Date: 22. Febru­ary 2026 | Pre­a­cher:
Series: | Bible text: Isai­ah 58:1–14
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Was, wenn wir fas­ten – und Gott trotz­dem sagt: So nicht? In Jesa­ja 58 stellt Gott ein gros­ses «Wenn» vor­an – und ver­bin­det es mit gewal­ti­gen Ver­heis­sun­gen von Licht, Hei­lung und inne­rer Fül­le. Es gibt ein Fas­ten, das wir­kungs­los bleibt – und eines, das unser Leben wie einen bewäs­ser­ten Gar­ten auf­blü­hen lässt. Die Fra­ge ist nicht, ob wir ver­zich­ten, son­dern ob unser Herz wirk­lich mit Got­tes Herz übereinstimmt.


Heu­te kom­men wir zur vier­ten und letz­ten Pre­digt der Serie übers Fas­ten. Bis jetzt haben wir uns Gedan­ken gemacht, wes­halb über­haupt Fas­ten. Fas­ten als Weg zur per­sön­li­chen Hei­li­gung. Fas­ten, wel­ches im Zusam­men­hang mit Gebet geschieht. Heu­te geht es dar­um, so zu fas­ten, wie es Gott lieb ist. Dabei tau­chen wir ein in den Text, wel­chen wir schon in der Text­le­sung gehört haben.

Fasting & prayer in challenge

Leu­te fei­ern zwar einen Got­tes­dienst, der Fas­ten beinhal­tet, aber er gefällt Gott nicht! «[…]. Ihr fas­tet zur­zeit nicht so, dass ihr eurer Stim­me damit im Him­mel Gehör ver­schaf­fen könn­tet» (Jesa­ja 58,4 NLB). Die­se Aus­sa­ge bedeu­tet, dass wir uns mit dem Fas­ten als Ver­stär­kung unse­rer Stim­me im Him­mel Gehör ver­schaf­fen kön­nen! Doch dabei ist ein «Wenn» wich­tig. Es gibt im gesam­ten Jesa­ja 58 ein ver­heis­sungs­vol­les «Wenn». Dar­auf fol­gen fünf «Dann». Das gros­se «Wenn» fin­det sich in Vers 8. «Wenn du so han­delst [Fas­ten wie Gott es liebt], wird dein Licht auf­leuch­ten wie die Mor­gen­rö­te. Dei­ne Hei­lung wird schnel­le Fort­schrit­te machen. Dei­ne Gerech­tig­keit geht dir dann vor­aus, und die Herr­lich­keit des HERRN folgt dir nach» (Jesa­ja 58,8 NLB). Die­se Ver­heis­sun­gen sind jeweils an das gan­ze Volk Isra­el gerich­tet; dar­in ist aber auch der Ein­zel­ne ein­be­zo­gen. Die drit­te «Dann»-Verheissung ist äus­serst kraft­voll. «Dann wird dich der HERR bestän­dig lei­ten und dir selbst in Dür­re­zei­ten inne­re Zufrie­den­heit bewah­ren. Er wird dei­nen Kör­per erfri­schen, sodass du einem soeben bewäs­ser­ten Gar­ten gleichst und wie eine nie ver­sie­gen­de Quel­le bist» (Jesa­ja 58,11 NLB). Die Frucht ist, dass Gott in Dür­re­zei­ten inne­re Zufrie­den­heit bewahrt – in Man­gel, Not, Unter­drü­ckung, auf der Flucht, in Nackt­heit und in Gefan­gen­schaft. Gott wird unse­ren Kör­per erfri­schen. Wört­lich steht dort «Kno­chen». Gott wird, was schein­bar tot ist, wie­der­be­le­ben. In einem bewäs­ser­ten Gar­ten keimt, sprosst und gedeiht es. Es ist ein Zei­chen dafür, dass wir reich­lich emp­fan­gen. Die nie ver­sie­gen­de Quel­le deu­tet auf den Über­fluss hin, den Gott schenkt.

Wie ist die­ses «Wenn»? Wie sieht ein sol­cher Got­tes­dienst aus? «Tut an mei­nem hei­li­gen Tag, dem Sab­bat, nicht, was ihr wollt, son­dern erlebt ihn als Won­ne und ehrt den hei­li­gen Tag des HERRN. Ehrt ihn, ver­folgt nicht eure eige­nen Inter­es­sen, geht nicht euren Geschäf­ten nach und spart euch lee­res Geschwätz» (Jesa­ja 58,13 NLB). Es geht dar­um, nicht zu tun, was wir wol­len. Also nicht etwas Gutes zum Bes­ten zu machen (Arbeit, Fami­lie, Erfolg, Geschäf­tig­keit, Anse­hen vor Leu­ten), son­dern Gott an ers­te Stel­le zu set­zen. Erfül­lung und Sicher­heit von ihm abhän­gig zu machen und nicht von ande­rem. Ein Got­tes­dienst, der Gott an ers­ter Stel­le hat, gibt sein gan­zes Leben Gott hin und ver­sucht, Reden und Han­deln in Ein­klang zu bringen.

Handeln – wie Gott es liebt

Wie sieht denn ein sol­ches Han­deln aus, das Gott ent­spricht? «Fas­ten, wie ich es lie­be, sieht doch viel­mehr so aus: Lasst die zu Unrecht Gefan­ge­nen frei und gebt die los, die ihr unter­jocht habt. Lasst die Unter­drück­ten frei. Zer­brecht jedes Joch. Ich möch­te, dass ihr euer Essen mit den Hung­ri­gen teilt und hei­mat­lo­se Men­schen gast­freund­lich auf­nehmt. Wenn ihr einen Nack­ten seht, dann klei­det ihn ein. Ver­leug­net euer eige­nes Fleisch und Blut nicht» (Jesa­ja 58,6–7 NLB).

Wenn wir Jesa­ja 58 so ver­ste­hen, dass Fas­ten als sol­ches nicht wich­tig ist, zeigt sich immer noch eine gros­se Dis­kre­panz zwi­schen geleb­tem Got­tes­dienst und Für­sor­ge für Arme und Unter­drück­te. Als Jesus­nach­fol­ger ist alles, was ich tue oder nicht tue, Got­tes­dienst – mein gesam­tes Leben! Got­tes­dienst ist nicht beschränkt auf den Sonn­tag­mor­gen. Für­sor­ge für Arme und Unter­drück­te hören gewis­se nicht ger­ne und stül­pen einem gleich den Stem­pel «lin­ke Kir­che» über. Doch die­ses Label hilft nicht wei­ter. Denn Gott ord­net immer wie­der Für­sor­ge für Arme und Unter­drück­te an. «Wer den Armen unter­drückt, belei­digt sei­nen Schöp­fer, wer aber dem Armen hilft, ehrt Gott» (Sprü­che 14,31 NLB). Gott sagt nicht: Küm­mert euch um die Ein­fluss­rei­chen, um die­je­ni­gen, denen es gut geht. Denn die kön­nen für sich selbst ein­ste­hen. Jesus­nach­fol­ger sol­len für die ein­ste­hen, die nicht für sich selbst ein­ste­hen kön­nen. Jesus­nach­fol­ger sind ein­ge­la­den, sich für Gleich­be­hand­lung ein­zu­set­zen. Jesus­nach­fol­ger sind ein­ge­la­den, für die zu spre­chen, die nicht gehört wer­den. Jesus­nach­fol­ger sind ein­ge­la­den, einen gross­zü­gi­gen Lebens­stil zu leben. Jesus sagt: «[…] Ich ver­si­che­re euch: Was ihr für einen der gerings­ten mei­ner Brü­der und Schwes­tern getan habt, das habt ihr für mich getan!» (Mat­thä­us 25,40 NLB).

Was heisst es, wenn wir Jesa­ja 58 so ver­ste­hen, dass Fas­ten immer noch sei­nen Platz hat? Fas­ten ist dann eine Mög­lich­keit, Zugang zu eröff­nen zu den­je­ni­gen, die nicht genü­gend Essen haben. Ich kann mir viel­leicht ein biss­chen bes­ser vor­stel­len, wie es ist, wenn Mahl­zei­ten aus­fal­len. Es eröff­net die Mög­lich­keit, selbst im eige­nen Umfeld aktiv zu sein. Bei­spiels­wei­se kann ich das gespar­te Geld, das ich nicht für Mahl­zei­ten brau­che, wei­ter­ge­ben. Fas­ten kann ver­stär­kend wir­ken, weil ich es an mei­nem eige­nen Kör­per erle­be. Es geht aber nicht um Fas­ten als Pra­xis an und für sich. Für gewis­se Per­so­nen­grup­pen ist Fas­ten nicht geeig­net. Dies betrifft gemäss einer aktu­el­len SRF-Doku Per­so­nen mit Kach­e­x­ie, Mager­sucht, Schild­drü­sen­über­funk­ti­on, Leber- oder Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz, Dia­be­tes Typ 1 sowie Schwan­ge­re und Stil­len­de. Hier könn­te bewuss­ter Ver­zicht eine gute Alter­na­ti­ve sein. Denn es geht nicht um Fas­ten als sol­ches, son­dern um die Her­zens­hal­tung dahin­ter. Will ich Gott ehren, dann soll­te mein Got­tes­dienst (Leben) dies wider­spie­geln. Fas­ten kann ein Teil die­ses Got­tes­diens­tes sein.

Doch wie kom­men wir an den Punkt, an dem wir nicht nur Mit­leid, son­dern Barm­her­zig­keit haben? Mir gefällt die Defi­ni­ti­on von Har­ry Graf immer noch am bes­ten, die er hier vor eini­ger Zeit gege­ben hat: Barm­her­zig­keit ist, dann Mit­leid mit jeman­dem zu haben, wenn er selbst schuld ist! Es folgt die Ein­la­dung: «Öff­ne dem Hung­ri­gen dein Herz und hilf dem, der in Not ist. […]» (Jesa­ja 58,10 NLB). Wie kom­men wir dahin?

Schönheit des Evangeliums

Dabei geht es nicht um ein «Bla­ming», wie es auf Social Media zur Genü­ge geschieht. Es geht aber auch nicht dar­um, vor ande­ren damit zu schei­nen, wie es eben­falls zur Genü­ge geschieht. Auch mora­li­sche Appel­le brin­gen uns nicht wei­ter. Wenn es – näm­lich das Herz zu öff­nen – etwas ist, das ich tun muss, dann ist es schluss­end­lich auch nur Selbst­zen­triert­heit. Wenn ich aber mein Herz öff­ne, weil ich die Schön­heit des Evan­ge­li­ums erfasst habe, dann führt es mich weg von mir und hin zu Gott.

Das Vor­bild für unse­ren Umgang ist kein Gerin­ge­rer als Jesus Chris­tus selbst. Jesus Chris­tus iden­ti­fi­zier­te sich mit den Armen – mehr als dass er sich nur wört­lich für sie ein­setz­te. «You know the gre­at love and grace of Jesus Christ our Lord. Alt­hough he was rich, he beca­me poor for your sake, so that through his pover­ty he might make you rich» (2. Korin­ther 8,9 NLB). Jesus selbst war arm um unse­ret­wil­len. Er wur­de in einem Stall gebo­ren – am Ran­de der Gesell­schaft. Beim obli­ga­to­ri­schen Rei­ni­gungs­op­fer nach einer Geburt brach­ten sei­ne Eltern das Min­des­te an Opfer dar: zwei Tau­ben. Dies war für arme Leu­te so vor­ge­schrie­ben (Lukas 2,22–24). Jesus wuchs in einem Gebiet auf, von dem nichts Bedeu­tungs­vol­les erwar­tet wur­de (Johan­nes 1,46). Er küm­mer­te sich viel um die Armen, Unter­drück­ten und Schwa­chen und heil­te sie. Er begeg­ne­te Pro­sti­tu­ier­ten und den ver­hass­ten Zöll­nern vol­ler Lie­be. Streit hat­te er vor allem mit den reli­giö­sen Füh­rern. Zu guter Letzt starb er am Kreuz aus­ser­halb der Stadt. Er wur­de in einem frem­den Grab beigesetzt.

Wel­chem Jesus folgst du nach? Einem, dem Arme und Unter­drück­te wich­tig sind und Men­schen in die per­sön­li­che Nach­fol­ge ein­lädt? Oder einer ver­west­lich­ten Vari­an­te davon? In unse­rem Got­tes­dienst (Leben) zeigt sich der Unter­schied. Dabei geht es nicht um die Hand­lung an sich. Denn die Hand­lung kommt aus der Got­tes­be­zie­hung her­aus und hat dort ihren Ursprung.

Jesa­ja ver­heisst über den Got­tes­dienst, den Sab­bat, etwas Gran­dio­ses: «Tut an mei­nem hei­li­gen Tag, dem Sab­bat, nicht, was ihr wollt, son­dern erlebt ihn als Won­ne und ehrt den hei­li­gen Tag des HERRN. Ehrt ihn, ver­folgt nicht eure eige­nen Inter­es­sen, geht nicht euren Geschäf­ten nach und spart euch lee­res Geschwätz. Dann wird der HERR eure Freu­de sein […]!» (Jesa­ja 58,13–14 NLB). Won­ne ist das Gefühl der Beglü­ckung, der höchs­ten Freu­de. Sehnst du dich danach? Der Weg dazu geht nur dar­über, dass du nicht mehr dei­ne eige­nen Inter­es­sen ver­folgst, son­dern dei­ne Sicher­heit und Erfül­lung von Gott abhän­gig machst. Lade Gott ein, dei­nem Her­zen zu zei­gen, was sei­nem Her­zen wich­tig ist. Fas­ten kann hier­zu ein Weg sein. Es geht aber um mehr als nur die äus­ser­li­che Hand­lung beim Fas­ten. Beim gan­zen The­ma Fas­ten geht es nicht dar­um, Gott zu gefal­len, weil ich fas­te, son­dern Zeit mit ihm zu ver­brin­gen. Ich möch­te die Pre­digt wie­der mit dem Gebet been­den, das ich in der Pre­digt­se­rie über Besitz und Glau­be letz­tes Jahr gebraucht habe: «Herr, zei­ge mei­nem Her­zen, was dei­nem Her­zen wich­tig ist. Amen.»

Possible questions for the small group

Bibel­text lesen: Jesa­ja 58

  1. Wo erken­ne ich in mei­nem eige­nen Leben die Gefahr eines «wir­kungs­lo­sen Fas­tens» – also äus­se­re Fröm­mig­keit ohne inne­re Herzenshaltung?
  2. In Jesa­ja 58 ver­bin­det Gott ein «Wenn» mit gewal­ti­gen «Dann»-Verheissungen.
    Was bedeu­tet die­ses «Wenn» kon­kret für mei­nen All­tag – über reli­giö­se Hand­lun­gen hinaus?
  3. «Dann wird dein Licht auf­leuch­ten […]» (Jesa­ja 58,8 NLB). Wo seh­ne ich mich nach Hei­lung, Lei­tung oder inne­rer Zufrie­den­heit – und was könn­te es heis­sen, Got­tes Prio­ri­tä­ten dort an ers­te Stel­le zu setzen?
  4. Gott beschreibt Fas­ten als Ein­satz für Hung­ri­ge, Unter­drück­te und Bedürf­ti­ge (Jesa­ja 58,6–7). Wel­che kon­kre­te Per­son oder Grup­pe legt Gott mir viel­leicht gera­de aufs Herz? Wie könn­te ein ers­ter Schritt aussehen?
  5. Jesus said: «[…] Was ihr für einen der gerings­ten mei­ner Brü­der und Schwes­tern getan habt, das habt ihr für mich getan» (Mat­thä­us 25,40 NLB). Wie ver­än­dert die­ser Blick mei­nen Umgang mit schwie­ri­gen, anstren­gen­den oder «selbst schuld» wir­ken­den Menschen?
  6. Das Vor­bild ist Jesus Chris­tus, der «reich war und arm wur­de» (2. Korin­ther 8,9 NLB). Wo for­dert mich sein Lebens­stil her­aus – viel­leicht gera­de in mei­nem Umgang mit Besitz, Zeit oder Ansehen?
  7. Wenn Gott ver­heisst: «Dann wird der HERR eure Freu­de sein […]» (Jesa­ja 58,14 NLB): Wovon mache ich mei­ne Freu­de und Sicher­heit aktu­ell abhän­gig – und wie könn­te ech­te Won­ne in Gott kon­kret wachsen?