Primo Avvento | Pace globale in vista

Data: 30. Novembre 2025 | Pre­di­ca­to­re:
Serie: | Tes­to bibli­co: Jesa­ja 2,2–5.12–18.22
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30Die Advents­zeit erin­nert an Jesu ers­tes Kom­men und rich­tet den Blick auf sei­ne Wie­der­kunft. Mit Ihm beginnt Got­tes Frie­dens­reich, das einst voll­endet wird. Jesa­ja ver­heisst einen glo­ba­len Frie­den, der in Her­zen ent­steht, die sich Got­tes Wort öff­nen. Doch Stolz und Selbst­herr­lich­keit ver­hin­dern ihn. Gott rich­tet, um zu hei­len, und ruft uns, im Licht des Herrn zu leben. Wah­re Demut lässt Gott erhö­hen und macht uns zu Bot­schaf­tern sei­nes Friedens.


Heu­te beginnt die Advents­zeit. Avven­to bedeu­tet wört­lich «Ankunft». Wir war­ten auf Weih­nach­ten – den Tag, an dem wir vol­ler Freu­de der Ankunft des Mes­si­as vor rund 2000 Jah­ren geden­ken. Zugleich rich­ten wir unse­ren Blick auf sei­ne zwei­te Ankunft – auf die Wie­der­kunft des jüdi­schen Königs. Mit der Ankunft des Mes­si­as ver­bin­det sich die Sehn­sucht nach einem Frie­dens­reich. Poli­tisch gese­hen, sind wir davon noch weit ent­fernt. In Isra­el herrscht zwar zeit­wei­se Waf­fen­still­stand, doch wah­rer Frie­de ist nicht in Sicht. Der Pro­phet Jesa­ja aber malt uns in sei­ner Visi­on nicht nur Frie­den für Isra­el, son­dern für die gan­ze Welt vor Augen. Ein glo­ba­ler Frie­de ist in Sicht.

Gottes Friede – er kommt von oben (V.1–4)

«In den letz­ten Tagen wird der Berg, auf dem das Haus des HERRN steht, zum wich­tigs­ten Gip­fel wer­den und sich über alle ande­ren Ber­ge erhe­ben. Alle Völ­ker wer­den zu ihm strö­men» (Jesa­ja 2,2 NLB).

Jesa­ja zeigt uns hier ein gewal­ti­ges Zukunfts­bild: Gott selbst wird die Mit­te der Welt sein. Nicht mehr Macht, Reich­tum oder Krieg wer­den das Leben bestim­men, son­dern Got­tes Wort und sei­ne Gegen­wart. Der Tem­pel­berg in Jeru­sa­lem liegt nur 743 Meter über dem Mee­res­spie­gel (zum Ver­gleich: die Gis­li­fl­uh 772 Meter), und doch wird er – sym­bo­lisch gespro­chen – höher sein als die Alpen. Damit sagt Jesa­ja: Got­tes Reich über­ragt alles Irdische.

Jeru­sa­lem, die Stadt, in der Gott im Tem­pel bei den Men­schen wohn­te, ist ein Sinn­bild für sei­ne Gegen­wart, sei­ne Herr­schaft und sei­nen Frie­den. Im neu­en Jeru­sa­lem wird sie der Ort voll­kom­me­ner Gemein­schaft zwi­schen Gott und Mensch sein. Im hebräi­schen Wort Jeru­scha­la­jim steckt Scha­lom – Frie­de. Ma Scha­lom meint weit mehr als nur die Abwe­sen­heit von Krieg. Es beschreibt Voll­stän­dig­keit, Ganz­heit, Wohl­be­fin­den, gött­li­che Fül­le, Gerech­tig­keit und Freude.

Die Grund­la­ge die­ses herr­li­chen Frie­dens­reichs ist die Regie­rung des Königs Jesus Chris­tus: «Vie­le Völ­ker wer­den hin­ge­hen und sagen: Kommt, lasst uns hin­auf­ge­hen zum Berg des HERRN, zum Hau­se des Got­tes Jakobs, dass er uns leh­re sei­ne Wege und wir wan­deln auf sei­nen Stei­gen! Denn von Zion wird Wei­sung aus­ge­hen und des HERRN Wort von Jeru­sa­lem» (Jesa­ja 2,3 LUT). Immer wenn Men­schen Got­tes Wort hören und ernst neh­men, geschieht Reich Got­tes. Sein Wort nährt und schafft eine neue Wirk­lich­keit. Es bringt Leben her­vor, das weit über unse­re kühns­ten Vor­stel­lun­gen hinausgeht.

«Schwer­ter wer­den zu Pflug­scha­ren und Speer­spit­zen zu Win­zer­mes­sern umge­schmie­det wer­den» (Jesa­ja 2,4 NLB). Das ist mehr als ein Frie­dens­sym­bol – es ist ein Bild inne­rer Ver­wand­lung. Wo Got­tes Wort das Herz eines Men­schen berührt, ver­wan­delt sich das, was zer­stört, in das, was Leben bringt. Das Schwert, das tötet, wird zum Pflug, der den Boden für Frucht berei­tet. Eine Waf­fe wird zum Werk­zeug des Lebens. Frie­de beginnt also nicht aus­sen, son­dern innen – dort, wo Men­schen sich von Gott füh­ren lassen.

Jesa­ja gibt uns auch einen Zeit­rah­men: «In den letz­ten Tagen» (V.2). Das war für die dama­li­gen Israe­li­ten eine kla­re Anspie­lung auf die künf­ti­ge Heils­zeit – das Frie­dens­reich des Mes­si­as, der über alle Völ­ker herr­schen wird. Die meis­ten Juden war­ten noch heu­te auf die­sen Tag. Für uns als Nach­fol­ger Jesu hat die­se Zeit bereits mit Chris­tus begon­nen – und sie wird mit sei­ner Wie­der­kunft voll­endet wer­den. Wir leben also im Span­nungs­feld von «schon jetzt» und «noch nicht»: Das Reich Got­tes ist ange­bro­chen, aber noch nicht voll­endet. Mit der Wie­der­kunft von Jesus Chris­tus erfüllt sich Got­tes Heils­plan im neu­en Jeru­sa­lem endgültig.

Der Tem­pel in Jeru­sa­lem war schon immer der Ort, an dem sich Him­mel und Erde berühr­ten – wo das Sicht­ba­re vom Unsicht­ba­ren durch­drun­gen wird. Im neu­en Jeru­sa­lem, das dem himm­li­schen Tem­pel nach­emp­fun­den ist, wird Gott für immer bei den Men­schen woh­nen. Dort wer­den Frie­de, Freu­de und Gerech­tig­keit voll­kom­men sein.

Gottes Gericht – es richtet unseren Stolz (V.12–18.22)

Jesa­jas Pro­phe­tie ent­hält eine mes­ser­schar­fe Ana­ly­se, war­um der Frie­de noch nicht voll­kom­men sicht­bar ist: der Stolz des Men­schen – Eigen­sinn, Ego­is­mus, Selbst­herr­lich­keit.

«Denn zu einer von ihm fest­ge­leg­ten Zeit (‘Tag des Herrn’) wird der HERR, der All­mäch­ti­ge, alles Hoch­mü­ti­ge, Stol­ze und Erha­be­ne ernied­ri­gen» (Jesa­ja 12,12 NLB).

Der «Tag des HERRN» ist Got­tes ent­schei­den­des Ein­grei­fen in Geschich­te und Ewig­keit – der Tag sei­nes Gerichts über mensch­li­chen Hoch­mut, zugleich aber der Tag, an dem sei­ne Herr­lich­keit und sein end­gül­ti­ger Frie­de offen­bar wer­den. Dies geschieht in der Zeit von Jesu Wie­der­kunft und been­det das jet­zi­ge Kapi­tel der Menschheitsgeschichte.

Got­tes Gericht bedeu­tet nicht Ver­nich­tung, son­dern Aus­rich­tung auf Gott. Er ent­fernt alles, was uns von ihm trennt. Er zer­stört den Stolz, um uns frei­zu­ma­chen. Er bricht das Fal­sche, um das Wah­re auf­zu­rich­ten. Nur wenn der Mensch sich nicht mehr selbst erhöht, kann Gott in ihm woh­nen. Nur wenn wir unse­re eige­ne Grös­se los­las­sen, kann Gott sei­ne Grös­se zeigen.

Der Hoch­mut des Men­schen ist die Wur­zel allen Übels. Schon im Para­dies begann das Desas­ter, als der Mensch glaub­te, sein Glück unab­hän­gig von Gott fin­den zu können.

Stolz zeigt sich in vie­len Formen:

  • Selbst­herr­li­cher Stolz: «Ich weiss es bes­ser.» Dies ist der Stolz, der sich über Gott erhebt, indem der Mensch selbst zum Mass­stab wird. Er ver­traut nicht mehr auf Got­tes Wort, son­dern auf den eige­nen Verstand.
  • Reli­giö­ser Stolz: «Ich bin bes­ser als ande­re.» Das ist der Stolz, der fromm aus­sieht, aber Gna­de nicht ver­steht. Er lebt von Ver­gleich, Leis­tung und äus­se­rer Frömmigkeit.
  • Macht­stolz: «Ich kon­trol­lie­re – ich herr­sche.» Die­ser Stolz zeigt sich in der Suche nach Ein­fluss und Kon­trol­le. Er will Macht haben, nicht dienen.
  • Besitz­stolz: «Ich bin, was ich habe.» Die­ser Stolz defi­niert den Wert des Men­schen durch Besitz, Erfolg und Sta­tus. Er sieht im Mate­ri­el­len die Bestä­ti­gung des eige­nen Wertes.
  • Intel­lek­tu­el­ler Stolz: «Ich ver­ste­he es bes­ser als ande­re.» Die­ser Stolz lebt vom Wis­sen und setzt Klug­heit über Demut. Er liebt es, Recht zu behal­ten, und ver­ach­tet die «Ein­fa­chen».
  • Opfer­stolz: «Nie­mand ver­steht mich – ich bin der Ärms­te.» Das klingt zunächst nicht wie Stolz – und doch kann Selbst­mit­leid eine ver­deck­te Form des Stol­zes sein. Es dreht sich um das eige­ne Leid, nicht um Got­tes Treue.
  • Fal­sche Demut: «Ich bin wenigs­tens beschei­den.» Das ist der Stolz, der Demut nach­ahmt, aber Aner­ken­nung für sei­ne Beschei­den­heit sucht. Er zeigt sich in fal­scher Selbst­ver­klei­ne­rung, die in Wahr­heit auf Bestä­ti­gung hofft. Fal­sche Demut spricht stän­dig über sich, ech­te Demut spricht über Gott. Ech­te Demut ver­gisst sich selbst.

Allen For­men des Stol­zes ist gemein­sam: Der Mensch steht im Mit­tel­punkt. Ech­te Demut dage­gen stellt Gott ins Zen­trum. C.S. Lewis: «Demut bedeu­tet nicht, weni­ger von sich selbst zu den­ken, son­dern weni­ger an sich selbst zu den­ken.» Der Weg aus dem Stolz führt also nicht über Selbst­ver­ur­tei­lung, son­dern über Begeg­nung mit Got­tes Hei­lig­keit und Liebe.

«[…] Gott stellt sich den Stol­zen ent­ge­gen, den Demü­ti­gen aber schenkt er Gna­de» (Jako­bus 4,6 NLB).

Jesa­ja ver­wen­det Bil­der von hohen Bäu­men, Tür­men, Ber­gen und Mau­ern als Sym­bo­le mensch­li­cher Selbst­über­he­bung – das Den­ken: «Ich kann mein Leben allein meis­tern. Ich brau­che Gott nicht.» Doch der Pro­phet sagt: «Die Über­heb­lich­keit des Men­schen wird ernied­rigt und der Hoch­mut der Män­ner gede­mü­tigt wer­den. Dann wird der HERR allein erhöht sein!» (Jesa­ja 2,17 NLB).

Gottes Ruf – lasst uns im Licht des Herrn leben (V.5)

Oft wird Chris­ten vor­ge­wor­fen, sie leb­ten in einer blos­sen Ver­trös­tung: Immer Advent, nie Weih­nach­ten. Aber das ist grund­falsch. «Was immer Gott an Zusa­gen gemacht hat – in sei­ner Per­son fin­den sie alle ihre Erfül­lung» (2Korinther 1,20 NGÜ). Jesus Chris­tus hat mit sei­ner ers­ten Ankunft die Ära des Frie­dens­reichs ein­ge­lei­tet; die Voll­endung wird mit sei­ner Wie­der­kunft gesche­hen. Wir leben also Advent und Weih­nach­ten zugleich.

Dar­um nennt Pau­lus die Gemein­schaft der Jesus­nach­fol­ger – ja jeden Ein­zel­nen – einen Tem­pel des Hei­li­gen Geis­tes. Him­mel und Erde berüh­ren sich: Das Gött­li­che begeg­net dem Irdischen.

Got­tes erwähl­tes Volk hat die Beru­fung, sei­ne gute Herr­schaft, sei­ne Gerech­tig­keit und sei­nen Frie­den in der gan­zen Welt sicht­bar zu machen. Des­halb ruft Jesa­ja: «Komm, Volk von Isra­el, lass uns ein Leben im Licht des HERRN füh­ren!» (Jesa­ja 2,5 NLB).

Im Volk Got­tes soll schon jetzt sicht­bar wer­den, was einst glo­bal gilt. Im neu­en Jeru­sa­lem wird Jesus das ein­zi­ge Licht sein: «E la cit­tà non ha biso­g­no del sole o del­la luna per esse­re illu­mi­na­ta, per­ché la glo­ria di Dio illu­mi­na la cit­tà e l’Agnel­lo è la sua luce».»(Apo­ca­lis­se 21:23 NLB).

Wir müs­sen also nicht auf den glo­ba­len Frie­den war­ten – wir dür­fen jetzt schon in sei­nem Licht leben, mit Frie­den im Her­zen, auch wenn die Welt (noch) unru­hig bleibt. Die Lich­ter der Advents­zeit sol­len uns dar­an erin­nern, dass wir heu­te schon Zeu­gen und Vor­bo­ten des kom­men­den Frie­dens­reichs sind.

Wenn du Jesus Chris­tus in dein Leben auf­ge­nom­men hast, bist du ein Tem­pel des Hei­li­gen Geis­tes – ein Vor­ge­schmack des­sen, was mit der Wie­der­kunft Chris­ti die gan­ze Welt sein wird.

Doch das gröss­te Hin­der­nis bleibt unser Stolz, unser Eigen­sinn, unser Ego­is­mus. Sie ver­hin­dern, dass Got­tes Frie­den in unse­rem Umfeld Gestalt annimmt. Unser Stolz reagiert auf Angrif­fe mit Gegen­schlag, unse­re fal­sche Demut wider­steht Got­tes Ein­fluss. Dar­um gilt die zwei­te Ein­la­dung: Die Advents­lich­ter sol­len uns dar­an erin­nern, unse­ren Stolz Jesus zu beken­nen und von ihm Demut zu ler­nen – mit Chris­tus zur Grös­se hin­ab­zu­stei­gen. Johann Seitz: «Der Herr las­se dich wach­sen, nie­der­wärts wie ein Kuh­schwanz!»

Wah­re Demut führt zu einer befrei­en­den Iden­ti­tät in Chris­tus, die uns so fest und gebor­gen ruhen lässt, dass wir uns selbst ver­ges­sen können.

Dar­um ruft Jesa­ja erneut: «Komm, Volk von Isra­el, lass uns ein Leben im Licht des HERRN füh­ren!» (Jesa­ja 2,5 NLB). Jesus Chris­tus lädt dich in die­ser Advents­zeit ein, jetzt schon in sei­nem Licht zu leben – und die hohen Bäu­me, Tür­me, Ber­ge und Mau­ern dei­nes Lebens von ihm ein­eb­nen zu las­sen. Der HERR allein soll in unse­rem Leben erhöht sein.

 

Possibili domande per i piccoli gruppi

Bibel­text: Jesa­ja 2,2–5.12–18.22

  1. Was bedeu­tet für dich per­sön­lich «Frie­de» im bibli­schen Sinn?
    Jesa­ja beschreibt Scha­lom als Ganz­heit, Freu­de, Gerech­tig­keit und gött­li­che Fül­le. – Wo erlebst du etwas davon bereits, und wo fehlt dir die­ser Frie­de noch?
  1. Jesa­ja spricht davon, dass Schwer­ter zu Pflug­scha­ren werden.
    Was könn­te das in dei­nem All­tag bedeu­ten? Wo braucht es bei dir eine «Ver­wand­lung von Waf­fe zu Werk­zeug» – also von etwas, das ver­letzt, zu etwas, das Leben fördert?
  1. Der Stolz wird als gröss­tes Hin­der­nis für den Frie­den genannt.
    In wel­cher Form erlebst du Stolz oder Selbst­be­zo­gen­heit bei dir selbst? Und wie kann ech­te Demut – im Sin­ne von «mehr an Gott als an sich selbst den­ken» – zu neu­em Frie­den führen?
  1. Jesa­ja ruft: «Lasst uns ein Leben im Licht des HERRN führen!»
    Wie kann die­ses «Leben im Licht» im All­tag kon­kret aus­se­hen – im Umgang mit Fami­lie, Kon­flik­ten, Besitz, Macht oder Selbstbild?
  1. Advent bedeu­tet War­ten – aber zugleich schon Leben im begon­ne­nen Reich Gottes.
    Wie kannst du in die­ser Advents­zeit bewusst als «Demons­trant des zukünf­ti­gen Frie­dens­reichs» leben? Wel­che Zei­chen des kom­men­den Frie­dens möch­test du setzen?