Una Chiesa per gli altri | Dio cerca ciò che è perduto

Data: 8. Novembre 2026 | Pre­di­ca­to­re:
Serie: | Tes­to bibli­co: Lukas 19,10
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Jesus sucht und ret­tet Men­schen, die ver­lo­ren sind – unab­hän­gig davon, was ande­re über sie den­ken. Sei­ne Lie­be gilt nicht nur denen, die bereits zu ihm gehö­ren, son­dern gera­de auch denen, die noch fern von ihm sind. Als sei­ne Nach­fol­ger sind wir ein­ge­la­den, die­se Her­zens­hal­tung zu tei­len: nicht nei­disch oder selbst­ge­recht auf die ande­ren zu bli­cken, son­dern uns von Her­zen dar­über zu freu­en, wenn Men­schen von Jesus gefun­den wer­den. Denn auch unse­re eige­ne Geschich­te ist eine Geschich­te davon, dass Gott uns gesucht, gefun­den und geret­tet hat.


Heu­te star­ten wir mit einer neu­en drei­tei­li­gen Serie mit dem Titel «Kir­che für ande­re». Wir wol­len uns gemein­sam Gedan­ken zum Kern­auf­trag der Kir­che machen. Dabei ver­ste­he ich Kir­che als Gemein­schaft der Jesus­nach­fol­ger und nicht bezo­gen auf ein Gebäude.

Gott sucht und rettet was verloren ist

Jesus eckt mit sei­nem Leben und sei­nen Leh­ren an ver­schie­de­nen Din­gen an. Unter ande­rem mit sei­nen Aus­sa­gen zum Lebens­wan­del, sei­ner Kri­tik an reli­gi­ös Selbst­ge­rech­ten und Heuch­lern, dem Ankrei­den fal­scher Ver­ständ­nis­se von Got­tes Gebo­ten und weil er sich mit den fal­schen Men­schen abgibt. Der Fokus der Serie liegt dar­um auch auf den Men­schen, die noch nicht dazugehören.

In der Text­le­sung wer­den uns zwei Kate­go­rien von Men­schen vor­ge­stellt. Auf der einen Sei­te die Steu­er­ein­trei­ber und ande­re, wel­che als Sün­der gel­ten. Die Steu­er­ein­trei­ber sind in der Regel wohl­ha­ben­de, erfolg­rei­che, aber reli­gi­ös und gesell­schaft­lich ver­ach­te­te Men­schen. Sie gehen einer Tätig­keit nach, die ver­pönt ist. Ihr Ziel ist es, um jeden Preis reich zu wer­den. Die­je­ni­gen, die als Sün­der gel­ten, sind Men­schen, die in Ziel­ver­feh­lung leben. Bei ihnen ist offen­sicht­lich, dass sie etwas falsch machen. Doch die­se Eti­ket­te kommt von aus­sen. Es sind die Anklä­ger, die sie als Sün­der bezeich­nen. Die Anklä­ger kri­ti­sie­ren Jesus vor allem wegen sei­nes Ver­hal­tens. Jesus isst mit ihnen! Er hat also eine sehr inti­me Gemein­schaft mit ihnen.

Es ist das Her­zens­an­lie­gen Got­tes, zu suchen, was ver­lo­ren ist. Ein paar Kapi­tel spä­ter lädt sich Jesus selbst bei einem Zöll­ner zum Essen ein (Lukas 19,1–10). Auch hier wird es ihm ange­krei­det. Doch sei­ne Ant­wort ist sehr bestimmt: «Der Men­schen­sohn ist näm­lich gekom­men, um Ver­lo­re­ne zu suchen und zu ret­ten» (Lukas 19,10 NLB). Dies ist das Her­zens­an­lie­gen Got­tes! Des­halb sen­det er sei­nen Sohn Jesus Chris­tus auf die Welt. Es geht dar­um, dass das, was noch nicht dazu­ge­hört, dazustösst.

Kir­che für ande­re heisst, dass die Kir­che ein Anlie­gen für die Ver­lo­re­nen hat. Es ist Got­tes tiefs­tes Anlie­gen, dass Men­schen zu ihm kom­men und mit ihm in Bezie­hung tre­ten. «Das ist gut und macht Gott, unse­rem Erlö­ser, Freu­de. Er möch­te, dass jeder geret­tet wird und die Wahr­heit erkennt. Denn es gibt nur einen Gott und nur einen Ver­mitt­ler zwi­schen Gott und den Men­schen: Das ist Chris­tus Jesus, der Mensch gewor­den ist. Er gab sein Leben, um alle Men­schen frei­zu­kau­fen. Das ist die Bot­schaft, die Gott der Welt gab, als die Zeit dafür gekom­men war» (1. Timo­theus 2,3–6 NLB).

Der Neider in mir!

Noch­mals zum Gleich­nis von Jesus. «Ange­nom­men, einer von euch hat hun­dert Scha­fe, und eins davon geht ihm ver­lo­ren. Lässt er da nicht die neun­und­neun­zig in der Step­pe zurück und geht dem ver­lo­re­nen nach, bis er es fin­det?» (Lukas 15,4 NGÜ). Ist dir etwas auf­ge­fal­len? Es gibt einen Unter­schied zum Text in der Lesung. Die Neu­es Leben Bibel schreibt, dass sich ein Schaf in der Wüs­te ver­liert. Doch die meis­ten über­set­zen damit, dass die neun­und­neun­zig in der Wüs­te oder Step­pe zurück­ge­las­sen wer­den. Dies ist nicht ein­fach ein siche­rer Ort. Aber das eine Schaf ist dem Hir­ten so wich­tig, dass er die ande­ren zurücklässt.

Die neun­und­neun­zig ande­ren sind die Scha­fe, die sich ver­meint­lich in Sicher­heit wie­gen, aber eigent­lich auch in der Wüs­te sind! Das Gleich­nis von Jesus sagt eben nicht aus, dass die neun­und­neun­zig kei­ne Umkehr nötig haben, son­dern dass sie es nicht erkannt haben! Die Wüs­te ist kein siche­rer Ort! Der ein­zi­ge Unter­schied zu den ande­ren Scha­fen liegt beim einen dar­in, dass es ver­lo­ren gegan­gen ist!

Nun folgt ein pro­vo­kan­ter Satz für alle, die schon (ver­meint­lich) zur Her­de gehö­ren. «Genau­so ist im Him­mel die Freu­de über einen ver­lo­re­nen Sün­der, der zu Gott zurück­kehrt, grös­ser als über neun­und­neun­zig ande­re, die gerecht sind und gar nicht erst vom Weg abirr­ten!» (Lukas 15,7 NLB). Doch Vor­sicht: Jesus bestä­tigt hier nicht, dass die­se neun­und­neun­zig tat­säch­lich gerecht sind und kei­ne Umkehr nötig haben. Viel­mehr greift er die Selbst­wahr­neh­mung der reli­giö­sen Füh­rer auf. Sie sind sich sicher, dass sie nicht zur Kate­go­rie der Sün­der gehö­ren. Sie machen alles rich­tig und wis­sen, was rich­tig und falsch ist. Sie ken­nen sich in den Wei­sun­gen Got­tes aus. Doch das gin­ge ja alles noch. Das Schlimms­te ist, dass sie nicht erken­nen, dass sie Gott nötig haben und dass er zu ihnen kommt! Ihre ins­ge­hei­me Hal­tung ist, dass sich Gott nur an ihnen freu­en darf.

Wisst ihr was? Oft­mals bin ich eines der neun­und­neun­zig Scha­fe, die in der Wüs­te zurück­ge­las­sen wer­den! Ich ken­ne einen Gedan­ken nur zu gut: Ich kom­me zu kurz. Oder mir wird etwas weg­ge­nom­men. Wie schnell ver­ges­se ich, dass der Sta­tus jedes Men­schen ein­mal der­je­ni­ge eines Ver­lo­re­nen war! Doch auch ich bin abso­lut auf den guten Hir­ten ange­wie­sen! Ich darf mir immer wie­der vor Augen hal­ten: «Auch wir waren frü­her unwis­send und unge­hor­sam. Wir lies­sen uns in die Irre füh­ren und wur­den zu Skla­ven vie­ler Wün­sche und Lei­den­schaf­ten. Unser Leben war vol­ler Bos­heit und Neid. Wir hass­ten die ande­ren, und sie hass­ten uns. Doch dann zeig­te Gott, unser Ret­ter, uns sei­ne Freund­lich­keit und Lie­be. Er ret­te­te uns, nicht wegen unse­rer guten Taten, son­dern auf­grund sei­ner Barm­her­zig­keit. Er wusch unse­re Schuld ab und schenk­te uns durch den Hei­li­gen Geist ein neu­es Leben. Durch das, was Jesus Chris­tus, unser Ret­ter, für uns getan hat, schenk­te er uns den Hei­li­gen Geist. In sei­ner gros­sen Güte sprach er uns los von unse­rer Schuld. Nun wis­sen wir, dass wir das ewi­ge Leben erben wer­den!» (Titus 3,3–7 NLB). Wenn ich dies erfasst habe, dann darf ich ohne Ver­ach­tung und Vor­hal­tung von Schuld, aber vol­ler Ver­ge­bung und gros­ser Lie­be, mit gros­ser Freu­de mit­fei­ern, was Gott tut. Ich muss kei­ne Angst haben, zu kurz zu kommen.

Von meiner Geschichte zur Freude!

Wie reagiert der Hir­te, wenn er das ver­lo­re­ne Schaf fin­det? «Und dann wür­de er es vol­ler Freu­de auf sei­nen Schul­tern nach Hau­se tra­gen. Wie­der daheim, wür­de er alle Freun­de und Nach­barn zusam­men­ru­fen, damit sie sich mit ihm dar­über freu­en, dass er sein ver­lo­re­nes Schaf wie­der­ge­fun­den hat. Genau­so ist im Him­mel die Freu­de über einen ver­lo­re­nen Sün­der, der zu Gott zurück­kehrt […]» (Lukas 15,5–7 NLB).

Das ist zwei­er­lei. Für Men­schen, die noch kei­ne Bezie­hung zu Jesus haben, ist es eine Ein­la­dung: Du bist mir so wich­tig, dass ich dich suche und dich tra­ge. Du musst dich nicht abmü­hen. Du bist mir wich­tig genug, dass ich die neun­und­neun­zig zurück­las­se! Für Jesus­nach­fol­ger ist es eine Ein­la­dung: Freue dich mit mir! Gibt es etwas Schö­ne­res, als wenn Men­schen umkeh­ren und nun auch dazugehören?

Im Unser Vater beten wir: «Dein Wil­le gesche­he, wie im Him­mel so auf Erden.» Wenn sich jemand für ein Leben mit Jesus Chris­tus ent­schei­det, ent­spricht dies dem Wil­len des Vaters im Him­mel! Im Him­mel ist ein Freu­den­fest über jede Per­son, die zu ihm umkehrt! Hier eine Ein­la­dung an dich: Du musst nicht dane­ben­ste­hen und dich ärgern. Du bist ein­ge­la­den mitzufeiern!

Wie kann die­ser Wunsch, mich mit­zu­freu­en, in mir wach­sen? Indem ich mir mei­ne eige­ne Geschich­te vor Augen hal­te! Wenn eine per­sön­li­che Betrof­fen­heit da ist, dann hat man ein gros­ses Anlie­gen. Ich möch­te dies anhand eines Bei­spiels ver­an­schau­li­chen. Ich freue mich grund­sätz­lich immer an Hoch­zei­ten. Als aber mei­ne jün­ge­re Schwes­ter vor drei Wochen hei­ra­te­te, war es noch­mals inten­si­ver! Die per­sön­li­che Betrof­fen­heit mach­te für mich alles viel rea­ler. Ich durf­te hel­fen, das Kleid aus­zu­su­chen, und wir ticken in vie­len Din­gen sehr ähn­lich. An der Hoch­zeit selbst erin­ner­te ich mich an mei­ne Hoch­zeit vor fünf Jah­ren und konn­te mich so rich­tig mitfreuen.

Wie wer­de ich nun zu einer Per­son, die sich mit­freut und mit­fei­ert? Die Erret­tung des Ver­lo­re­nen ist dei­ne und mei­ne Geschich­te! Kannst du dich dar­an zurück­er­in­nern, wie du von Jesus gefun­den wur­dest? Wenn du aus einem christ­li­chen Eltern­haus kommst, ist die­se Fra­ge oft schwe­rer zu beant­wor­ten. Aber: Gott kennt kei­ne Gross­kin­der, son­dern nur Kin­der! In der Regel gibt es kein kon­kre­tes Umkehr­erleb­nis, weil schon immer eine gewis­se Segens­spur vor­han­den ist. Es zeigt sich aber in und an dei­nem Leben. Durch vie­le unbe­wuss­te und ein paar bewuss­te Ent­schei­dun­gen. Wes­halb hast du dich für Jesus ent­schie­den? Übri­gens: Auch bei dir gab es eine Rie­sen­par­ty – und ja, wenn es ist wie bei der eige­nen Hoch­zeit, ist man so im Film, dass man gar nicht viel mit­be­kommt. Du warst der Grund für eine fet­te Par­ty im Himmel!

Die Her­aus­for­de­rung bei der Beschäf­ti­gung mit einem Gleich­nis ist, dass ein Gleich­nis eine Kern­aus­sa­ge hat und vie­les ein­fach aus­sen vor gelas­sen wird. Das Gleich­nis sagt nicht, dass Jesus sich nicht gut um die Scha­fe küm­mert, die bei ihm sind! Es geht hier um die inne­re Hal­tung der neun­und­neun­zig Scha­fe. Die Her­de all der gefun­de­nen Scha­fe ist hier gar nicht erwähnt. Jesus Chris­tus selbst sagt: «Ich bin der gute Hir­te. Der gute Hir­te opfert sein Leben für die Scha­fe» (Johan­nes 10,11 NLB).

Er selbst lebt vor, was ein guter Hir­te ist. Als sein Schaf bist du Jesus Chris­tus wich­tig! Er ver­tei­digt dich, pflegt dich und ist für dich da! Gleich­zei­tig ist er aber auch inter­es­siert und auf der Suche nach den ver­lo­re­nen Scha­fen! Zu denen gehör­test auch du, bevor du in die Bezie­hung zu ihm ein­ge­tre­ten bist.

 

Possibili domande per il piccolo gruppo

Leg­gi il tes­to bibli­co: Luca 15:1–7

  1. Was löst das Gleich­nis vom ver­lo­re­nen Schaf bei dir aus? Gibt es etwas, das dich beson­ders anspricht oder herausfordert?
  2. Jesus sucht und ret­tet Men­schen, die ver­lo­ren sind. Was sagt das über Got­tes Herz und sei­ne Hal­tung gegen­über Men­schen aus, die noch kei­ne Bezie­hung zu ihm haben?
  3. Der Nei­der in mir: Kennst du das Gefühl, zu kurz zu kom­men, wenn Men­schen, die bis­her nicht zu Jesus gehör­ten, plötz­lich im Mit­tel­punkt ste­hen oder beson­de­re Auf­merk­sam­keit erhal­ten? Wo begeg­net dir die­se Haltung?
  4. Die neun­und­neun­zig Scha­fe: Wes­halb fällt es uns manch­mal leich­ter, auf die Feh­ler ande­rer zu schau­en, als unse­re eige­ne Bedürf­tig­keit vor Gott zu erkennen?
  5. Unse­re eige­ne Geschich­te: Kannst du dich dar­an erin­nern, wie Jesus dich gesucht, gefun­den und geret­tet hat? Was bedeu­tet es für dich heu­te, dass du selbst ein­mal zu den Ver­lo­re­nen gehört hast?
  6. Mit­freu­en statt nei­disch sein: Was hilft dir, dich von Her­zen dar­über zu freu­en, wenn Men­schen Jesus ken­nen­ler­nen und sich für ein Leben mit ihm entscheiden?
  7. Kir­che für ande­re: Gibt es Men­schen in dei­nem Umfeld, die Jesus noch nicht ken­nen? Was könn­te ein kon­kre­ter nächs­ter Schritt sein, um ihnen mit der Lie­be und Her­zens­hal­tung von Jesus zu begegnen?