Die Zeit ist nicht aufzuhalten – nutze sie

Datum: Sonntag, 1. Januar 2023 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Hebräer 12,2

Gott schenkt uns mit dem Jahr 2023 wieder Zeit, die wir investieren können. Wir richten unseren Blick auf Jesus, der seine Zeit vorbildlich genutzt hat (Hebr. 12:2). Er hatte ein Ziel, Prioritäten und eine Partnerschaft, die ihm zum Erfolg verhalfen. Das Ziel gibt uns die Richtung, die wir einschlagen sollen. Die Prioritäten, den Weg um ans Ziel zu kommen, die Partnerschaft mit Gott und anderen Christen die Kraft diesen Weg zu gehen. 


 

Die Zeit ist nicht aufzuhalten

2023 - Wow - schon wieder ein neues Jahr. Ich mag mich sehr an Silvester 1978 erinnern. Zur Feier des Jahres zündeten wir eine Tischbombe. Erst dann bemerkten wir, dass diese unter der Deckenlampe des Tisches platziert war. Die Bombe ging los und danach war unsere Stube dunkel. Auch erinnere ich mich noch an das grosse Tam Tam wegen des Jahrtausendwechsels. Es sollte Stromausfälle geben, Computer und Flugzeuge abstürzen und all dies wegen eines Programmierfehlers. Und jetzt bereits das Jahr 2023. Geht es nur mir so oder fühlst Du selbst, wie die Zeit rasend schnell vorbeizieht? Sie ist nicht aufzuhalten und rinnt aus unseren Händen. Unser irdisches Leben ist wie eine Sanduhr und eines Tages ist sie abgelaufen.

Vielleicht fragen wir uns manchmal, wie sinnvoll wir die uns gegebene Zeit gebrauchen? Als Nachfolger von Jesus ist es gut, wenn wir gelegentlich unser Leben evaluieren und nötigenfalls korrigieren. Ich blicke zurück auf 2022 und frage mich, ob ich meine Zeit und Kräfte am richtigen Ort eingesetzt habe? Bin ich an dem Ort, an dem ich sein möchte? Etwas vom Schlimmsten, was im Leben passieren kann, ist, wenn wir die Zeit versanden lassen. Besser als unsere Vergangenheit zu bedauern, ist es, wenn wir am Ende unseres Lebens zurückschauen und zufrieden sein können. Ich denke, dies ist aber nur möglich, wenn wir im Voraus ein klares Bild davon haben, was wir erreichen wollen. 

Jesus unser Vorbild

In unserem Glauben ist Jesus unser Vorbild. Er hatte ein klares Bild seiner Lebensaufgabe. Als Jesus ungefähr dreissig Jahre alt war, bekam er die Gelegenheit, die Schrift zu lesen. Er wählte die Prophezeiung von Jesaja, die den kommenden Heiland beschreibt:  «Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt mit dem Auftrag, den Armen gute Botschaft zu bringen, den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen werden, den Unterdrückten die Freiheit zu bringen, und ein Jahr der Gnade des Herrn auszurufen» (Lukas 4,18-19 NGÜ). Danach setzte er sich hin. Viele Theologen nehmen diesen Zeitpunkt als den Beginn seines öffentlichen Wirkens und Predigens.

Jesus hatte eine präzise Vision seiner Berufung. Aber noch mehr als das: Er erreichte das Ziel durch die richtigen Prioritäten. Er wusste, was wichtig ist, um das Ziel zu erreichen. Einer seiner Prioritäten schien im Widerspruch zu seiner Berufung zu sein. Die Jünger waren mehrmals frustriert, wenn Jesus sich absetzte, um in der Stille mit dem Vater zu sein. Seine Freunde konnten nicht verstehen, warum er sich so vielen Bedürftigen entzog, wenn diese dringend seiner Hilfe bedurften. Jesus wusste, dass er ohne den Vater nichts erreichen konnte (Johannes 8,28). Die Beziehung mit seinem Vater schien seiner Arbeit im Weg zu sein, doch Jesus wusste, was wichtiger war. 

So ist es auch mit uns. Auch wir brauchen eine Vision vor unseren Augen. Aber auch diese Berufung setzt biblische Prioritäten nicht ausser Kraft. Im Buch an die Hebräer lesen wir, dass wir wie ein Wettkämpfer mit Ausdauer dem Ziel entgegenlaufen müssen.  Dabei sollen wir «unseren Blick auf Jesus richten» (Hebräer 12,2 NGÜ). Das Wort richten gefällt mir. Ich stelle mir vor, wie ein Kameramann seine Kamera ausrichtet und dem Darsteller folgt. Die Bibel Hoffnung für Alle übersetzt es ein wenig anders: «Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus.» Dieser Vers beschreibt, was in unserem Leben Priorität haben muss, um am Ziel anzukommen.  Der Vers führt uns noch weiter: «Er hat uns den Glauben geschenkt und wird ihn bewahren, bis wir am Ziel sind.» Dieser Satz beschreibt die Partnerschaft, die wir benötigen, um unsere Bestimmung zu erreichen. Wir können nur das Ziel erreichen, wenn wir den Weg mit Seiner Kraft gehen. 

Dann im nächsten Teil:  «Er hat mit Blick auf die unübertreffliche Freude (Vision), die vor ihm liegt, den Kreuzestod auf sich genommen. Er hat die damit verbundene Schande nicht beachtet» (Hebräer 12,2 DBU). Dieser Vers beschreibt sein Motiv im Leiden. Jesus hatte eine Vision von dem, was sein Gang zum Kreuz bewirken würde. Ich bin überzeugt, Jesus hatte im Voraus eine Offenbarung. Er sah, wie die Menschen, die er liebte, mit Ihm im Himmelreich sind. Zusammen mit dem Vater und dem Geist eine super Gemeinschaft haben. Dieser freudige Blick bewegte ihn, den horrenden Tod am Kreuz auf sich zu nehmen. Jesus erblickte die Verlorenheit, von Thomas oder Ursi, von dir und mir, dass er die brutalsten Schmerzen in Kauf nahm. 

Jesus war bereit zu leiden, um diese Freude zu erreichen. In der deutschen Sprache gibt es dafür ein Wort, es heisst Leidenschaft. Wir benützen das Wort im täglichen Gebrauch. Es ist die Bereitschaft zu leiden, um etwas zu erreichen. Wir sagen: Er ist ein leidenschaftlicher Künstler, Musiker, Gärtner oder Sportler. Die meisten Leute haben eine oder mehrere Leidenschaften. Ich fahre gerne Fahrrad und habe festgestellt, dass es beim Fahrradfahren nicht immer den Berg herunter geht. Es gibt die steilen, schweisstreibenden, schmerzhaften, herzpumpenden, Lungen verbrennenden Bergfahrten unter brutal brütender Sonne. Das Leiden nehme ich aber gerne in Kauf, ich denke dabei bereits an die Freude, die ich auf dem Pass, bei der coolen Bergabfahrt oder nach dem Duschen haben werde.

Im Leben gibt es hoffentlich auch neben den Hobbys andere Ziele, die wir mit Leidenschaft in Angriff nehmen. Ein Jahresanfang ist eine gute Gelegenheit, um sich Gedanken zu machen, was wichtig ist.  Es ist ein in neues Jahr, dies gibt uns eine neue Chance, es richtig zu packen.  

Geschenkte Zeit

Nebenbei, während ich hier vorne rede, läuft weiterhin Sand durch die Sanduhr. Sie repräsentiert die vergehende Zeit. Das Schöne an einer Sanduhr ist, dass man sie umdrehen kann. Im richtigen Leben kann man leider die Zeit nicht zurückdrehen. Das Positive ist jedoch, dass man vielfach wieder mehr Zeit geschenkt bekommt. Das Jahr 2022 bekommen wir nicht zurück, doch hoffentlich erleben wir das ganze Jahr 2023. Hoffentlich schenkt uns Gott noch ein Jahr.

Was bringt uns das Jahr 2023? Es sind 12 Monate, 52 Wochen, 365 Tage - 8760 Stunden oder 525'600 Minuten. Für die, die durch das Hören all dieser Zahlen nicht bereits ausgeklinkt haben, habe ich noch ein paar extra Nummern bereit. Für dieses Jahr sind uns etwa 7 Millionen Atemzüge und 37 Millionen Herzschläge gegeben. Und jeder könnte der letzte sein. Unter dem Nenner stellen diese Zahlen Zeit dar. Gott schenkt uns diese Zeit. 

Zeit sinnvoll Nutzen

Nun möchte ich wieder bildlicher werden. Gott hat uns eine gewisse Zeit auf Erden zur Verfügung gestellt. Dieser Glasbehälter symbolisiert unsere Zeit, die wir zur Verfügung haben. In unserem täglichen Leben füllt sich ein Tag / Woche / Monat schnell auf. Die kleinen Sandkörner in der Sanduhr symbolisieren, wie die Zeit verstreicht. Wenn wir nicht proaktiv sind, füllt sich der ganze Behälter mit Sachen, die wir gar nicht wollen. Nehmen wir mal an, unser Ziel ist eine Familie, die Jesus nachfolgt. Eine Familie zu gründen, benötigt Geld und normalerweise müssen wir dafür arbeiten. Dieser grosse Stein in dem Gefäss symbolisiert die Zeit, die wir zum Arbeiten benötigen. Arbeiten ist wichtig: Die Bibel lehrt uns dies, wir dürfen und müssen für unsere Familien sorgen (1Timotheus 5,8). Die Kinder beanspruchen viel Zeit: Man benötigt genug Zeit, um bei den Hausaufgaben zu helfen, Filme zu schauen, zu shoppen, sie an Sportanlässe oder zum Musikunterricht zu chauffieren und vieles mehr. Vielleicht haben wir noch ein wenig Zeit für unseren Partner. Als Christen benötigen wir Zeit für unsere Beziehung mit Gott. Diese hat noch halbwegs Platz. Dann sollte man ja noch dem Nachbarn helfen … aber … wir sehen ja, das hat keinen Platz mehr.  Und ja, in der Kirche mitzuhelfen wäre auch noch gut...  

Ja, dieses Zeitmanagment hat nicht ganz geklappt. Fangen wir nochmals von vorne an und setzen gleich zu Beginn die richtigen Prioritäten. Am wichtigsten ist  unsere Beziehung mit Gott. Die Arbeit ist auch sehr wichtig. Wie bereits erwähnt, es ist ausgesprochen wichtig, dass wir unsere Familien versorgen. Im Weiteren unser Lebenspartner, die Kinder, unsere Berufung und siehe da: Mit den richtigen Prioritäten passt noch viel mehr rein.  

Zusammenfassend: Im Leben müssen wir Prioritäten setzen, sonst erreichen wir nie den Ort, an dem wir sein möchten. Wenn du nicht planst, wirst du verplant und endest nicht dort, wo du sein möchtest oder sein solltest. Visionen, Prioritäten & Partnerschaften bringen uns ans Ziel. Die Vision gibt uns die Richtung, die Prioritäten den Weg, um ans Ziel zu kommen.  Partnerschaften geben die Kraft, diesen Weg zu gehen.

Zum Abschluss möchte ich konkret werden. Ich habe letzthin gelesen, dass einer der Hauptgründe, dass wir Veränderungen im Leben nicht erfolgreich meistern, darin liegt, dass wir uns oft zu viel auf einmal vornehmen. Ich denke, es ist gut, wenn wir uns auf eine Priorität fokussieren.  Ich glaube, dass während dem Gebet und Lobpreis Gott zu uns redet. Er wird uns aufzeigen, für welche Priorität wir seine Kraft in Anspruch nehmen sollten. 

 

 

 

Mögliche Fragen für die Kleingruppen

  1. Wofür denkst du, hat dich Gott berufen? (Beruf - Familie - Begabungen - etc.)
  2. Was sind allgemein gültige Prioritäten für Jesus Nachfolger?
  3. Erinnerst du dich noch an die Vorsätze fürs Jahr 2022? Welche hattest du?
  4. Bist du mit dem Jahr 2022 zufrieden? 
  5. Wo denkst du, möchte Gott im Jahr 2023 eine Priorität setzen?