns nicht langweilig werden, denn wir bekommen eine Aufgabe. Es handelt sich dabei um keinen Job, den wir 8 Stunden tun, etwas Geld kriegen und froh sind, wenn Feierabend ist. Jesus übergibt uns Verantwortung: «Wenn wir mit ihm leiden, werden wir mit ihm herrschen. Wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen» (2Timotheus 2,12). Im Himmel werden wir ganz im Zentrum unserer Berufung leben. Wir werden bei der Arbeit in einen Flow hineinkommen. Wir werden so viel Spass haben, an dem was wir tun. Deshalb macht es auch Sinn, dass Jesus sagt, dass wir hier auf Erden bereits im Kleinen treu sein sollen. Wir trainieren für unser himmlisches Zuhause.

Der Himmel ist ein Ort des Wiedersehens

Ich habe von einer aussergewöhnlichen Liebesgeschichte gelesen. C. machte sich nach dem Abitur mit 50 Euro Startkapital auf eine vierjährige Weltreise. Dabei bereiste er 45 Länder und legte 100'000 Kilometer zu Fuss, per Autostopp und auf Segelbooten zurück. Durch einen Artikel erfuhr M. von diesem Mann und schrieb ihn an. Sie blieben 15 Monate lang im Kontakt und schrieben einander – jeden Tag mehrseitige Nachrichten. Irgendwann hat es M. gereicht. Sie stieg in den Flieger nach Indien und dann standen sie sich zum ersten Mal gegenüber. Was für ein Moment! C. sagt dazu. «Mein aller erster Gedanke, als ich sie gesehen habe, war ‘Au die sieht ja so gut aus. Die könnte ich schon fast heiraten. Wenn das nicht die Frau fürs Leben ist, wer dann?!’» Unterdessen haben sie geheiratet. M. ist von ihrem frischangetrauten Mann immer noch hin und weg! Sie schwärmt: «Umso mehr ich ihn kennenlerne, umso krasser ist dieser Kerl eigentlich. Ich glaube bis heute nicht, dass es das gibt. Ich glaube, irgendwann wache ich auf, und dann so: ‘M. was hast du geträumt? Weisst du, da war dieser Typ - toller Traum, schön.’ Also irgendwann wache ich noch auf, bestimmt. Irgendwann.»

Im Himmel werden wir dem himmlischen Vater zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Das wird eine unfassbare Erfahrung sein. Und du träumst nicht. Du wirst nie aufwachen! Alles, was wir im Gebet mit Gott auf dieser Welt erleben, ist ein wunderbares Vorgeplänkel. Doch die persönliche Begegnung ist nochmals was ganz Anderes! «Meine lieben Freunde, wir sind schon jetzt die Kinder Gottes, und wie wir sein werden, wenn Christus wiederkommt, das können wir uns nicht einmal vorstellen. Aber wir wissen, dass wir bei seiner Wiederkehr sein werden wie er, denn wir werden ihn sehen, wie er wirklich ist» (1Johannes 3,2). «Jetzt sehen wir alles nur wie in einem Spiegel und wie in rätselhaften Bildern; dann aber werden wir ‘Gott’ von Angesicht zu Angesicht sehen. Wenn ich jetzt etwas erkenne, erkenne ich immer nur einen Teil des Ganzen; dann aber werde ich alles so kennen, wie Gott mich jetzt schon kennt» (1Korinther 13,12; NGÜ). Wir werden auch Freunde und Familienangehörige im Himmel wiedersehen, doch die Begegnung mit Gott wird alles andere in den Schatten stellen rücken. In einem alten Lied heisst es: «Dort vor dem Throne im himmlischen Land treff ich die Freunde, die hier ich gekannt; dennoch wird Jesus und Jesus allein Grund meiner Freude und Anbetung sein.»

 

Gibt es in deinem Alltag gerade Dinge, die dir im Hier und Jetzt die Freude rauben wollen? Finanzielle Sorgen, Probleme bei der Arbeit, Beziehungsprobleme, Einsamkeit, Verletzungen, Schmerz oder Verlust? Du musst dich nicht auf das Jenseits vertrösten. Es geht darum, dass du auf dieser Welt himmlische Momente erleben kannst. Der Himmel beginnt dort, wo du Jesus in dein Leben hineinlässt. Er wünscht sich, immer mehr Raum in deinem Herzen zu bekommen. All die belastende Dinge nehmen Raum im Herzen ein. Jesus sagt: Ich möchte da wohnen und dir neue Hoffnung geben.

Hast du schon eine Entscheidung für Jesus getroffen? Jesus hat eine Entscheidung getroffen. Sein Ja zu dir ist radikal. Sein Ja gilt bis in das Unendliche hinein. Eine solche Entscheidung trifft nur jemand, der radikal liebt. Diese radikale Liebe war der Grund, weshalb Jesus seine Heimat, den Himmel, verlassen hat. Warum macht er das? ER hatte alles im Himmel. Nur eine Sache hat ihm gefehlt: Das bist du. Du und ich haben Jesus so sehr gefehlt, dass er gesagt hat: Ich gehe hin zu den Menschen, um ihnen zu sagen, wer ich bin, wie ich bin und was ich für sie vorbereitet habe. Am deutlichsten wird diese radikale Liebe am Kreuz. Links und rechts werden kriminelle Männer mit ihm gekreuzigt. Sie spotteten, als Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Einer der Männer hatte am Kreuz hängend einen Wendepunkt. Plötzlich erkannte er: Das ist Gott. Bevor er starb, konnte er nur noch den einen Satz sagen: «Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst» (Lukas 23,42). Jesus erhebt keine Vorwürfe, sondern antwortete: «Ich versichere dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.» Sich Jesus zuwenden, bedeutet, ein Zuhause zu bekommen!

 

 

 

 

 

Mögliche Fragen für die Kleingruppen

Bibeltext lesen: Offenbarung 21

  1. Was für Bilder siehst du vor deinem inneren Auge, wenn du an die himmlische Heimat denkst? Freust du dich?
  2. Was für neue Bilder können hilfreich sein und die Vorfreude steigern?
  3. Warum wird der Himmel nicht langweilig sein?
  4. Warum hat Jesus den Himmel verlassen, wo er alles hatte?
  5. Wie können wir Menschen helfen, die himmlische Heimat zu entdecken?
  6. Mach in den Herbstferien einen Spaziergang, bewundere die farbige Natur und stell dir dabei den Himmel vor!