Der erste Fischfang – Jesus verändert alles

Datum: 26. Juli 2026 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Lukas 5,1-11

Professionelle Fischer waschen am Ufer ihre verschmutzten Netze. Trotz Erfahrung und Können haben sie nichts gefangen. Dann kommt Jesus. Er gib ihnen einen unmöglichen Auftrag mit einem nicht zu erwartenden Erfolg. Damit wirft Jesus die Frage auf, was in unserem Leben wirklich zählt, wirklich Fülle bringt, wirklich Sinn macht.


Teil 1. Ausgangslage

«Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze» (Lukas 5,1-2 LUT). Die Menschen drängen um Jesus zu hören. Die Zeiten waren schwer, da war aber einer gekommen, der Rettung, Vergebung und Heil, ewiges Leben und Fülle versprach. Von dem wollten sie hören. Gleichzeitig liegen zwei Boote am Strand, Fischer sind ausgestiegen und waschen ihre Netze (scheinbar sind sie schmutzig geworden). Die ganze Nacht haben sie nichts gefangen..

Das war damals so und ist heute so.

Die Menschen brauchen frohe Botschaft, Evangelium. In einer zunehmend orientierungslosen Zeit, brauchen sie Erklärung darüber, wo ihre Identität ist, dass Leben ohne Gott vom Leben trennt, dass Vergebung möglich ist und eine Rückkehr zu unserer Heimat offen ist - Gott Vater und seinem Sohn Jesus Christus und damit ewiges Leben und echte Fülle.

Menschen heute sind wie die Fischer damals

Die Boote stehen für Menschenleben. Mit unseren Lebensbooten bewegen wir uns von Ufer zu Ufer von Geburt zum Tod. Wir erleiden Stürme, manche gehen unter. Auf den schwierigen Gewässern suchen wir Fische – existenzielle Sicherheit, Erfüllung, Freude. Die Suche ist in der Nacht – im Dunkeln. Mit wenig Orientierung werden die Netze unserer Bemühungen beschmutzt und letztlich stranden wir, steigen aus und versuchen neue Möglichkeiten zu finden und uns vom Schmutz der Nacht zu befreien.

Dunkles Elend. Dann kommt Jesus in die Szenerie.

Teil 2: Jesus möchte durch unser Lebensboot zu den Menschen sprechen

«Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus» (Lukas 5, 3 LUT). Jesus hat eine Botschaft für die suchenden Menschen! Wie will er sie vermitteln? Er möchte in unsere Lebensboote einsteigen Er möchte aus unseren Lebensbooten, aus deinem Lebensboot, die Menge lehren. Jesus in mir, in meinem Leben, soll die Botschaft an die Menschen sein! Das ist sein Ziel. 

Damit der Auftrag erfüllt werden kann, brauchte es Abstand vom Land und der Zielgruppe. Wir brauchen Abstand vom Lebenstrubel um selbst hinzuhören zu können, was Gott zu uns und durch uns sagen und tun will.

Teil 3: Wer gibt echte Fülle?

«Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen» (Lukas, 5, 4-5 LUT). Jesus – ein Zimmermann – erteilt einem professionellen Fischer den Auftrag, bei Tag, dort wo es am tiefsten ist, nochmals zu fischen. Das ist aus Berufsfischer-Sicht ein absolut unvernünftiger Vorschlag: Bei Tag schwimmen die Fische tiefer und wenn man an der tiefen Stelle fischt, fängt man sowieso keinen Fisch.

Aber auf dein Wort… will ich dir gehorchen

Simon kannte Jesus vorher nicht. Aber auch er hat aus seinem Boot die Botschaft von Jesus an die Menge gehört. Er erhält einen unvernünftigen Vorschlag nochmals fischen zu gehen. Er hört nicht auf einen Zimmermann - er ahnt, dass hier ein grösserer gesprochen hat. Weil er dem Sohn Gottes begegnet ist, gehorcht er. «Auf dein Wort hin», weil du zu mir sprichst. Das ist auch das, was mich bewegt. Es gibt so viele Stimmen und Meinungen in dieser Welt. Ich aber will auf die Stimme von Jesus Christus hören. Er ist das Wort. Sein Wort steht in der Bibel. Deshalb lese ich täglich darin. 

«Und als sie das taten, fingen sie eine grosse Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reissen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so dass sie fast sanken» (Lukas 5, 6-7 LUT). «Und als sie das taten…» Sie gehen hin und fangen Fische wie noch nie, alle Boote werden voll – übervoll. Es gibt Leben im Überfluss – nicht nur für ihn sondern auch für die anderen. So ist der Sohn Gottes. Er gibt Leben im Überfluss, nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen.

Das ist es, was das Leben von Heidi und mir ausmacht seit über 45 Jahren. Wir sind nicht besonders, aber wir haben wie Simon gehandelt. Auf dein Wort hin… tun wir es. Und wir erleben dasselbe wie Simon und seine Gefährten.

Teil 4: Schulderkenntnis als Voraussetzung für Nachfolge

«Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füssen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst» (Lukas 5, 8-9 LUT). Auf Geheiss des Schöpfers zu erleben, dass angesichts von Unmöglichkeit Leben quillt, überzeugt Simon von seiner Sünde und Schuld und dass er zu diesem Gott der Fülle nicht passt.

Worin besteht diese Sünde:

Er hat versucht unter eigener Regie für sich Lebensfülle zu finden: Egoismus. Jesus hat ihm aber gezeigt, dass er Fülle als Geschenk geben will. Geschenk der Liebe. Diese Liebe, dieses Geschenk, macht die Hände frei, andere zu lieben. Simon erkennt in dieser Situation, wie falsch sein Lebenskonzept ist. Er fällt nieder: Herr geht weg, ich bin ein sündiger Mensch. Und ein Schrecken erfasst ihn: Wie ist er bisher am Leben vorbeigegangen, wie hat er sich damit schuldig gemacht, wie könnte Gottes Sohn ihn verurteilen, mit ihm rechten, ihn strafen …

Jesus straft nicht, sondern möchte erlösen und uns ins wahre Leben führen

«Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verliessen alles und folgten ihm nach» (Lukas 5, 10-11 LUT). Jesus wird einmal die ganze Welt richten. Aber vorher bietet er Versöhnung und Friede an. «Fürchte dich nicht, folge mir nach».

Du wirst Menschen fischen: Nicht die Suche nach Fischen in der Dunkelheit bringt uns Lebensfülle, sondern Menschen dabei zu helfen, selbst den Erlöser zu finden. Simon, Andreas, Jakobus und Johannes haben das verstanden. Sie lassen alles von der alten Suche nach Erfüllung zurück und folgten Jesus nach. Sofort, kompromisslos. Was machst du, was mach ich?

Schlussgedanken

Die Geschichte ist wie ein Kurs zu echtem Leben

Schritt 1:       Jesus zuhören, zulassen, dass er in mein Boot, mein Leben spricht – Abstand nehmen
                        vom Ablenkungstrubel unserer Zeit. nehmen.
Schritt 2:       Ziel des Lebens erkennen: Gott will durch mein Leben zu anderen reden.
Schritt 3:       Im Unmöglichen Gott erleben.
Schritt 4:       Schuld erkennen, vor Gott niederfallen, Vergebung annehmen.
Schritt 5:       Alles verlassen und Christus nachfolgen um das echte Leben zu finden.

Mögliche Fragen für die Kleingruppe

Bibeltext lesen: Lukas 5,1-11

  1. Glaubst du, dass sich heute noch viele Menschen darum drängen, Gottes Wort oder die darin enthaltende Botschaft zu hören?
  2. Wie und wieweit kann Jesus durch dein Lebensboot sein Wort verkünden?
  3. Wo bist du durch die eigene «Professionalität», die eigenen Fähigkeiten, die Wahrnehmung der eigenen Möglichkeiten erfolglos und blockiert?
  4. Wieso fühlt sich Simon schuldig, nachdem er sieht, was nach seinem Gehorsam gegenüber der Aufforderung von Jesus Christus geschieht?
  5. Bist bereit, wie die Fischer, die erkannt haben, dass Jesus alles kann und wahre Fülle im Überfluss gibt, alles stehen und liegen zu lassen und nachzufolgen?