Dream-Team

Datum: Sonntag, 15. März 2020 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Daniel 9,18b-19

Was wir von Daniel und seinem Dreamteam lernen können für unsern Alltag – in guten und schwierigen Zeiten!


 

Wir begegnen heute dem Volk Gottes in einem Moment, wo sie sich fragen konnten: Ist das das Ende vom Volk Gottes: wir haben unser Land verloren, wir sind besiegt von einer fremden Macht; der Tempel, unser Heiligtum, ist ausgeraubt und zerstört; d.h. Ende Gottesdienst! Ihre letzten Könige führten das Volk in den geistlichen und geschichtlichen Untergang. Und der mächtige babylonische König Nebukadnezar der sein Reich vom Mittelmeer bis an den Persischen Golf ausweitete, vereinnahmt Israel. In verschiedenen Schüben führt er  ganze Teile des Volkes Gottes nach Babylon ins Exil. Die Israeliten hätten sich mit Worten des Psalm-Dichters Asaf fragen können: «Wird der Herr sein Volk für immer verstoßen? Ist es denn mit seiner Güte für immer und ewig vorbei? Hat Gott denn vergessen, barmherzig und gnädig zu sein?» (aus Psalm 77,8-10 NGÜ) Die erste Deportation findet 605 v.Chr. statt; sie betrifft die begabte Oberschicht des Landes. In Babylon angelangt, befiehlt Nebukadnezar dem obersten Hofbeamten, er solle von den Israeliten junge Männer auswählen, die geeignet sind für den Dienst am Palast des Königs. Die Kriterien waren: Die Männer müssen kerngesund sein, dürfen keine körperlichen Fehler haben; müssen gut aussehen, eine umfangreiche Bildung vorweisen und eine schnelle Auffassungsgabe haben. Aufgabe des obersten Hofbeamten war, diese Männer während drei Jahren vorzubereiten für ihren Dienst am Königshof; dazu gehörte auch das Erlernen der Sprache und Schrift der Babylonier. Nach dieser Zeit erwählte Nebukadnezar aus der Gruppe der Ausgebildeten vier Männer aus, die seine Ratgeber sein sollten. Aus allen Bewerbungsgesprächen wählte Nebukadnezar vier Judäer aus, nämlich: Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja. Der oberste Hofbeamte gab ihnen dann babylonische Namen: Beltschazar, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, aber ich bleibe mal bei ihren bisherigen Namen.

Ein Dreamteam in gottloser Umgebung

Mit ihnen bekam Nebukadnezar wirklich ein Dreamteam. Diese vier waren überaus gesegnet von Gott. Wenn beim König Einsicht und Verstand gefragt war, wandte er sich an diese Männer. Wir lesen in Daniel 1, dass Gott den vier jungen Männern außergewöhnliche Weisheit und Erkenntnis schenkte; im Ranking stufte Nebukadnezar sie bald als zehnmal (!) besser ein, als seine weisesten Männer! Und Daniel konnte außerdem Visionen und Träume jeder Art deuten.

Als Gefangene hätten sich ja ganz anders benehmen können nach dem Motto: «Das geniessen wir jetzt mal tüchtig: das königliche Essen und den köstlichen Wein. Nebukadnezar trinkt bestimmt einen wundervollen Grand Cru aus Frankreich oder einen Riserva Superiore aus Italien! Und unsern Job nehmen wir nicht so ernst! Wir wollen diese Sprache und ihre Schrift gar nicht lernen! Wir wollen keine dreijährige Ausbildung, sondern so schnell wie möglich zurück in unsere Heimat?!»

 

Doch diese vier Männer verhielten sich ganz anders:

  • Sie fragten den obersten Hofbeamten, ob nur Gemüse essen und Wasser statt Wein trinken dürfen. Und er erlaubte es ihnen.
  • Sie hielten an ihrem Gott und ihrem Glauben fest und haderten nicht mit Gott und ihrem Schicksal.
  • Sie setzen sich voll ein und gaben ihr Bestes in dieser ganz anderen Welt Babylons.

Und was war das Ergebnis? Eine Vorrang-Stellung am Königshof! Zusammenfassend kann man sagen: Sie erlebten Gottes Segnen auf eindrückliche Weise. Wie du und ich? Fragen wir uns jetzt! Vielleicht erlebst du dieses In-eine-andere-Welt-gehen jeden Tag, wenn du an deinen Arbeitsplatz gehst, an deinen Lehrplatz oder in die Schule, zum Studium! Vielleicht hast du Mühe mit deinem Job. Er ist dir verleidet. Du bist nicht mehr motiviert. Oder dein Wohnort ist für dich wie Babylon und du möchtest am liebsten auf und davon. Vielleicht steckst du momentan in einer gröberen Krise. Du fühlst dich deplatziert und gefangen in deinem Alltag. Vom gefangenen, deportierten Dreamteam in Babylon können wir uns folgendes merken:

  • Klammere dich in deiner Krise an deinen Gott und nimm Gott bewusst mit in deinen Alltag!
  • Wirf deinen Glauben nicht fort!
  • Bleib mit deinen Sorgen nicht allein, teile sie offen mit deinen Freunden. Rede!
  • Gib trotz allem dein Bestes, stell dich den Herausforderungen! Es lohnt sich!

Vergiss es nie, auch du bist reich gesegnet für dich und für andere! Das Dreamteam um Daniel musste mehrere schwierige Zeiten durchstehen! Ich denke dabei auch jene Geschichten, als sie in den Ofen oder Daniel in die Löwengrube geworfen wurden… Alles zu lesen im Buch Daniel!

Vom Dreamteam zum Albtraum-Team

Zu Albträumen kann es auch in einem Dreamteam kommen! Daniel und seinem Team geschah Folgendes: Nebukadnezar hat einen Traum, der ihn so erschreckt, dass er aufwacht. Am nächsten Morgen ruft er all seine Weisen, Zauberer und Wahrsager zusammen, dass sie ihm den Traum deuten. Aber: Nebukadnezar ist nicht bereit, den Traum zu erzählen!! Anscheinend, so kommt es in der Erzählung zum Ausdruck, hat der König schlechte Erfahrungen gemacht mit seinen Wahrsagern und Weisen, die oft nur Lug und Trug präsentieren. Nun ist Nebukadnezar plötzlich überzeugt, dass nur derjenige eine echte Traumdeutung vorbringt, der nicht nur die Deutung, sondern auch den Traum eingegeben bekommt. Die Weisen reklamieren, der König verlange zu viel, das habe noch kein König auf dieser Welt von seinen Weisen gefordert. Überhaupt, das könne kein Mensch erfüllen. Das können nur Götter, aber die wohnen ja nicht bei den sterblichen Menschen, meinten sie! Doch Nebukadnezar droht, er werde alle umbringen, wenn niemand seiner Forderung nachkomme.  Zudem werde er ihre Wohnhäuser zu Schutthaufen machen.

Daniel geht stracks zu Nebukadnezar und bittet um Fristverlängerung, damit er ihm den Traum schildern und deuten könne. Dann eilt er zurück zu seinen Freunden:  «Leute, wir müssen beten, sonst müssen wir sterben, zusammen mit allen andern.» Sie beten innig um Gottes Erbarmen, dass er ihnen dieses Geheimnis offenbart. Tatsächlich, mitten in der Nacht hat Daniel eine Vision über Nebukadnezars Traum, samt Deutung! Bevor Daniel am nächsten Morgen zum König geht, nimmt sich das Dreamteam Zeit für Lobpreis! Daniels Loblied ist so wunderschön, das will ich euch vorlesen: «Gelobt sei der Name Gottes, jetzt und in alle Ewigkeit! Gott allein gehören Macht und Weisheit.  Er ist der Herr der Zeit und bestimmt, was wann geschieht; er setzt Könige ab und überlässt anderen ihren Thron. Den Weisen schenkt er ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand!  Er enthüllt die unergründlichsten Geheimnisse und weiß, was im Dunkeln verborgen ist, denn er selbst ist vom Licht umgeben. Ja, ich lobe und preise dich, du Gott meiner Vorfahren! Denn du hast mir Weisheit und Kraft geschenkt. Du hast unsere Gebete erhört und mir den Traum des Königs enthüllt!» (Daniel 2,20-23 Hfa) Dann vor dem König spricht Daniel zunächst Klartext über Gott und sich selbst: «Das Geheimnis, nach dem der König fragt, kann von keinem einzigen Weisen, Zauberer, Zeichendeuter oder Wahrsager aufgedeckt werden. Aber es gibt einen Gott im Himmel, der das Verborgene ans Licht bringt» (Daniel 2,27-28a NL). «Dass ich das Geheimnis deines Traums kenne, liegt nicht daran, dass ich klüger wäre als alle anderen lebenden Menschen» (Daniel 2,29 NL). Zum Erstaunen von Nebukadnezar kann Daniel ihm den Traum schildern und auch die Deutung. Daniel wird reich beschenkt und wird zum Fürsten ernannt über ganz Babel und zum Obersten über alle Weisen in Babylon. Seine Freunde, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ernennt Nebukadnezar zu Regenten über drei Bezirke von Babel. Was können wir mitnehmen vom Albtraum-Erlebnis des Dreamteams?

  • Wir brauchen in guten und schweren Zeiten ein Dreamteam um uns! Du brauchst kein Büsi, keinen Hund, kein Meerschweinchen und auch keinen Papagei um dich herum. Die sind zwar auch ganz nett, aber du brauchst Leute um dich, denen du auf die Schultern klopfen oder die du umarmen kannst. Du musst nicht Whatsapp’len, twittern oder instagrammeln. Du brauchst keine digitale Schar um dich, aber eine kleine Gruppe von Leuten um dich, mit denen du alles teilen kannst, auch deinen Glauben. Egal ob Interessengruppe oder Kleingruppe – ein Team mit dem wir Freud und Leid teilen können; mit dem wir Lasten tragen können, dem wir Albträume mitteilen können, dunkle Täler gemeinsam durchschreiten können.
  • Wir brauchen Leute um uns mit denen wir beten können, wie Daniel und seine drei Freunde.
  • Wenn du nicht mehr kannst und wie ein Esel am Berg anstehst, dann brauchst du jemanden, der dich erinnert und festhält: «Aber es gibt einen Gott im Himmel der kann…»

Es ist einfach, wenn es dir gut geht, zu singen «Mir troued dir, mir troued dir Grosses zue. Din Name isch wunderbar, din Name macht Wunder wahr…»  Was machst du, wenn es dir die Stimme verschlägt bei diesem Lied? Und es in dir schreit: «Ich weiss nicht mehr weiter…! Ich weiss nicht mehr was unten und oben ist…! Ich weiss nicht was los ist… Ich nahe am Verzweifeln…» Hast du ein Dreamteam um dich!? Nimm Beratung in Anspruch, Mentoring, Coaching oder Seelsorge. Der «Gott kann» – Flyer mit den nötigen Kontakt liegt auf! Erinnert ihr euch: Am Anfang der Predigt haben wir uns gefragt: Hat sich Gott damals mitsamt seinem Volk aus der Geschichte verabschiedet? Mit dem biblischen Buch Daniel müssen wir antworten: Nein, im Gegenteil! Gott ist bei seinem Volk geblieben, auch ohne Tempel! Gott hat sich an einen geographischen Ort gebunden. Er kann sich an einem Ort des Götzendienstes und des Okkultismus als mächtig erwiesen! Gott beweist seine Grösse vor dem damals grössten, weltlichen Herrscher: Nebukadnezar! Er zeigt sich in einer Art, die alle Götter und Götzen klitzeklein macht! So dass Nebukadnezar vor Daniel bekennt: «Wahrhaftig, euer Gott ist ein Gott über allem was Rang und Namen hat!»   

Daniel - wie du und ich!

Sage doch auch: Ich nicht… aber es ist ein Gott im Himmel der kann! Er will sich seinen Nachfolgern offenbaren -  seinem Volk und seinen Kindern! Wenn sein Volk verfolgt und verstossen wird, bleibt Gott mit ihm! Er lässt seine Leute nicht fallen! Heute in der weltweiten Christenverfolgung werden viele Gotteshäuser zerstört und Anschläge gemacht auf christliche Versammlungen. Aber Jesus macht weiter. Er ist nicht aufzuhalten, wenn er sein Reich baut! Vergessen wir nicht, was Jesus gesagt hat: «…ich will meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen» (Matthäus 16,18 Lu). Ich freue mich, dass Gott mich zu diesem Predigttext geführt hat, wo wir gleich morgen in eine «Ufschtoh-Woche» starten; jetzt wo ganz neu die «Gott kann» – Flyer aufliegen im Foyer; in dieser Zeit wo wir alle wieder ganz neu einladen, sich in eine Kleingruppe einzugliedern. Vielleicht liegt euch ein Dreamteam vor den Füssen! 

 

Mögliche Fragen für die Kleingruppen

Bibeltext lesen: Daniel 9,18b-19

  1. Wie hättest du dich verhalten als Gefangene(r) in einem völlig fremden Land?
  2. Wie haben es Daniel und seine Freunde geschafft, sich so positiv einzubringen?
  3. Kommen euch Bibelstellen in den Sinn, an denen wir uns orientieren könnten in solch einem Fall?
  4. Welcher Ort in deinem Leben ist für dich Babylon? Wir kann er zu Bethel werden ( «Ort an dem Gott wohnt»)?
  5. Gott kann – erzählt einander von schier unmöglichen Gebetserhörungen! Oder zählt biblische Wunder auf!
  6. Erzählt von euren Dreamteams und betet euch gegenseitig in Dreamteams hinein!