Semplicità | Il linguaggio del cuore

Data: 30. Agos­to 2026 | Pre­di­ca­to­re:
Serie: | Tes­to bibli­co: Lukas 6,43–45
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Unse­re Wor­te haben Macht. Sie kön­nen auf­bau­en und ermu­ti­gen, aber genau­so ver­let­zen und ent­mu­ti­gen. Oft sagen wir mit unse­rer Spra­che mehr über uns selbst aus, als uns bewusst ist – denn unse­re Wor­te kom­men aus unse­rem Her­zen. Was wir sagen, ver­rät, was uns wich­tig ist, wer wir sind und wor­auf wir unser Leben aus­rich­ten. Des­halb lohnt es sich, genau­er hin­zu­schau­en: Was füllt unser Herz – und wie kön­nen unse­re Wor­te immer mehr von Jesus geprägt sein?


Ein Mensch spricht durch­schnitt­lich 13‘000 Wör­ter am Tag. Dies fand eine Stu­die her­aus, die Audio­da­tei­en von 2‘197 Per­so­nen unter­such­te. Und ja, sta­tis­tisch gese­hen stimmt es, dass Frau­en mehr spre­chen als Män­ner. Im Durch­schnitt etwa 1‘500 Wör­ter mehr am Tag. Doch der grös­se­re Unter­schied liegt bei den ein­zel­nen Per­so­nen – von 100 bis zu 120‘000 Wör­tern am Tag! Auch die Gene­ra­tio­nen spre­chen unter­schied­lich viel. Jugend­li­che (10–17-Jährige) ca. 8‘900 Wör­ter. Jun­ge Erwach­se­ne (18–24-Jährige) ca. 12‘200 Wör­ter. Erwach­se­ne (25–64-Jährige) ca. 16‘500 Wör­ter. Älte­re Erwach­se­ne (65+) ca. 9‘450 Wör­ter. Wir haben also 100 bis 120‘000 Mög­lich­kei­ten pro Tag, um eini­ges zu bewir­ken – posi­tiv oder negativ!

Einfachheit

Wie bei allen Din­gen, die wir die­ses Jahr behan­deln, ist nicht das, wor­über wir spre­chen, das pri­mä­re Ziel, son­dern es geht dar­um, Jesus nahe zu sein und so zu wer­den wie er! Sich in Ein­fach­heit zu üben, ist kein Selbst­zweck, son­dern eine Hil­fe. Wenn wir uns mit Ein­fach­heit befas­sen, dann geht es um die Fra­ge: «Was besitzt mein Herz?» Besitz ist hier ein sehr wich­ti­ges The­ma, gehe aber nur sehr am Ran­de in der nächs­ten Pre­digt dar­auf ein. Wenn dich die­ses The­ma mehr inter­es­siert, kannst du ger­ne die Serie über Besitz und Glau­be vor knapp einem Jahr suchen.

Bei der Ein­fach­heit geht es im Kern um die Fra­ge der Iden­ti­tät. Wer bin ich? Was macht mich aus? Wer bestimmt mei­nen Wert? Selbst­ge­wähl­te Ein­fach­heit zwingt uns, unse­re Iden­ti­tät nicht von äus­se­ren Din­gen abhän­gig zu machen! Das Gegen­teil von Ein­fach­heit ist nicht Kom­ple­xi­tät. Unser Leben in der heu­ti­gen Welt ist kom­plex und dies wird nicht ein­fach weni­ger, wenn wir ein­fa­cher leben. Das Gegen­teil von einem Leben, das von Ein­fach­heit geprägt ist, ist ein fla­ches, seich­tes, ober­fläch­li­ches Leben.

In der Pre­digt­se­rie tau­chen wir in drei The­men ein und alle haben mit dem mensch­li­chen Her­zen zu tun. Heu­te star­ten wir mit der Spra­che. Denn die­se ist der direk­te Draht zu unse­rem Her­zen. Nächs­ten Sonn­tag spre­chen wir über Klei­der. Wie das Sprich­wort sagt: «Klei­der machen Leu­te.» Unser mensch­li­cher Bezug zu Klei­dung hat viel mit unse­rem Her­zen zu tun. Die letz­te Pre­digt han­delt von der Ein­fach­heit des Genus­ses. Wir wol­len uns auf die Suche nach ech­tem Genuss machen.

Cuore

«Vor allem aber behü­te dein Herz, denn dein Herz beein­flusst dein gan­zes Leben» (Sprü­che 4,23 NLB). Das mensch­li­che Herz wird als Sitz der mensch­li­chen Gedan­ken (Geist), der Wil­lens­kraft, Emo­tio­nen und des Rechts- und Unrechts­be­wusst­seins (Gewis­sen) ver­stan­den. Es ist nicht bloss eine ana­to­mi­sche Pum­pe, son­dern das Zen­trum der Per­son! Unse­re Spra­che ist dort ver­or­tet! Sie zeigt, was uns wich­tig ist! Wie wir den­ken! Wer wir sind!

Spra­che macht dies immer: Egal ob im Stress, in der Fami­lie, bei einem Bank­ge­spräch für eine Hypo­thek, im Vor­stel­lungs­ge­spräch, im Aus­tausch mit Vor­ge­setz­ten, auf Insta­gram, in Gesprä­chen in der Kir­che. Sie offen­bart uns! Je nach Situa­ti­on schmei­chelt, pro­vo­ziert, kon­fron­tiert, bestärkt, beschö­nigt etc. die Spra­che. Sie offen­bart, wel­ches Bild wir ger­ne abge­ben möchten!

Das Herz ist immens wich­tig. Denn «Ein guter Baum kann kei­ne schlech­ten Früch­te tra­gen und ein schlech­ter Baum kei­ne guten. Man erkennt einen Baum an sei­ner Frucht. Fei­gen wach­sen nicht an Dor­nen­sträu­chern und Wein­trau­ben nicht an Brom­beer­bü­schen» (Lukas 6,43–44 NLB). Ein guter Baum ist sei­nem Wesen nach gut. Dies zeigt sich auch an sei­ner Frucht. Was heisst denn Frucht? Es bedeu­tet die Aus­wir­kun­gen des Lebens eines Men­schen. Dies zeigt sich am Reden, in den Taten und an dem, was dar­aus entsteht.

Nun wol­len wir noch in den zen­tra­len Vers 45 ein­tau­chen. «Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz sei­nes Her­zens das Gute her­vor, und der böse bringt aus dem bösen das Böse her­vor; denn aus der Fül­le des Her­zens redet sein Mund» (Lukas 6,45 ELB). Die­ser Vers sagt uns zwei Din­ge über das mensch­li­che Herz. Ers­tens ist es ein Schatz, etwas mit unge­heu­rem Poten­zi­al und Wert. Zwei­tens ist es uner­gründ­lich. Die Fül­le des Her­zens zeigt, dass dort unzäh­li­ge Gedan­ken und Gefüh­le ver­bor­gen lie­gen. Beob­ach­te mal zwei frisch Ver­lieb­te (egal wel­chen Alters).

Die unge­heu­re Men­ge der Gedan­ken und Gefüh­le steht aus­ser Fra­ge! Doch ob es ein wert­vol­ler Schatz ist, das ist die zen­tra­le Fra­ge. Womit ich mich befas­se und beschäf­ti­ge, das prägt mein Herz! Vor kur­zem ist mir auf­ge­fal­len, wie sexu­ell auf­ge­la­den die meis­ten unse­rer Fil­me und Seri­en sind. Wenn ich mich damit befas­se, beein­flusst es mein Den­ken. In der Kir­che, in der ich auf­ge­wach­sen war, gab es eine eng­lisch­spra­chi­ge Fami­lie, wel­che sag­te, dass sie zu Hau­se nie Radio hören, weil so viel eng­lisch­spra­chi­ge Musik kommt und ihre Kin­der dies ver­ste­hen und anfan­gen, so zu reden. Damals lach­te ich – heu­te nicht mehr. Ab und zu kon­sul­tie­re ich aus Inter­es­se Immo­bi­li­en­such­sei­ten. Je mehr ich dies tue, des­to mehr kommt der Gedan­ke, dass wir unbe­dingt ein eige­nes Haus haben müs­sen! Mit den vie­len Apps mei­nes Smart­phones kann ich täg­lich die Ver­än­de­run­gen mei­ner Alters­vor­sor­ge nach­ver­fol­gen. Schnell mer­ke ich, wie sich Zukunfts­ängs­te breit machen wollen.

Ach­tung: Sage nicht: Kün­di­ge Net­flix, hör nur noch christ­li­che Musik, habe kein eige­nes Haus, inves­tie­re nicht in die Zukunft. Was ich damit unter­strei­chen möch­te, ist: Womit ich mich beschäf­ti­ge, das prägt mich! Unweigerlich!

Lingua

Um beim Bild des Bau­mes zu blei­ben: Die Frucht ist unaus­weich­lich. Die Fra­ge liegt dar­in, ob sie gut oder böse ist. Und die­se Fra­ge ent­schei­det sich im Her­zen. Dar­in, was dir wich­tig ist! Dar­in, wer du bist! Wenn dein Wert von bestimm­ten Din­gen abhängt, wirst du alles dar­an set­zen, dies zu erhal­ten. Wenn dein Wert von dem abhängt, was Gott über dich sagt, wirst du alles dar­an set­zen, ihn zu ehren. Wie erkennst du, ob etwas ande­res in dei­nem Her­zen wich­tig ist? Beob­ach­te dei­ne Spra­che! Die Spra­che ver­rät dich! Immer! Will ich jeman­den impo­nie­ren? «Sor­ry, ich habe es nicht so gemeint» – doch (wenn wir ehr­lich zu uns selbst sind)! Will ich mich bes­ser füh­len? Bin ich nur auf mich bedacht?

Die heu­ti­ge Pre­digt ist eine Ein­la­dung, dei­ne Spra­che in dei­ne Nach­fol­ge zu Jesus zu stel­len. Dies betrifft eini­ge mehr als ande­re. Ich gel­te als sehr extro­ver­tiert und Leu­te wie ich haben hier sicher­lich eine grös­se­re Herausforderung.

Denn wenn wir über Spra­che reden – geht es auch dar­um, weni­ger zu spre­chen. Dies ist der ers­te Punkt. Weni­ger Spre­chen bedeu­tet weni­ger sün­di­gen. «Rede nicht zu viel, denn das führt zur Sün­de. Sei klug und hal­te dich mit dei­nen Wor­ten zurück!» (Sprü­che 10,19 NLB). Sün­de meint Ziel­ver­feh­lung. Das Ziel ist es, mit mei­ner Spra­che Gott zu ehren! Sün­de meint Ziel­ver­feh­lung. Ziel ist es, mit mei­ner Spra­che Gott zu ehren. Daher die­ser Rat­schlag: Wenn ich weni­ger spre­che, kann ich auch weni­ger sagen, was die­sem Ziel nicht ent­spricht. Aus­ser­dem hören uns Leu­te auch zu, wenn wir nicht stän­dig selbst spre­chen. Wei­ter kre­ieren wir Räu­me für ande­re zum Spre­chen. Vie­le, ich ein­ge­schlos­sen, möch­ten inter­es­sant sein. Was wäre, wenn wir dage­gen inter­es­siert sind?

Zwei­tens gilt es, Wahr­heit zu spre­chen. Wir sol­len kei­ne Lügen erzäh­len, ist für vie­le klar. Aber den­noch geschieht oft, dass wir nicht die gan­ze Wahr­heit sagen, Din­ge weg­las­sen oder beschö­ni­gen. In der Regel lügen wir aus zwei Grün­den: «Ich habe Angst» oder «Ich will». Daher gilt es, in unse­rer Spra­che klar zu sein. Sagen, was wir wol­len, nicht mani­pu­lie­ren. «Sagt ein­fach ›Ja‹ oder ›Nein‹. Jedes Wort dar­über hin­aus ist vom Bösen» (Mat­thä­us 5,37 NLB).

Zu guter Letzt gilt es, mit unse­ren Wor­ten zu seg­nen und nicht zu ver­flu­chen. Nicht Glei­ches mit Glei­chem heim­zah­len. «Wenn ihr ver­folgt wer­det, weil ihr zu Chris­tus gehört, dann ver­flucht eure Ver­fol­ger nicht, son­dern erbit­tet den Segen Got­tes für sie» (Römer 12,14 NLB).

Als guter Grund­satz beim Über­le­gen, wie gespro­chen wird, ist die­ser Vers weg­wei­send. «Ver­zich­tet auf schlech­tes Gere­de, son­dern was ihr redet, soll für ande­re gut und auf­bau­end sein, damit sie im Glau­ben ermu­tigt wer­den»(Ephe­ser 4,29 NLB). Hier steht für «schlech­tes» das glei­che Wort wie für eine schlech­te Frucht: faul, ver­dor­ben. Unse­re Wor­te sol­len auf­bau­en, nicht nie­der­reis­sen; sol­len ermu­ti­gen, nicht ent­mu­ti­gen; sol­len auf Gott hinweisen.

Herz­li­che Ein­la­dung, dir zu über­le­gen, was du dir nächs­te Woche vor­nimmst. Ziel ist nicht die­se Übung. Son­dern das Ziel ist es, Jesus in mei­ner Spra­che Raum zu geben. Ver­su­chen zu spre­chen, wie Jesus, wird uns zwangs­läu­fig in die Arme von Jesus brin­gen. Denn wenn ich mir sei­ne Prä­gung für mein Leben wün­sche, dann wer­de ich mich mit ihm beschäftigen!

Possibili domande per il piccolo gruppo

Bibel­text lesen: Lukas 6,43–45

  1. Wel­che Aus­sa­ge oder wel­cher Gedan­ke aus der Pre­digt ist dir beson­ders geblie­ben – und warum?
  2. Lukas 6,45 sagt: «Denn aus der Fül­le des Her­zens redet sein Mund.» Was ver­rät dei­ne Spra­che dei­ner Mei­nung nach über dein Herz? Gibt es etwas, das dir durch dei­ne eige­nen Wor­te schon ein­mal über dich selbst bewusst gewor­den ist?
  3. In wel­chen Situa­tio­nen merkst du, dass dei­ne Spra­che beson­ders schnell «aus dem Her­zen schiesst»? Zum Bei­spiel bei Stress, in der Fami­lie, bei Kon­flik­ten, im Beruf oder online.
  4. Wel­cher der drei Punk­te for­dert dich am meis­ten her­aus: weni­ger spre­chen, Wahr­heit spre­chen oder mit Wor­ten seg­nen? War­um gera­de dieser?
  5. Gibt es Wor­te, die dir jemand ein­mal gesagt hat und die dich bis heu­te prä­gen – im Guten oder im Schlech­ten? Was hat die­se Wor­te so mäch­tig gemacht?
  6. Was füllt dein Herz im Moment beson­ders stark? Wel­che Men­schen, Medi­en, Gesprä­che, Gedan­ken oder The­men prä­gen dich – und wie könn­te sich das auf dei­ne Spra­che auswirken?
  7. Wenn du Jesus in dei­ner Spra­che mehr Raum geben möch­test: Was wäre ein kon­kre­ter Schritt, den du die­se Woche aus­pro­bie­ren möch­test? Zum Bei­spiel bewuss­ter zuhö­ren, weni­ger reden, ehr­lich etwas anspre­chen, jeman­den ermu­ti­gen oder auf eine ver­let­zen­de Ant­wort verzichten.