Der zweite Fischfang von Petrus
Serie: Einfach. Leise. Gegenwärtig. | Bibeltext: Johannes 21,3-11
Petrus hat Jesus verraten, die Jünger sind geflogen, Jesus ist gestorben. Sie haben ihn zwar als Auferstandenen erlebt, aber irgendwie ist er doch nicht mehr da. Macht alles noch Sinn? Resigniert fallen die Jünger in ihre alten Verhaltensmuster zurück um Lebensfülle zu finden. Erfolglos – dann kommt Jesus.
Teil 1 – Rückfall in die alten Lebensgewohnheiten
«Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts» (Johannes 21,3 LUT).
Das alte Leben. In Lukas 5 hatte Petrus mit seinen Freunden bereits gelernt, dass er mit eigenen Mitteln, auf eigenen Wegen, im Dunkel der Welt nichts fängt. Petrus ergreift die Initiative für den falschen Weg und die anderen folgen einfach. Ist ihnen Jesus nicht schon zweimal als Auferstandener begegnet? Was ist los?
Genau das könnten wir uns in unserem Leben auch manchmal fragen. Wir sind wiedergeborene Christen. Gott wohnt in unseren Herzen – aber wo ist die Freude, wo ist der Sieg, wo ist die Kraft? Müssen wir nicht selbstverantwortlich wieder die Initiative ergreifen? Wo ist denn Christus gerade?
Und so kommt es denn, dass die, die doch wissen müssten, dass Jesus alles kann, resigniert in das zurückfallen, was sie schon immer taten: Selbst fischen. Aber es hat sich nichts geändert. Sie fangen immer noch nichts.
Es ist einfach so: In der Nacht fängt man nichts. In der Welt – dem Ort, wo viele über Egoismus die Fülle suchen, hat sich nicht geändert. Jesus sagt: Ohne mich könnt ihr nichts tun. Ohne IHN gibt es keine Fülle
Teil 2 – Jesus ist, spricht und fragt uns
«Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein» (Johannes 21,4-5 LUT).
Am Morgen – im Licht – steht Jesus am Ufer
Jesus steht im Morgen – wo es Licht wird - und hat mit der Nacht nichts zu tun. Es muss auch bei uns Morgen werden, bis sich das Leben verändert. Er steht am Ufer - er ist da – nicht fern. Er hat das Ziel schon erreicht. Er ist beim Vater, dort wo wir auch hinwollen. Er steht auf festem Grund, während die Jünger noch im wankenden Boot sitzen.
Die Jünger erkennen Jesus nicht, obwohl er redet – Weshalb?
Weshalb erkennen Sie Jesus nicht. Es ist hell, Jesus ist nicht mehr als 60 Meter weg und redet. Weshalb erkennen auch wir Jesus oft nicht?
Jesus spricht – Kinder – habt ihr nichts zu essen?
Kinder – er spricht zu seinen Geliebten – er hat zu uns eine besondere Beziehung – er ist unser liebender Heiland – wie ein Vater – voller Fürsorge.
Habt ihr nichts zu essen? – Er kennt unsere Bedürfnisse genau! Auch wir brauchen Brot und Wasser des Lebens. Das können wir bei ihm finden.
Sie antworten - nein
Die Jünger antworten. Viele Menschen antworten auf die fürsorgliche Frage von Jesus nicht oder sind nicht ehrlich. Anders die Jünger: Nein - wir haben Mangel. Uns geht es dreckig. Wir leiden Not. Wir brauchen Hilfe.
Teil 3 – Wiederholung der Lebenslektion – In der Nachfolge Jesu finden wir Fülle?
«Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten's nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische» (Johannes 21,6 LUT).
Er aber sprach zu ihnen…: Christus gibt klare Anweisungen – auch heute redet er zu uns.
Werft das Netz zur Rechten – so werdet ihr finden…
Zu Rechten heisst im griechischen – dexios meros – nehmt das von der rechten Seite in Empfang – nehmt das glückliche Anteil in Empfang. Es ist so, wie wenn hier Jesus zu den Jüngern sagt. Nehmt doch das Gute, das für euch von mir bereit liegt.
Da warfen sie aus – und fingen Unmengen von Fischen
Wie verzweifelt müssen die Jünger gewesen sein, wenn sie den Rat eines jeden dahergelaufenen annehmen. Sie haben ja Jesus nicht erkannt. Sie sind doch erfahrene Fischer. Und da kommt einer und sagt ihnen am Morgen, wo man keine Fische mehr fängt: He auf der rechten Seite Netze rauswerfen. Wie wenn die 4-5 Meter was ausmachen würden. Aber die Sehnsucht nach dem Guten, lässt sie dem Fremden gehorchen. Diese Sehnsucht nach dem wirklich Guten, nach dem Resultat von Liebe, lässt sie zurückfinden zum Gott der Liebe.
«Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser» (Johannes 21,7 LUT).
Johannes erkennt sofort in der Liebe seinen Herrn
Wort wird gesprochen, sie gehorchen, sie erleben Fülle. Diese «Mechanik der Liebe» zeigt Johannes sofort, dass es Christus sein muss.
Ist das bei uns auch so? Woran wird Jesus erkannt. Zeichen und Wunder – heisst es – wird auch der Antichrist tun. Jesus – aber Christus wird an der Liebe erkannt.
Simon Petrus hört es indirekt – selbst ist er nicht mehr in der Lage, Christus selbst zu erkennen
Manchmal brauchen wir Geschwister, die uns den Herrn zeigen. Die zu mir oder zu dir sagen: He – das ist der Herr.
Petrus war nackt und gürtete sich mit dem Oberkleid
Nacktheit ist in der Bibel ein Bild für Schuld, Petrus hat seine Erlösung vergessen, hat sich der Trostlosigkeit hingegeben, deshalb ist er zurück ins alte Leben. Nun kommt Jesus und zeigt ihnen wieder, wer er ist. Da gürtet sich Petrus wieder und nimmt das Oberkleid.
Der Teufel versucht uns Kinder Gottes oft mit unserem Versagen anzuklagen. In diesen Momenten müssen wir wie Petrus das Oberkleid der Vergebung in Christus und seiner Gnade anziehen.
Und wirft sich ins Wasser
Sich ins Wasser werfen (ballo – hinwerfen). Er unterwirft sich neu Jesus.
Er wirft sich ins Wasser – Reinigung.
«Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit» (1Johannesbrief 1,9 LUT).
Er will auch so schnell wie möglich, zurück zu Jesus. Er wartet nicht so lange bis das Boot der Jünger wieder bei Jesus anlegt. Das ist echte Busse – nicht nur Reue. Er merkt nicht nur das Falsche auf seinen Weg – sondern er will zurück zu Jesus.
Teil 4
«Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen» (Johannes 21,8 LUT).
Es ist paradox. Jetzt wo Jesus offenbar geworden ist, hat sich die Situation sofort total verändert. Es ist Morgen und Licht. Sie sind nicht weit vom Ufer weg – im Dunkel haben sie das nicht mehr gesehen und sie haben Netze voller Fische.
Auch in unserer Zeit sind wir nicht weit weg von der Entrückung und der Wiederkunft Christi – aber im Dunkel unserer Zeit und in den Verstrickungen unseres Lebens übersehen wir das oft. Schauen wir auf Christus, wird es in allen wichtigen Fragen Licht. Wo sollen wir hin, was ist das Ziel, wo kriegen wir das was wir brauchen.
Teil 5
«Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll grosser Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht» (Johannes 21,10-11 LUT).
Bringt von den Fischen…
Wir sollen Menschen zu Jesus führen. Das ist die eigentlich Aufgabe von Petrus und den Jüngern.
Petrus steigt in das Wasser, um die Fische an Land zu holen
Ohne ins Wasser steigen, geht es nicht. Wir sind herausgefordert, in dieser Welt mit Christus zu leben. Wir können nicht einfach vom Ufer darauf warten, dass die Fische ans Land hüpfen.
Die Fische kommen an Land, die Netze reissen nicht, der Erfolg ist gezählt
Beim ersten Mal war doch noch vieles so unsicher. Sie fingen eine unbestimmt grosse Zahl von Fischen, beide Boote waren voll, aber auch die Netze drohten zu reissen und die Boote zu sinken.
Dieses Mal ist es ganz anders:
- Petrus geht sicher ins Wasser.
- Er zieht die Fische sicher an Land
- Es sind grosse Fische
- Es sind 153 Fische
- Die Netze reissen nicht – trotz der vielen Fische
- Die Fische sind gezählt – 153 grosse Fische.
Abschliessende Gedanken:
- Manchmal verlieren wir Jesus aus den Augen und fallen in alte Gewohnheiten
- Jesus ist aber schon da, er fordert uns, die Nachfolge richtig, nach seinen Anweisungen zu leben
- Dann erleben wir, was Jesus uns früher gezeigt hat, erneut: Wir werden Menschen zu Jesus führen können
- Das, wenn wir bereit sind unter die Menschen zu gehen und Zeugnis von Christi wirken zu sein. Dann werden wir Fische fangen, viele und grosse und dennoch werden unsere Netze nicht reissen.
Mögliche Fragen für die Kleingruppe
Bibeltext lesen: Johannes 21,3-11
- Wieso fallen die Jünger in ihre alten Verhaltensmuster zurück obwohl sie dem Auferstandenen begegnet sind?
- Kennst du auch Resignation in der Nachfolge, Zeiten in denen du Jesus nicht erkennst, obwohl er da ist?
- Was kann man in solchen Situationen tun? Was wäre für dich «das Netz auf der rechten Seite auswerfen…»?
- Wie gehst du mit den Anklagen des Teufels in deinem Leben um? Was würde für dich bedeuten, das «Oberkleid» wieder anziehen und sich umgürten?
- Welche Schlüsse ziehst du für dich aus dieser Fischfang-Geschichte?

