Церковь для других | Бог ищет заблудших
Серия: Простой. Тихий. Настоящий. | Библейский текст: Луки 19:10
Jesus sucht und rettet Menschen, die verloren sind – unabhängig davon, was andere über sie denken. Seine Liebe gilt nicht nur denen, die bereits zu ihm gehören, sondern gerade auch denen, die noch fern von ihm sind. Als seine Nachfolger sind wir eingeladen, diese Herzenshaltung zu teilen: nicht neidisch oder selbstgerecht auf die anderen zu blicken, sondern uns von Herzen darüber zu freuen, wenn Menschen von Jesus gefunden werden. Denn auch unsere eigene Geschichte ist eine Geschichte davon, dass Gott uns gesucht, gefunden und gerettet hat.
Heute starten wir mit einer neuen dreiteiligen Serie mit dem Titel «Kirche für andere». Wir wollen uns gemeinsam Gedanken zum Kernauftrag der Kirche machen. Dabei verstehe ich Kirche als Gemeinschaft der Jesusnachfolger und nicht bezogen auf ein Gebäude.
Gott sucht und rettet was verloren ist
Jesus eckt mit seinem Leben und seinen Lehren an verschiedenen Dingen an. Unter anderem mit seinen Aussagen zum Lebenswandel, seiner Kritik an religiös Selbstgerechten und Heuchlern, dem Ankreiden falscher Verständnisse von Gottes Geboten und weil er sich mit den falschen Menschen abgibt. Der Fokus der Serie liegt darum auch auf den Menschen, die noch nicht dazugehören.
In der Textlesung werden uns zwei Kategorien von Menschen vorgestellt. Auf der einen Seite die Steuereintreiber und andere, welche als Sünder gelten. Die Steuereintreiber sind in der Regel wohlhabende, erfolgreiche, aber religiös und gesellschaftlich verachtete Menschen. Sie gehen einer Tätigkeit nach, die verpönt ist. Ihr Ziel ist es, um jeden Preis reich zu werden. Diejenigen, die als Sünder gelten, sind Menschen, die in Zielverfehlung leben. Bei ihnen ist offensichtlich, dass sie etwas falsch machen. Doch diese Etikette kommt von aussen. Es sind die Ankläger, die sie als Sünder bezeichnen. Die Ankläger kritisieren Jesus vor allem wegen seines Verhaltens. Jesus isst mit ihnen! Er hat also eine sehr intime Gemeinschaft mit ihnen.
Es ist das Herzensanliegen Gottes, zu suchen, was verloren ist. Ein paar Kapitel später lädt sich Jesus selbst bei einem Zöllner zum Essen ein (Lukas 19,1–10). Auch hier wird es ihm angekreidet. Doch seine Antwort ist sehr bestimmt: «Der Menschensohn ist nämlich gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten» (Lukas 19,10 NLB). Dies ist das Herzensanliegen Gottes! Deshalb sendet er seinen Sohn Jesus Christus auf die Welt. Es geht darum, dass das, was noch nicht dazugehört, dazustösst.
Kirche für andere heisst, dass die Kirche ein Anliegen für die Verlorenen hat. Es ist Gottes tiefstes Anliegen, dass Menschen zu ihm kommen und mit ihm in Beziehung treten. «Das ist gut und macht Gott, unserem Erlöser, Freude. Er möchte, dass jeder gerettet wird und die Wahrheit erkennt. Denn es gibt nur einen Gott und nur einen Vermittler zwischen Gott und den Menschen: Das ist Christus Jesus, der Mensch geworden ist. Er gab sein Leben, um alle Menschen freizukaufen. Das ist die Botschaft, die Gott der Welt gab, als die Zeit dafür gekommen war» (1. Timotheus 2,3–6 NLB).
Der Neider in mir!
Nochmals zum Gleichnis von Jesus. «Angenommen, einer von euch hat hundert Schafe, und eins davon geht ihm verloren. Lässt er da nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?» (Lukas 15,4 NGÜ). Ist dir etwas aufgefallen? Es gibt einen Unterschied zum Text in der Lesung. Die Neues Leben Bibel schreibt, dass sich ein Schaf in der Wüste verliert. Doch die meisten übersetzen damit, dass die neunundneunzig in der Wüste oder Steppe zurückgelassen werden. Dies ist nicht einfach ein sicherer Ort. Aber das eine Schaf ist dem Hirten so wichtig, dass er die anderen zurücklässt.
Die neunundneunzig anderen sind die Schafe, die sich vermeintlich in Sicherheit wiegen, aber eigentlich auch in der Wüste sind! Das Gleichnis von Jesus sagt eben nicht aus, dass die neunundneunzig keine Umkehr nötig haben, sondern dass sie es nicht erkannt haben! Die Wüste ist kein sicherer Ort! Der einzige Unterschied zu den anderen Schafen liegt beim einen darin, dass es verloren gegangen ist!
Nun folgt ein provokanter Satz für alle, die schon (vermeintlich) zur Herde gehören. «Genauso ist im Himmel die Freude über einen verlorenen Sünder, der zu Gott zurückkehrt, grösser als über neunundneunzig andere, die gerecht sind und gar nicht erst vom Weg abirrten!» (Lukas 15,7 NLB). Doch Vorsicht: Jesus bestätigt hier nicht, dass diese neunundneunzig tatsächlich gerecht sind und keine Umkehr nötig haben. Vielmehr greift er die Selbstwahrnehmung der religiösen Führer auf. Sie sind sich sicher, dass sie nicht zur Kategorie der Sünder gehören. Sie machen alles richtig und wissen, was richtig und falsch ist. Sie kennen sich in den Weisungen Gottes aus. Doch das ginge ja alles noch. Das Schlimmste ist, dass sie nicht erkennen, dass sie Gott nötig haben und dass er zu ihnen kommt! Ihre insgeheime Haltung ist, dass sich Gott nur an ihnen freuen darf.
Wisst ihr was? Oftmals bin ich eines der neunundneunzig Schafe, die in der Wüste zurückgelassen werden! Ich kenne einen Gedanken nur zu gut: Ich komme zu kurz. Oder mir wird etwas weggenommen. Wie schnell vergesse ich, dass der Status jedes Menschen einmal derjenige eines Verlorenen war! Doch auch ich bin absolut auf den guten Hirten angewiesen! Ich darf mir immer wieder vor Augen halten: «Auch wir waren früher unwissend und ungehorsam. Wir liessen uns in die Irre führen und wurden zu Sklaven vieler Wünsche und Leidenschaften. Unser Leben war voller Bosheit und Neid. Wir hassten die anderen, und sie hassten uns. Doch dann zeigte Gott, unser Retter, uns seine Freundlichkeit und Liebe. Er rettete uns, nicht wegen unserer guten Taten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit. Er wusch unsere Schuld ab und schenkte uns durch den Heiligen Geist ein neues Leben. Durch das, was Jesus Christus, unser Retter, für uns getan hat, schenkte er uns den Heiligen Geist. In seiner grossen Güte sprach er uns los von unserer Schuld. Nun wissen wir, dass wir das ewige Leben erben werden!» (Titus 3,3–7 NLB). Wenn ich dies erfasst habe, dann darf ich ohne Verachtung und Vorhaltung von Schuld, aber voller Vergebung und grosser Liebe, mit grosser Freude mitfeiern, was Gott tut. Ich muss keine Angst haben, zu kurz zu kommen.
Von meiner Geschichte zur Freude!
Wie reagiert der Hirte, wenn er das verlorene Schaf findet? «Und dann würde er es voller Freude auf seinen Schultern nach Hause tragen. Wieder daheim, würde er alle Freunde und Nachbarn zusammenrufen, damit sie sich mit ihm darüber freuen, dass er sein verlorenes Schaf wiedergefunden hat. Genauso ist im Himmel die Freude über einen verlorenen Sünder, der zu Gott zurückkehrt […]» (Lukas 15,5–7 NLB).
Das ist zweierlei. Für Menschen, die noch keine Beziehung zu Jesus haben, ist es eine Einladung: Du bist mir so wichtig, dass ich dich suche und dich trage. Du musst dich nicht abmühen. Du bist mir wichtig genug, dass ich die neunundneunzig zurücklasse! Für Jesusnachfolger ist es eine Einladung: Freue dich mit mir! Gibt es etwas Schöneres, als wenn Menschen umkehren und nun auch dazugehören?
Im Unser Vater beten wir: «Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.» Wenn sich jemand für ein Leben mit Jesus Christus entscheidet, entspricht dies dem Willen des Vaters im Himmel! Im Himmel ist ein Freudenfest über jede Person, die zu ihm umkehrt! Hier eine Einladung an dich: Du musst nicht danebenstehen und dich ärgern. Du bist eingeladen mitzufeiern!
Wie kann dieser Wunsch, mich mitzufreuen, in mir wachsen? Indem ich mir meine eigene Geschichte vor Augen halte! Wenn eine persönliche Betroffenheit da ist, dann hat man ein grosses Anliegen. Ich möchte dies anhand eines Beispiels veranschaulichen. Ich freue mich grundsätzlich immer an Hochzeiten. Als aber meine jüngere Schwester vor drei Wochen heiratete, war es nochmals intensiver! Die persönliche Betroffenheit machte für mich alles viel realer. Ich durfte helfen, das Kleid auszusuchen, und wir ticken in vielen Dingen sehr ähnlich. An der Hochzeit selbst erinnerte ich mich an meine Hochzeit vor fünf Jahren und konnte mich so richtig mitfreuen.
Wie werde ich nun zu einer Person, die sich mitfreut und mitfeiert? Die Errettung des Verlorenen ist deine und meine Geschichte! Kannst du dich daran zurückerinnern, wie du von Jesus gefunden wurdest? Wenn du aus einem christlichen Elternhaus kommst, ist diese Frage oft schwerer zu beantworten. Aber: Gott kennt keine Grosskinder, sondern nur Kinder! In der Regel gibt es kein konkretes Umkehrerlebnis, weil schon immer eine gewisse Segensspur vorhanden ist. Es zeigt sich aber in und an deinem Leben. Durch viele unbewusste und ein paar bewusste Entscheidungen. Weshalb hast du dich für Jesus entschieden? Übrigens: Auch bei dir gab es eine Riesenparty – und ja, wenn es ist wie bei der eigenen Hochzeit, ist man so im Film, dass man gar nicht viel mitbekommt. Du warst der Grund für eine fette Party im Himmel!
Die Herausforderung bei der Beschäftigung mit einem Gleichnis ist, dass ein Gleichnis eine Kernaussage hat und vieles einfach aussen vor gelassen wird. Das Gleichnis sagt nicht, dass Jesus sich nicht gut um die Schafe kümmert, die bei ihm sind! Es geht hier um die innere Haltung der neunundneunzig Schafe. Die Herde all der gefundenen Schafe ist hier gar nicht erwähnt. Jesus Christus selbst sagt: «Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte opfert sein Leben für die Schafe» (Johannes 10,11 NLB).
Er selbst lebt vor, was ein guter Hirte ist. Als sein Schaf bist du Jesus Christus wichtig! Er verteidigt dich, pflegt dich und ist für dich da! Gleichzeitig ist er aber auch interessiert und auf der Suche nach den verlorenen Schafen! Zu denen gehörtest auch du, bevor du in die Beziehung zu ihm eingetreten bist.
Возможные вопросы для малой группы
Прочитай библейский текст: Лука 15:1–7
- Was löst das Gleichnis vom verlorenen Schaf bei dir aus? Gibt es etwas, das dich besonders anspricht oder herausfordert?
- Jesus sucht und rettet Menschen, die verloren sind. Was sagt das über Gottes Herz und seine Haltung gegenüber Menschen aus, die noch keine Beziehung zu ihm haben?
- Der Neider in mir: Kennst du das Gefühl, zu kurz zu kommen, wenn Menschen, die bisher nicht zu Jesus gehörten, plötzlich im Mittelpunkt stehen oder besondere Aufmerksamkeit erhalten? Wo begegnet dir diese Haltung?
- Die neunundneunzig Schafe: Weshalb fällt es uns manchmal leichter, auf die Fehler anderer zu schauen, als unsere eigene Bedürftigkeit vor Gott zu erkennen?
- Unsere eigene Geschichte: Kannst du dich daran erinnern, wie Jesus dich gesucht, gefunden und gerettet hat? Was bedeutet es für dich heute, dass du selbst einmal zu den Verlorenen gehört hast?
- Mitfreuen statt neidisch sein: Was hilft dir, dich von Herzen darüber zu freuen, wenn Menschen Jesus kennenlernen und sich für ein Leben mit ihm entscheiden?
- Kirche für andere: Gibt es Menschen in deinem Umfeld, die Jesus noch nicht kennen? Was könnte ein konkreter nächster Schritt sein, um ihnen mit der Liebe und Herzenshaltung von Jesus zu begegnen?


