Heimatlos? – Herausforderung: Migration und Islam – eine christliche Antwort
Sonntag, 17. März 2019

Heimatlos? – Herausforderung: Migration und Islam – eine christliche Antwort

Prediger/in:
Passage: Matthäus 5,41
Dienstart:

Das Thema Migration und Islam ist in aller Munde. Die westliche Welt und speziell Europa ringen um Antworten. Wir versuchen, eine christliche Antwort darauf zu geben.


Wir stehen heute hier ca. 2019 Jahre nach Christi Geburt in der Schweiz und in einem wankenden Europa. In Afrika und im Nahen Osten und hoffen Millionen auf ein besseres oder wohlhabenderes Leben in Europa oder in einem westlichen Land. Die Einwanderung und unkontrollierte Migration hat v.a. 2015 einen nie zuvor dagewesenen Höhepunkt erreicht. Die meisten Migranten sind muslimischen Glaubens, was die Anzahl Muslime in Europa zusätzlich erhöht.

Dass der Islam je länger eine grössere Rolle spielt in Europa spürt man schon länger. Bspe:

  • Sadiq Khan Bürgermeister von London ist der erste muslimische Bürgermeister in einer Europäischen Grossstadt.
  • der häufigste Name in England und Wales für Babys ist Muhammed bzw. Ahmed
  • In GB gibt es bereits Scharia Gerichte und und in div. Anderen Ländern wie F werden sie gefordert

Errechnete Zahlen des Pew Research Center (nichtstaatliches, amerikanisches Meinungsforschungsinstitut): (Grafik)

Gleichzeitig nehmen wir auch die Schattenseiten war der islamischen Migration wahr und stehen vor Herausforderungen, denen Europa scheinbar nicht gewachsen ist, allem voran:

  • islamistisch motivierten Terroranschläge auch in Europa
  • Anstieg von teils sehr heftigen Sexualdelikten
  • von Anstieg des Antisemitismus

Kurz: ein Kampf der Kulturen scheint heraufbeschworen zu sein!? und in Europa ringt man nach Antworten.

Wir wollen heute nach einer christlichen Antworte suchen.

Erster Teil

Warum gibt es diese Migration? Wieso kommen so viele Menschen nach Europa:

Viele Gründe:

  • Flucht vor Kriege/Elend
  • Arbeit/Geld
  • Generell: Hoffnung auf besseres Leben
  • Nicht zuletzt: Werbung

Dies ist jedoch nur eine Seite. Es ist die Seite der Migranten. Man kann auch fragen: Warum werden sie reingelassen? (in NZ; AUS; CAN, USA, gibt es eine striktere Praxis und in allen reichen muslimischen Öl-Staaten, wurde bis heute kein einziger Flüchtling aufgenommen). Warum werden sie also reingelassen?

Warum diese «Willkommenskultur» und diese «Toleranz»? Ist dies etwa die christliche Pflicht Europas?

Um dies zu beantworten, muss ich etwas ausholen.

Bassam Tibi, (syr.-dt.) ehem. Professor für Politwissenschaften in Göttingen D, nennt sich selber Euromuslim, sagte mal:

«Wenn der Abstand zwischen einem gläubigen Moslem und einem gläubigen Christen einen Meter beträgt, so beträgt er zwischen einem gläubigen Moslem und einem säkularisierten Europäer mehrere Kilometer.»

Bedeutet u.a.: Wir in Europa spez. im säkularen Nicht-Christlichen Europa, verstehen den Islam und die Muslime nicht oder nur sehr schlecht! – Wieso?

Wir meinen Religion sei ein Hobby, ein Gefühl, ein Mythos ohne Hand und Fuss. Etwas das jeder, privat, allein machen soll. Aber eine Religion ist etwas ganz anderes, etwas viel, viel Umfassenderes! Aber Europa weiss gar nicht mehr, was eine Religion ist! Wir haben es vergessen.

Islam tickt aber sehr unterschiedlich:

  • Verständnis Staat und Religion, Islam ist auch eine Staatsform (darum kommt ein Abfall vom Islam auch einem Landesverrat gleich und wird mit dem Tod bestraft)
  • Verständnis von Krieg und Gewalt / dar al-Islam und dar al-Harb
  • Umfrage von 2013 in GB, nach den Terroranschlägen von London:
  • 1/3 aller moslemischen Studenten in GB findet, im Namen des Koran zu töten sei ok.
  • 40% aller moslemischen Studenten in GB finden, dass man die Schariah in GB einführen sollte.
  • Verständnis von Juden und Israel
  • Verständnis der hl. Schrift(en)

Kurzbeispiel:  Schweizer Arzt in Saudi Arabien:

  • Gibt es noch die Todesstrafe im Westen?
    • Nein
  • (überlegt) - Aber für Ehebruch schon noch oder?
    • Nein, das geht den Staat nichts (mehr) an
  • (überlegt) - «Wer gibt uns das Recht Gottes Gesetze abzuändern?»

 

  • Verständnis der Geschlechter
  • Und ganz wesentlich: das Zugehörigkeitsgefühl! (Bsp.: Churchill zu Pan-English), islamische Umma = ges. islamische Gemeinschaft

Kurz gesagt: Der Islam und mit ihm die Mehrheit der Moslems haben andere Werte als die Europäer.

Aber was sind denn die Werte Europas?

Dazu ein Zitat von Theodor Heuss, der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschlands, sagte 1950, «Europa steht auf drei Hügeln: der Akropolis in Athen, dem Kapitol in Rom und auf Golgatha.»

  • philosophischen Vernunft der Griechen
  • Rechtsdenken Roms
  • Christentum

Diese 3 Säulen bilden die innere Identität Europas.

Jedes Objekt das auf drei Pfeilern ruht, sei es ein Haus, eine Hütte oder auch nur ein Stuhl, kann nicht auf zwei Stützen bestehen. Stürzt eine ein, stürzen alle ein. So ist es auch mit den erwähnten drei Hügeln: Tragen wir einen davon ab, steht das ganze Gebilde schief. Oder anders gesagt: auch die Akropolis und das Kapitol stehen nur so lange als stützende Pfeiler da, wie auch Golgatha bleiben wird. Wie die Zukunft von Europa aussehen wird, hängt darum wesentlich von der Stützkraft ab, die wir Golgatha überlassen.

Aber genau diese Stützkraft, stürzt ein tagtäglich!! Christliche Werte schwinden und schwinden! Man spricht darum von einem «Wertezerfall». Grund: Abfall vom Christentum. Es gibt nämlich keine christlichen Werte ohne Christus (zumindest nicht länger als 2 Generationen).

Sehr ähnlich sagte es seinerzeit der Gründervater der EG/EU, Robert Schuman: «Die [europäische] Demokratie wird eine christliche sein oder sie wird nicht bestehen bleiben.»

Durch einen Wertezerfall, erfolgt dann ein Wertevakuum.

Eine werteverlorene Gesellschaft aber wird, durch das dann entstehende Wertevakuum, zwangsläufig andere, niederere Werte anziehen wie beispielsweiseMaterialität (und somit eine Konsumvergötzung) oder alternative Religionen. (Das ist auch der Grund für Boom von unterschiedlichsten Ideologien und Religionen.) UND etwas anderes folgt daraus auch noch:

«Weil es keine Bindung des Gewissens an absolute Werte mehr gibt, also ein ethisches Verhalten nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann, müssen immer mehr regulierende Gesetze geschaffen werden. Dem Wertezerfall parallel läuft eine unübersehbare Gesetzesflut.» Georg Huntemann

Dieses Wertevakuum kann aber nicht einfach so gestopft werden. Obwohl wir es versuchen (mit Gesetzen). Ein Vakuum wird immer von Aussengefüllt. Egal ob es ein Luft-, Macht oder Wertevakuum ist.

ABER von diversen muslimischen Seiten wird nur darauf gewartet, dieses Vakuum stopfen zu können!

Bspe:

«Wir müssen die europäische Kultur mit der türkischen impfen.»

(Mit diesem Ausspruch eröffnete Erdogan die Euro-Türken-Konferenz 2010 zu der türkischstämmige Politiker geladen wurden, spiegel.de, Erdogan umgarnt deutsch-türkische Politiker.)

«Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.»

((nach Ziya Gökalp) - Erdogan 1998 auf einer Wahlkampfveranstaltung, siehe welt.de: Reformer oder Wolf im Schafspelz? vom 22.09.04 und welt.de: Recep Tayyip Erdogan: Der Islamist als Modernisierer vom 05.05.07)

Muammar al-Gaddafi: «Ich werde die Hälfte Europas mit einem Augenzwinkern einnehmen.»

Ein ganz wichtiger Grund für die islam. Migration ist also: das europäische bzw. christliche Wertevakuum!

Das ist ein Hauptgrundfür die Willkommenskultur in Europa der letzten Jahre.

Zweiter Teil

Nun wollen wir uns mir den Reaktionen Europas beschäftigen:

Schauen wir nochmals zurück, letzte Jahrzehnte, seit dem 2WK fährt Europa einen Weg der Toleranz und Gleichgültigkeit. Ich nenne das «Weg 1»

Gründe:

  • T. Wirtschaftliche Interessen, wegen Rohstoffen
  • Schuldgefühle, wegen der Weltkriege und dem Kolonialismus
  • Auch eine Angst vor Rassismus:

Bsp.: Bassam Tibi: «Ich habe mehr Macht in D als ein Polizist»

  • Angst vor den Konsequenzen! (vgl. auch z.B. die Falschmeldungen zur Kölner Silvesternacht)

Hand in Hand mit dieser Haltung geht auch eine Doppelmoral und zweierlei Mass:

  • Bsp: Kacem el Ghazzali, 2012, Freispruch einer Morddroherin, da sie nur den Koran zitiert hatte
  • In GB Sharia-Courts, darunter fallen bspw. das Eherecht, Erb-, Schul- und Alltagbelange

Folge dieses ersten Weges wird eine zunehmende Islamisierung sein.

Passendstes Zitat dazu von, Peter Scholl-Latour:

«Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes. Das Christentum hat teilweise schon abgedankt. Es hat keine verpflichtende Sittenlehre, keine Dogmen mehr. Das ist in den Augen der Muslime auch das Verächtliche am Abendland.»

Boualem Sansal, algerischer Schriftsteller, nach den Anschlägen von Paris, 2015:

«Weltweit mobilisieren sie [die Islamisten] Anhänger, und ihnen gegenüber steht – nichts, Leere. Die Demokratien sind schwach.»

Weg 2 – Langsam aber kehrt die öffentliche Meinung in Europa und in der westlichen Welt

Unmut, Wiederstand, Gewalt, Hass, kann vielerorts beobachtet werden.

z.B. sieht man das an Folgendem:

Umfrage: Europäische Menschen die gerne Muslime am immigrieren stoppen wollen/Trumps Einreisestopp (Chathamhouse)

Wenn wir ehrlich sind, verstehen wir diese Reaktionen oder kennen vielleicht ähnliche Gedanke von uns selbst. Fragen Sie sich mal, wo Sie selber stehen?

Es ist kein Zufall, das in D die ersten Asylunterkünfte brannten: Im Jahr 2016 wurden fast 1000 kleinere Anschläge auf Asylantenheime in Deutschland gemeldet.

Die Folgen dieses 2. Weges, also eines Weges des Wiederstandes und Gegengewalt, werden furchtbar sein. Dann wäre es besser auf dem ersten Weg zu bleiben.

Vor zwei Tagen hat ein offensichtlich Rechtsextremer Täter bei zwei Anschläge auf Moscheen in Christchurch NZ insgesamt 49 Menschen getötet und 39 weitere sind jetzt noch in Spitäler.

Der dritte Weg: Der (christliche) Weg der Liebe

Worte Jesu, zeigen oft einen dritten Weg auf: Er tolerierte nicht einfach alles, noch kämpfte er gegen die Juden und Römer, nein, er ging einen ganz anderen separaten Weg, der schliesslich am Kreuz und Auferstehung mündete: den Weg der Liebe

Als Bspe. für eine dritten Weg möchte ich einen Satz aus dem neuen Testament mit auch anschauen: Mt 5,41: «Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.» (Hintergrund: römische Soldaten kannten sich nicht aus in Israel, die Frage ist also, ob man kollaboriert, wenn man ihnen hilft?)

Mit anderen Worten: Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut (vgl. Eph.), er kann nicht gegen Fleisch und Blut sein. Wir kämpfen nicht gegen Menschen! Nicht gegen Muslime! Nicht gegen Feinde! Nicht gegen Irgendwen.

Natürlich sollen wir Werte erhalten so gut es geht, in Gespräch und Abstimmungen, Wahlen, pers. Leben etc. ABER KEINE christlichen Werte ohne Christus! Er ist der Schlüssel. Und er hat radikaleLiebe vorgelebt! Noch am Kreuz hängend und sterbend, sagte er: «Gott vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.»

Der dritte Weg heisst: «Liebe deinen Nächsten!» Geh die Extrameile!

Unsere Aufgabe ist Gottes Liebe und den Migranten entgegen zu bringen, wir müssen die Migranten lieben, die Moslems lieben! Und das können wir, weil Jesus uns liebt!

Wir müssen die Bedeutung des Satzes: «Liebe deinen Nächsten» wieder neu lernen!

Wie kann das aussehen?

  • Nachbardorf Pfarrer zwei Asylanten muslim. Glaubens aufgenommen hat.
  • Chrischona Leerau

Es ist unsere christliche Aufgabe, dort wo wir sind und wenn möglich darüber hinaus, Muslimen Jesu Liebe weiterzugeben und zum christlichen Glauben zu stehen!

Die ALLES entscheidende FRAGE die über die Zukunft Europas entscheiden wird ist: Wie viele Menschen werden wir für Jesus gewinnen können. - Die Politik wird es nämlich nicht richten. Nicht weil sie nicht will, sondern weil sie nicht kann.

Schluss und Fazit

Auch wenn es oft nicht so scheint: Gott hat alles im Griff.

Denkt nur mal 500 Jahre zurück. Es ist nicht das erste Mal das der Islam nach Europa greift. Wir feierten ja gerade im 2017 das Reformationsjubiläum. Damals musste der deutsche Kaiser und mit ihm halb Europa sich gegen die Türken vereinen, die vor Wien standen und um Haaresbreite grosse Teile Europas eingenommen hätten.

Dieser Umstand verhalf gleichzeitig Luther und seinen Mitstreitern genügend Zeit zu bekommen und so der Reformation mit zum Durchbruch zu verhelfen. Gottes Wege sind höher als unsere! – Ich kenne Gottes Plan nicht für Europa, aber ich weiss er hat einen!

Europa wird sich verändern und möglicherweise nie mehr so sein wie es in den letzten Jahrzehnten war.

Es gibt 3 Möglichkeiten wohin es führen kann.

Der 1. Weg, der 2. Weg und der ganze andere3.Weg.

Amen.

Mögliche Fragen für die Kleingruppen

Bibeltext lesen: Matthäus 5,41

  1. Was löst das Thema bei mir aus? Was für Erfahrungen habe ich schon gemacht?
  2. Habe ich evtl. sogar Angst? Wovor genau? Ist die Angst berechtigt?
  3. Wo und wie habe ich mit Menschen muslimischen Glaubens zu tun?
  4. Welchen der erwähnten drei Wege gehst du? Ist es womöglich dran den Weg zu wechseln?
  5. Wo kennst du Extrameilen? Wo bist du schon solch gegangen? Wo solltest du solche gehen?

Idee: Schlage mal eine der folgenden Personen im Internet nach und lies oder schau dir ein Interview mit ihnen an: Hamed Abdel-Samad, Saida Keller Messahli, Laila Mirzo, Bassam Tibi, Boualem Sansal, Kacem El Ghazzali