Дата: 4. Октябрь 2026 | Проповедник:
Серия: | Библейский текст: Mar­kus 4, 35–41
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Die Jün­ger sind im Boot und den­noch kommt ein Sturm auf, der lebens­be­droh­lich wird, wäh­rend Jesus schläft. Wie geht es, in der glei­chen Situa­ti­on zwei so unter­schied­li­che Wahr­neh­mun­gen zu haben und Hal­tun­gen ein­zu­neh­men. Der Text wirft Fra­gen auf und gibt Aus­kunft. Die Schlüs­sel­fra­ge ist: Ken­nen wir Jesus?


Die Ausgangslage

«Als es Abend wur­de, sag­te Jesus zu sei­nen Jün­gern: »Wir wol­len auf die ande­re Sei­te des Sees fah­ren.« Jesus war schon im Boot. So ent­lie­ßen die Jün­ger die Men­ge, stie­gen zu ihm ins Boot und fuh­ren los. Eini­ge ande­re Boo­te fuh­ren mit ihnen» (Mar­kus 4,35–36 NLB).

Jesus hat­te vor­her aus einem Boot her­aus eine gros­se Men­schen­men­ge mit vie­len Gleich­nis­sen belehrt. Als es Abend wird, for­dert er nun auf, mit IHM ans ande­re Ufer zu gehen. Die Jün­ger kom­men in das Boot von Jesus. Ande­re – ohne Jesus – machen sich auf den­sel­ben Weg.

Wie schon frü­her erwähnt, glau­be ich, dass die­se Schil­de­run­gen nicht nur kon­kre­te Situa­tio­nen beschrei­ben, son­dern auch bild­haft auf Sach­ver­hal­te hin­wei­sen. Wie weit die Inter­pre­ta­tio­nen stim­men, über­las­se ich ger­ne euch.

Boo­te, die sich über das Was­ser an ande­re Ufer bewe­gen, sind für mich ein Bild auf Men­schen­le­ben, die sich auf eine jen­sei­ti­ge Zukunft hinbewegen.

Hier ruft Jesus auf: Komm mit mir ins Boot zum ande­ren Ufer. Als Men­schen, die mit Jesus unter­wegs sind, haben wir die Ver­heis­sung des ewi­gen Lebens in Gemein­schaft mit dem all­mäch­ti­gen, uns lie­ben­den Vater und sei­nem Sohn.

Komm mit mir ins Boot. Heisst: Lass mich in dein Leben und lass zu, dass ich dich zum guten Ziel führe.

Wie damals gibt es drei Parteien:

  • Jene die am einen Ufer ste­hen blei­ben – die gros­se Menge
  • Jene, die ohne Chris­tus unter­wegs sind – eini­ge Schiffe
  • Jene, die mit Chris­tus im sel­ben Boot sind – 12 Jünger

Zu wel­cher Grup­pe gehörst du?

Der Sturm

«Doch bald dar­auf erhob sich ein hef­ti­ger Sturm, und hohe Wel­len schlu­gen ins Boot, bis es fast ganz voll Was­ser gelau­fen war» (Mar­kus 4,37 NLB).

Bald, zeit­nah erhebt sich ein hef­ti­ger Sturm, hohe Wel­le schla­gen ins Boot, dass fast schon voll­ge­lau­fen ist und zu ken­tern droht…

Was ist los? Da sind die Jün­ger mit Jesus unter­wegs – also auf dem rich­ti­gen Weg und den­noch kommt ein Sturm auf, der das Boot voll­lau­fen lässt?

Das ist eine Fra­ge, die uns wahr­schein­lich auch manch­mal umtreibt. Jetzt sind wir mit dem Schöp­fer von Him­mer und Erde unter­wegs. Wir haben Jesus im Her­zen und den­noch schla­gen Lebens­wel­len in unser Lebens­boot. Lebens­wel­len, die mein Boot fül­len und es sogar zum Ken­tern brin­gen könn­ten. Wie­so habe ich als Christ Pro­ble­me, die­sel­ben Pro­ble­me, wie jene, die ohne Chris­tus im Boot unter­wegs sind?

Und noch etwas zwei­tes. Wäre es nicht bes­ser, wenn man am Ufer auf siche­rem Grund ste­hen geblie­ben wäre. War es ein Feh­ler mit Chris­tus ins Boot zu gehen, die Com­fort-Zone des siche­ren Ufers zu verlassen?

Geht es uns manch­mal auch so, dass wir uns fra­gen, wes­halb die­ses oder jenes Pro­blem, die­se Krank­heit, jene Berufs­her­aus­for­de­rung usw. uns trifft?

Und es wird noch schlimmer…

Jesus schläft

«Wäh­rend­des­sen schlief Jesus hin­ten im Boot mit dem Kopf auf einem Kis­sen. In ihrer Ver­zweif­lung weck­ten sie ihn schließ­lich und rie­fen: »Leh­rer, macht es dir denn gar nichts aus, dass wir umkom­men?« (Mar­kus 4,39 NLB)

Was…! Die Jün­ger von Jesus gehen fast unter und Jesus schläft? Und noch mehr. Es schläft nicht irgend­wie, son­dern auf einem Kis­sen. Wie kann es Jesus bequem haben, wenn sei­ne Jün­ger unter­zu­ge­hen drohen?

Leh­rer, ist es dir egal, dass wir sterben?

Wo sind jetzt die Wor­te der Lie­be? Was nützt es mir, wenn ich Ver­spre­chun­gen der Für­sor­ge und Zuwen­dung habe, im All­tag aber umzu­kom­men drohe.

Oder: Ist Jesus eigent­lich hier? Inter­es­siert er sich für mei­ne Pro­ble­me, für mei­ne Welt?

Oder: Ich weiss, dass Jesus in mei­nem Lebens­boot ist, aber ich spür ihn nicht, ich mer­ke nicht, dass er bei mir ist. Nimmt er über­haupt wahr, wie es mir geht und was mich bewegt?

Das Span­nungs­feld zwi­schen dro­hen­dem Ken­tern und dem Kis­sen­schlaf Got­tes im sel­ben Boot scheint gross und wir kön­nen wahr­schein­lich nach­voll­zie­hen, wie es den Jün­gern geht, bzw. geht es uns manch­mal genau gleich.

Zwei Blickwinkel auf dieselbe Situation

Der schla­fen­de Jesus und die ver­zwei­fel­ten Jün­ger zei­gen aber auch etwas ande­res. Es gibt auf die­sel­be Lebens­si­tua­ti­on zwei Blick­win­kel: Eine gött­li­che Sicht und eine mensch­li­che Sicht.

Die gött­li­che Sicht auf die Situa­ti­on ist so, dass man bequem und ruhig schla­fen kann. Die mensch­li­che Sicht ist der Kampf ums nack­te Überleben.

Wie konn­te Jesus in die­ser Situa­ti­on ruhig schlafen?

Die Handlungsmacht Jesu

Jesus erwach­te, bedroh­te den Wind und befahl dem Was­ser: »Schweig! Sei still!« Sogleich leg­te sich der Wind, und es herrsch­te tie­fe Stil­le» (Mar­kus 4,40 NLB).

Jesus beginnt zu han­deln. Er bringt die unsicht­ba­re Bedro­hung und die sicht­ba­re Bedro­hung zum Schwei­gen. Sofort, voll­stän­dig. Er beherrscht die Ursa­chen unse­res Elends (Wind) genau­so wie die Aus­wir­kun­gen (Was­ser). Jesus das Wort, dass die Welt geschaf­fen hat, gibt einen Befehl und die Situa­ti­on ver­än­dert sich radi­kal von der Rea­li­tät des Blick­win­kels der Jün­ger (Lebens­be­dro­hung) in die Rea­li­tät des Blick­win­kel Got­tes (fried­li­che Ruhe).

Jesus, hier noch als Mensch auf der Erde, zeigt sei­ne Gött­lich­keit. Er kann alles, sofort – und er will das auch und tut es auch. Die­ser Jesus wohnt durch sei­nen Geist in den Her­zen jener, die ihm das Leben gege­ben haben und sich von ihm lie­ben las­sen wollen.

Gibt es Zwei­fel an der Lie­be, gibt es Zwei­fel an der Macht? Nein. Pau­lus hat das ver­stan­den und so beschrieben:

«Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann da noch gegen uns sein? Gott hat nicht ein­mal sei­nen eige­nen Sohn ver­schont, son­dern hat ihn für uns alle gege­ben. Und wenn Gott uns Chris­tus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles ande­re schen­ken? Wer wagt es, gegen die Ankla­ge zu erhe­ben, die von Gott aus­er­wählt wur­den? Gott selbst ist ja der, der sie gerecht spricht. Wer soll­te uns ver­ur­tei­len? Chris­tus Jesus selbst ist ja für uns gestor­ben. Mehr noch, er ist der Auf­er­stan­de­ne. Er sitzt auf dem Ehren­platz zur rech­ten Sei­te Got­tes und tritt für uns ein. Kann uns noch irgend­et­was von der Lie­be tren­nen, die Chris­tus zu uns hat? Wenn wir viel­leicht in Not oder Angst gera­ten, ver­folgt wer­den, hun­gern, frie­ren, in Gefahr sind oder sogar vom Tod bedroht wer­den? Schon in der Schrift heißt es: »Weil wir an dir fest­hal­ten, wer­den wir jeden Tag getö­tet, wir wer­den geschlach­tet wie Scha­fe.« Aber trotz all dem tra­gen wir einen über­wäl­ti­gen­den Sieg davon durch Chris­tus, der uns geliebt hat. Ich bin über­zeugt: Nichts kann uns von sei­ner Lie­be tren­nen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mäch­te, weder unse­re Ängs­te in der Gegen­wart noch unse­re Sor­gen um die Zukunft, ja nicht ein­mal die Mäch­te der Höl­le kön­nen uns von der Lie­be Got­tes tren­nen» (Römer 8,31–38 NLB).

Das ist eine Rea­li­tät, das ist wahr. Die Fra­ge ist, ob wir in die­ser Rea­li­tät Got­tes  leben oder ob wir die mensch­li­che Sicht unse­rer eige­nen begrenz­ten Mög­lich­kei­ten in unse­rem Leben herr­schen lassen.

Was will Jesus über Vertrauen lehren?

Das ist auch die Fra­ge, wel­che Jesus sei­nen Jün­gern stell.

«Und er frag­te die Jün­ger: »War­um seid ihr so ängst­lich? Habt ihr immer noch kei­nen Glau­ben?« Voll Furcht sag­ten sie zuein­an­der: »Wer ist die­ser Mann, dass ihm sogar Wind und Wel­len gehor­chen?« (Mar­kus 4,41 NLB)

War­um seid ihr so ängst­lich. Wie­so bin ich ängst­lich, wie­so sind wir, die wir Chris­tus haben, ängstlich.

Nichts kann uns von Jesus und sei­ner Lie­be tren­nen. Nicht mal der Tod. Wir kön­nen zuver­sicht­lich ster­ben. Wir kön­nen zuver­sicht­lich in den All­tag gehen. Jesus ist immer bei uns mit sei­ner Lie­be (Moti­va­ti­on) und mit sei­nen Mög­lich­kei­ten (Macht und Stärke).

Der Schlüs­sel zu einem sieg­rei­chen Leben in Chris­tus wird uns in der Fra­ge der Jün­ger dar­ge­legt: «Wer ist die­ser Mann».

Das ist die Schlüs­sel­fra­ge, vor der jeder Mensch in sei­nem Leben steht. «Wer ist die­ser Mann, Jesus».

Ken­nen wir Jesus aus­rei­chend. Ver­ste­hen wir, wie stark uns Vater und Sohn lie­ben? Erken­nen wir die Gegen­wart, Macht und Stär­ke Jesu?

Machen wir uns auf, Jesus neu oder bes­ser ken­nen zu ler­nen. Machen wir uns auf, wie­der neu Mut auf sei­ne Gegen­wart und Lie­be zu set­zen. Las­sen wir uns ermu­ti­gen, unse­re Lebens­si­tua­tio­nen aus dem Blick­win­kel Got­tes zu sehen.

Noch ein letztes Wort

Die ande­ren Boo­te haben Sturm und Elend wie auch voll­stän­di­ge Ruhe mit­er­lebt. Sie haben aber nicht direkt erlebt, dass es Jesus war. Wenn Jesus in unse­rem Leben Sieg und Ruhe gibt, wer­den das ande­re mitkriegen.

Die­se Ruhe im Sturm hat die Men­schen­men­ge, die am Ufer blieb, nur am Ran­de mitgekriegt.

Es sind vor allem jene Men­schen, die auch in Sturm und Wel­len ste­hen, die sich nach Ruhe seh­nen und Chris­tus brauchen.

Возможные вопросы для малой группы

Bibel­text lesen: Mar­kus 4,35–41

  1. Kennst du Sturm-Pha­sen in dei­nem Leben? Und fragst du dich manch­mal, wo Jesus ist, wie­so er nicht handelt?
  2. Wie weit gelingt es dir, in Sturm­pha­sen den Blick­win­kel Got­tes und sei­ner Sou­ve­rä­ni­tät ein­zu­neh­men oder wo stehst du in der Gefahr, mit eige­nen Mit­teln Sturm und Wel­len zu bekämpfen.
  3. Was hin­dert dich dar­an, den Blick­win­kel Got­tes über dei­ne Lebens­si­tua­tio­nen zu stellen.
  4. Was kann man ganz kon­kret tun, um Jesus bes­ser ken­nen­zu­ler­nen um ihm auch mehr ver­trau­en zu können?