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Дата: 20. Сентябрь 2026 | Проповедник:
Серия: | Библейский текст: Gala­ter 5,24
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Ein­fach­heit ist kein Selbst­zweck, son­dern hilft uns, mit unse­rem gan­zen Leben Gott zu ehren und unse­re tiefs­te Sehn­sucht in ihm zu fin­den. Geschaf­fe­ne Din­ge dür­fen wir genies­sen, aber sie kön­nen nie­mals die Erfül­lung geben, nach der wir uns seh­nen – die­se fin­den wir allein in Gott. Gala­ter 5 zeigt den Unter­schied zwi­schen einem Leben, das von unse­ren eige­nen Begier­den bestimmt wird, und einem Leben, das vom Hei­li­gen Geist geprägt ist. Wenn Chris­tus im Zen­trum steht, kön­nen wir die Din­ge die­ser Welt frei genies­sen, ohne unser Herz an sie zu hängen.


Wir kom­men zur letz­ten Pre­digt in der Serie Ein­fach­heit. Dabei ist wich­tig zu erwäh­nen, dass es nicht um die Ein­fach­heit als sol­che geht, son­dern sie eine Hil­fe ist, mit unse­rem gan­zen Leben Gott zu ehren. Sie ist der Aus­druck der inne­ren Rea­li­tät, wel­che sich dann aus­sen in der Ein­fach­heit zeigt. Das Gegen­teil ist nicht Kom­ple­xi­tät, son­dern ein seich­tes, ober­fläch­li­ches Leben. Du hast auch heu­te wie­der die Gele­gen­heit, in You­Tube einen Kom­men­tar abzu­ge­ben, auf den wir dann ger­ne in einem Q&A näher eingehen.

Zur Freiheit berufen

Jesus­nach­fol­ger ent­schei­den sich nicht aus Zwang für ein Leben in Ein­fach­heit, son­dern sie sind frei zu wäh­len, was sie wol­len. «Ihr seid beru­fen, lie­be Freun­de, in Frei­heit zu leben – nicht in der Frei­heit, euren sün­di­gen Nei­gun­gen nach­zu­ge­ben, son­dern in der Frei­heit, ein­an­der in Lie­be zu die­nen» (Gala­ter 5,1 ZB). Dabei meint sün­di­ge Nei­gung alle Din­ge, wel­che ich an Got­tes Stel­le set­zen möch­te, um mir Erfül­lung und Sicher­heit zu geben. Bezo­gen auf das The­ma der Ein­fach­heit sol­len Jesus­nach­fol­ger das genies­sen, was Gott ihnen gege­ben hat. «[…] Statt­des­sen sol­len sie ihr Ver­trau­en auf den leben­di­gen Gott set­zen, der uns alles reich­lich gibt, was wir brau­chen, damit wir uns dar­an freu­en und es genies­sen kön­nen» (1. Timo­theus 6,17 NLB). Dies wie­der­um führt zum Dank, pas­send zum heu­ti­gen Dank‑, Buss- und Bettag.

Doch wie sol­len wir denn mit den Din­gen umge­hen in unse­rer Frei­heit, damit wir sie genies­sen, aber nicht unser Herz dar­an hän­gen? Augus­ti­nus, ein Kir­chen­va­ter aus dem 4./5. Jahr­hun­dert, hat hier zwi­schen zwei Din­gen unter­schie­den, die ich hier ger­ne ein­füh­ren möch­te. Er unter­schied zwi­schen «uti» und «frui». Dies immer in Bezug auf die Lie­be, die ich zu etwas habe.

«uti» meint die Lie­be des Gebrau­chens. Ich bedie­ne mich einer Sache, weil ich sie zum Leben brau­che. Sie ist also rela­tiv, also auf etwas aus­ge­rich­tet. Ich brau­che Din­ge zu Gott hin, als Mit­tel zum Zweck. Ich miss­brau­che eine Sache nicht, rich­te sie aber auf ein Ziel aus.

«frui» meint die abso­lu­te Lie­be. Es ist die Lie­be des Genies­sens. Es bedeu­tet, etwas zu genies­sen, weil es wirk­li­che Erfül­lung bie­tet. Dabei soll der Genuss nie in geschaf­fe­nen, zeit­lich begrenz­ten Din­gen gesucht wer­den, son­dern nur im unver­gäng­li­chen Schöp­fer. Dies ist das Ziel unse­rer Sehn­sucht. Und es gibt nur ein ein­zi­ges wah­res Objekt des «frui» – Gott selbst.

Wenn nun also end­li­che, geschaf­fe­ne Din­ge mir zum «frui» wer­den, führt dies zu einem Leben in der fleisch­li­chen Natur. Das Tra­gi­sche dar­an ist, dass nur Gott mei­ne Sehn­sucht nach erfüll­tem Genuss stil­len könn­te, ich aber nicht bei ihm suche. Jeg­li­ches Genuss­stre­ben wird irgend­wann per­ver­tiert und steht gegen Gott. Im nächs­ten Pre­digt­punkt mehr dazu. Ich wer­de ab jetzt ver­su­chen, von «sich erfreu­en» zu spre­chen anstatt von «uti».

Wie gehe ich als Jesus­nach­fol­ger mit mei­ner Frei­heit um? Sich bewusst an etwas zu erfreu­en, kann hel­fen, dem Impuls, etwas «uti» zum «frui» zu machen, zu wider­ste­hen. Wie kann ich mich an etwas erfreu­en, ohne es zu brau­chen? Was brau­che ich, um mich gut zu füh­len? Ein Weg kann ein Ver­zicht von 48 Stun­den sein. Bist du bereits nach 24 Stun­den unru­hig, ner­vös und schlecht gelaunt, dann hat die­se Gewohn­heit eine Sucht­ten­denz. Wenn du etwas ver­misst, aber wei­ter­hin pro­duk­tiv bist, dann ist es eine Gewohn­heit, an der du dich erfreust.

Wenn sich Men­schen ihres «frui» bewusst sind, dann ver­än­dert dies radi­kal den Umgang mit allem ande­ren. Dann kön­nen Jesus­nach­fol­ger Din­ge mit einer Leich­tig­keit benut­zen und sich dar­an erfreu­en und sie auch wie­der los­las­sen. Denn sie wis­sen, der wah­re Genuss ist bei Gott zu fin­den. Jeder irdi­sche Genuss kann dir genom­men wer­den und wird dir schluss­end­lich auch genom­men! Wenn ich Ein­fach­heit in die­sem Bereich übe, kann mir dies hel­fen, «uti» und «frui» nicht zu ver­wech­seln. Es hilft mir, mich an end­li­chen Din­gen zu erfreu­en und Gott zu geniessen.

Unsere rebellische Natur

In der Text­le­sung haben wir Gala­ter 5,13–26 gehört. Ich will nun in den nächs­ten bei­den Punk­ten mehr dar­auf ein­ge­hen. Pau­lus unter­schei­det ein Leben in sün­di­ger Natur und dem­je­ni­gen von einem Leben im Hei­li­gen Geist. Die sün­di­ge Natur wird auch als Leben im Fleisch bezeich­net. Es macht deut­lich, dass es irdisch und getrie­ben davon ist, geschaf­fe­ne Din­ge zum «frui» zu machen. Das Fleisch ändert sich nicht, unab­hän­gig davon, ob jemand Jesus nach­folgt oder nicht. Das Fleisch treibt uns Men­schen an, an uns selbst zu den­ken. Die Lis­te, wel­che vor allem eine Auf­lis­tung davon ist, was pas­siert, wenn Men­schen Din­ge des «uti» zum «frui» machen, macht kei­ne sub­jek­ti­ve Aus­sa­ge! Wes­sen Leben von die­sen Din­gen gekenn­zeich­net ist, wird das Reich Got­tes nicht erben! Denn er macht etwas Geschöpf­li­ches zum «frui» und ist auf Genuss­be­frie­di­gung aus, anstatt Gott zum «frui» zu machen. Also das letz­te und ein­zi­ge Ziel mei­nes Genus­ses, wel­cher von Lie­be getrie­ben ist.

Das Pro­blem von uns Men­schen ist, dass wir so sehr nach Genuss suchen, aber in der Regel in irdi­schen Din­gen suchen. So ren­nen wir von einem ver­meint­li­chen Genuss zum nächs­ten, erken­nen aber nicht, dass wir «uti» zum «frui» machen. «Dro­gen und Alko­hol sind nicht mein Pro­blem. Die Wirk­lich­keit ist mein Pro­blem. Dro­gen und Alko­hol sind für mich die Lösung, um das Loch in mir zu fül­len» (Rus­sel Brand). Pau­lus nennt das Ergeb­nis einer sol­chen Suche das Werk der sün­di­gen Natur, das Fleisch. Die­se sind leicht wahr­zu­neh­men. Sie sind laut, lär­mig, stö­rend. Wol­len wir wirk­lich in einer sol­chen Welt leben, in der so mit­ein­an­der umge­gan­gen wird? Ein Leben unter sün­di­ger Natur, getrie­ben vom fal­schen Genuss, wird Fol­gen zei­gen. Unweigerlich!

Ich bin ein Mensch, der Angst hat, etwas zu ver­pas­sen. Die Ein­fach­heit tritt dem ent­ge­gen. Des­halb Gott zu mei­nem «frui» machen und sich an geschaf­fe­nen Din­gen erfreu­en. Oder in ande­ren Wor­ten: Lust­ge­trie­be­nes Leben wird mich nicht ans Ziel brin­gen, aber chris­tus­zen­trier­tes Leben schon! «Hört auf, die­se Welt und das, was sie euch anbie­tet, zu lie­ben! Denn wer die Welt liebt, zeigt, dass die Lie­be des Vaters nicht in ihm ist» (1. Johan­nes 2,15 NLB). Die Erkennt­nis, dass ich in Rebel­li­on zu Gott ste­he, soll­te mich immer wie­der zur Bus­se bringen.

Vom Geist erfüllt leben

«Das Pro­blem des christ­li­chen Lebens beruht auf der Tat­sa­che, dass der Christ, solan­ge er in die­ser Welt lebt, sozu­sa­gen aus zwei Bäu­men besteht – aus dem alten Baum des Flei­sches und dem neu­en Baum der gött­li­chen Natur, die durch die Wie­der­ge­burt ein­ge­pfropft wur­de. Das Pro­blem besteht nun dar­in, wie der alte Baum unfrucht­bar bleibt und der neue dage­gen Früch­te bringt. Das Pro­blem wird durch einen Wan­del im Geist gelöst» (Cyrus I. Scofield).

Jesus­nach­fol­ger sol­len ein vom Hei­li­gen Geist erfüll­tes Leben füh­ren. «Wenn dage­gen der Hei­li­ge Geist unser Leben beherrscht, wird er ganz ande­re Frucht in uns wach­sen las­sen: Lie­be, Freu­de, Frie­den, Geduld, Freund­lich­keit, Güte, Treue, Sanft­mut und Selbst­be­herr­schung. Nichts davon steht im Wider­spruch zum Gesetz» (Галатам 5:22–23 NLB).

Die­se Frucht ist geprägt vom «frui». Wenn alles von Gott abhängt, dann durch­dringt dies mein gan­zes Ver­hal­ten. Der Hei­li­ge Geist bringt die­se her­vor und hat es in sich! «Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gege­ben, son­dern einen Geist der Kraft, der Lie­be und der Beson­nen­heit» (2. Timo­theus 1,7 NLB). Span­nend ist, dass Frucht in der Ein­zahl steht. Es gibt nicht meh­re­re Früch­te, son­dern nur eine – Jesus Chris­tus ähn­li­cher zu wer­den. Der Hei­li­ge Geist hilft uns dabei. Die Frucht unter­schei­det sich dabei mas­siv von den Wer­ken. Denn eine Frucht wächst still. Wer wur­de schon ein­mal vom Lärm einer rei­fen­den Frucht abge­lenkt? Das Wach­sen voll­zieht sich ohne Geräusch. Die­se Frucht hat ein Ziel und ist auf das «frui» hin ausgerichtet.

Das Ja zu Jesus als die­sem «frui» ist ein Nein zu geschaf­fe­nen Din­gen, wel­che zum «frui» wer­den wol­len. «Die­je­ni­gen, die zu Chris­tus Jesus gehö­ren, haben die Lei­den­schaf­ten und Begier­den ihrer sün­di­gen Natur an sein Kreuz geschla­gen» (Gala­ter 5,24 NLB). Wenn Chris­tus mein «frui» ist, dann las­se ich alle Berei­che mei­nes Lebens durch ihn bestim­men. Dies ist die Auf­for­de­rung im Abschnitt von Gala­ter 5,13–26. Kei­ne Auf­for­de­rung, Frucht zu brin­gen, son­dern durch den Hei­li­gen Geist zu leben! Statt uns die fleisch­li­che Natur zu neh­men, hat uns Gott den Hei­li­gen Geist gege­ben. Daher ist es ein stän­di­ger Kampf. Vom Geist erfüllt leben, heisst, ihm zu erlau­ben, sei­ne Absich­ten aus­zu­füh­ren, wel­che gegen unse­re Natur ste­hen. «Da wir also durch ´Got­tes Geist´ ein neu­es Leben haben, wol­len wir uns jetzt auch auf Schritt und Tritt von die­sem Geist bestim­men las­sen» (Gala­ter 5,25 NGÜ).

Ein­fach­heit des Genus­ses bedeu­tet, dort Ein­fluss zu neh­men, wo ich dies kann, damit ich dort etwas errei­che, wo es nicht mehr in mei­ner Hand liegt. Din­ge als «uti» zu sehen und zum grös­se­ren Ziel, zu Gott hin, dem «frui», zu gebrau­chen. Heu­te ist nicht nur Dank- und Buss­tag, son­dern auch Bet­tag. Bit­te um die Füh­rung des Hei­li­gen Geis­tes, dass er dich führt und leitet.

Heu­te fei­ern wir gemein­sam das Abend­mahl. Es ist der Ort, an dem das «uti» und «frui» zusam­men­kom­men. Bei der Ein­nah­me des Abend­mahls erfreu­en wir uns am Brot und am Trau­ben­saft und genies­sen es im Hin­blick auf Jesus Chris­tus, wel­cher am Kreuz gestor­ben ist. An das glei­che Kreuz schla­gen wir auch unse­re Lei­den­schaf­ten und Begier­den. Die Ein­nah­me des Abend­mahls zeigt: Jesus Chris­tus ist mein «frui»! Ich kann an der gött­li­chen Wirk­lich­keit in dem Moment teilhaben.

 

Возможные вопросы для малой группы

Bibel­text lesen: Gala­ter 5,13–26

  1. Was bedeu­tet für dich per­sön­lich die Aus­sa­ge: «Ein­fach­heit ist nicht das Ziel, son­dern eine Hil­fe, mit unse­rem gan­zen Leben Gott zu ehren»?Wo erlebst du das in dei­nem Alltag?
  2. Gala­ter 5 beschreibt Frei­heit nicht als «Ich kann tun, was ich will», son­dern als Frei­heit, zu lie­ben und zu die­nen. Wo erlebst du die­se Frei­heit in dei­nem Leben – und wo wird Frei­heit schnell zu Selbstbefriedigung?
  3. Wel­che Din­ge in dei­nem Leben kön­nen dir Freu­de und Genuss schen­ken, lau­fen aber Gefahr, einen zu gros­sen Stel­len­wert zu bekom­men? Wor­an wür­dest du mer­ken, dass etwas von einem guten Geschenk zu einem «Ersatz für Gott» wird?
  4. Pau­lus beschreibt in Gala­ter 5,19–21 kon­kre­te Aus­wir­kun­gen eines Lebens, das von der sün­di­gen Natur bestimmt wird. Wel­che die­ser Hal­tun­gen oder Ver­hal­tens­wei­sen erkennst du beson­ders als Her­aus­for­de­rung für dich?
  5. Die Frucht des Geis­tes wächst – sie wird nicht ein­fach pro­du­ziert. Wel­che der genann­ten Früch­te (Lie­be, Freu­de, Frie­den, Geduld, Freund­lich­keit, Güte, Treue, Sanft­mut, Selbst­be­herr­schung) möch­test du gera­de beson­ders vom Hei­li­gen Geist in dir wach­sen sehen? Warum?
  6. Was könn­te es ganz prak­tisch bedeu­ten, in den nächs­ten Tagen etwas weni­ger fest­hal­ten zu wol­len und Gott mehr zu ver­trau­en? Gibt es einen kon­kre­ten Bereich, in dem ein bewuss­ter Ver­zicht oder eine neue Gewohn­heit hilf­reich wäre?
  7. Gala­ter 5,25 sagt: «Da wir also durch Got­tes Geist ein neu­es Leben haben, wol­len wir uns jetzt auch auf Schritt und Tritt von die­sem Geist bestim­men las­sen.» Was könn­te ein kon­kre­ter Schritt sein, durch den du dem Hei­li­gen Geist in dei­nem All­tag mehr Raum gibst?