Daniel – Ein Diener, der auf seine Kultur Einfluss nahm

Datum: Sonntag, 23. August 2020 | Prediger/in:
Serie: | Bibeltext: Epheser 2;4-7

Daniel diente in seiner Lebenszeit drei gottlosen Königen. In einer Kultur, die man als dämonisch bezeichnen kann, nimmt er Einfluss und begegnet den Menschen dieser Kultur voller Weisheit und Einsicht. Er wird zu einem hohen und angesehenen Mann. Durch eine aktive Beziehung mit dem lebendigen Gott und ein starkes Fundament in den Schriften gelingt es ihm, der Propaganda des Babylonischen Reichs zu widerstehen und wird für viele Menschen zum Segen.


Ein Mann voller Weisheit und Einsicht

Wenn du schon länger mit Jesus unterwegs bist und die Bibel ein wenig kennst, dann ist die Geschichte Daniels für dich nicht neu. Sie spielt zur Zeit, als der Babylonische König Jerusalem angreift und das Volk Israel ins Exil verschleppt. Angefangen mit der Oberschicht des Volkes Israel werden in verschiedenen Etappen Leute verschleppt, so auch Daniel und seine Freunde. Der Babylonische König liess unter den adeligen Personen einige auswählen, die für den königlichen Dienst ausgebildet werden sollten. Daniel und seine Freunde gehörten dazu.

Die Welt, in der die verschleppten Israeliten nun wohnen mussten, war geprägt von einer Schreckensherrschaft. Es war eine Kultur, in der man für das Anbeten des lebendigen Gottes nicht einfach getötet, sondern in Stücke geschnitten wurde. Alle hatten Angst. Der Babylonische König wollte die besten Leute der Isrealiten für seinen persönlichen Dienst ausbilden lassen. So mussten auch Daniel und seine Freunde durch eine Propaganda in Form von Zwangsausbildungen gehen. Während und nach der Ausbildung zeigte sich Daniel als weiser junger Mann. Es steht, dass Gott ihm die Fähigkeit gab, Träume zu deuten und zu interpretieren. Mehrere Male begegnet Daniel der Kultur, in der er lebte, mit einem Gegenvorschlag, um die Umstände zu ändern. Spannend ist, WIE er dies tut. Voller Weisheit und Einsicht sprach er jeweils mit den verantwortlichen Personen. Jedes Mal gelang sein Vorstoss. Daniels Einsicht, Klugheit und seine aktive Beziehung zu Gott halfen ihm, ihn der dämonischen Kultur des Babylonischen Reichs zu leben. Daniel diente in seiner Lebenszeit drei Königen und beeinflusste die Kultur um ihn herum massgebend und nachhaltig. Ich möchte heute das Kapitel zwei anschauen. Dort begegnet Daniel zum ersten Mal König Nebukadnezar und deutet für ihn einen seltsamen Traum. Ich möchte heute die Geschehnisse der Geschichte Daniels von einer menschlichen Perspektive anschauen.

Wie kommt es, dass Daniel mit seinen jungen 15 Jahren bereits eine solch tiefe Überzeugung hatte und der Propaganda des Babylonischen Reichs widerstehen konnte? Daniel hatte ein sehr ausgeprägtes Fundament in Gott durch das Studieren der Schriften und das Ausleben einer aktiven Beziehung mit Gott. Er ging nicht am Sonntag in die Gemeinde, die gab es da sowieso nicht. Seine Beziehung mit Gott geschah abseits in der Stille. Ich möchte heute den Fokus auf dieses Fundament legen. Ein Fundament, dass mit dem Aufgeben deines Lebens an Jesus Christus anfängt und dann in einer aktiven Beziehung mit Ihm stetig gefestigt wird. Ein Fundament, dass notwendig ist, wenn wir beim grossen Auftrag von Jesus mit machen möchten, sodass wir Salz und Licht in dieser Welt sein können.

Jesus ist unser Fundament

Das Alte Testament ist voll von absolut faszinierenden Geschichten wie die von Daniel. Es sind Menschen, die sich vollkommen in Gott fallen gelassen haben. Menschen, die mit ihrem ganzen Herzen und Verstand Gott vertrauten. Das wundervolle an unserer Zeit heute ist, dass Jesus die Dynamik zwischen Gott und den Menschen nachhaltig verändert hat. Wo früher Gesetzmässigkeit zu Gott führten, zieht dies die Gnade von Jesus ins Lächerliche. Doch, was genau ist eigentlich Gnade? Gnade ist, wenn es in deiner Macht steht, jemanden für etwas zu bestrafen, du es aber nicht tust. Gnade geschah, als zum Beispiel David Saulus schlafend in der Höhle begegnete und ihn endlich hätte töten können, es aber nicht tat. Gnade ist etwas unverdientes, dass wir nur als Geschenk annehmen können. Die Gnade von Jesus ist alles, was wir brauchen! Jesus hat uns unsere Freiheit und Vergebung geschenkt, völlig umsonst!

Im Brief an die Epheser beschreibt der Apostel Paulus in einer poetischen Artikulierung das Mysterium von Jesus als Repräsentant der Menschheit. Er ist absolut leidenschaftlich in seinen Gebeten und wünscht sich, dass jeder sehen kann, wie komplett eingebunden wir in Jesus sind.

«Doch Gottes Erbarmen ist ist unbegreiflich gross! Wir waren aufgrund unserer Verfehlungen tot, aber er hat uns so sehr geliebt, dass er uns zusammen mit Christus lebendig gemacht hat. Ja, es ist nichts als Gnade, dass ihr gerettet seid! Zusammen mit Jesus Christus hat er uns vom Tod auferweckt, und zusammen mit ihm hat er uns schon jetzt einen Platz in der himmlischen Welt gegeben, weil wir mit Jesus Christus verbunden sind» (Epheser 2;4-7 NGÜ).

Wir sind zusammen mit Jesus im Thronraum willkommen! Dadurch dass wir von Jesus gerettet sind und ihm unser Leben abgeben, haben wir die Eintrittskarte in den Thronraum erhalten. Nichts davon ist unser Verdienst, es ist alles geschenkt. Es ist alles Gnade. Das ergibt für uns eine neue Perspektive: Der Himmel ist nicht das Ziel, der Himmel ist der Startpunkt! Unsere Perspektive ist die von siegreichen Menschen. Wir sind nicht arm, wir sind keine Verlierer, wir sind keine Unterdrücken des Feindes. Der Feind hat kein Recht, sich an uns zu vergreifen. Er hat es verloren, als Jesus unseren Tod gestorben ist und ihn besiegt hat. Wichtig zu begreifen ist, dass dieser Sieg nicht für Jesus ist. Er hat ihn für uns errungen! Jesus ist repräsentierend für die gesamte Menschheit gestorben und auferstanden und hat somit unseren Preis bezahlt. Jesus diente. Wie demütig er diente zeigt sich, als er am Schluss seiner Zeit auf der Erde sagte, dass er gehen muss, damit ein Besserer kommen kann. Jesus musste von der Erde gehen, und hat das Feld für den Heiligen Geist geräumt. Die Präsenz vom Heiligen Geist hier auf der Erde. Er ist da und er geht nicht mehr weg! Ein Stück Gott ist hier auf der Erde und möchte in jedem Menschen leben. Wenn du dein Leben Jesus abgegeben hast, fängt der Heilige Geist an, dich von innen zu verändern. Er wohnt jetzt in dir. Das ist das Fundament von jedem Christen, der eine persönliche Beziehung mit Jesus lebt. Das ist unsere Ausgangslage.

Gott ist eine Beziehung

Eine der grossen Offenbarungen für mich ist, dass Gott eine Beziehung ist. Vor anderthalb Jahren hat sich in meine Leben einiges drastisch verändert. Auf einmal hatte ich dieses Feuer in mir. Es ist ein Hunger, das Wort zu lesen, von meinen Sündentaten umzukehren und Jesus anzubeten. Lange habe ich gedacht, dass ich Jesus gefunden habe. Mittlerweile glaube ich, dass es umgekehrt war. Alles, was ich gemacht habe, ist mein Herz aufzugeben. In der schönsten Art und Weise hat er es aufgenommen und angefangen, an mir zu arbeiten. Deshalb glaube ich nicht, dass wir mit dem Kopf zuerst in das Königreich Gottes kommen. Ich glaube nicht, dass wir durch mehr Bibelwissen näher an des Herz von Jesus kommen und ihn  dann erleben. Es fängt mit dem Herzen an. Mir hilft es immer, die Beziehung mit Jesus mit einer menschlichen Beziehung zu vergleichen. Der Kraftstoff für Beziehungen ist gemeinsame Zeit. Die Beziehung wird genährt und das Vertrauen gestärkt, in dem wir Zeit mit unserem Partner oder unseren Freunden verbringen. Es funktioniert nicht, wenn wir uns einmal in der Woche für zwei Stunden intensiv Zeit nehmen. Es braucht regelmässige Zuneigung und einen ehrlichen Austausch, um eine intime Liebesbeziehung zu leben und ein offenes Herz. Jesus sehnt sich nach Menschen, die ihm sein Herz öffnen, damit er mit ihnen eine intime Liebesbeziehung leben kann!

Eine Beziehung lebt von einer aktiven Beteiligung beider Parteien. Meine Beziehung mit Jesus ist relativ frisch und jung und ich lerne jeden Tag etwas dazu. Ich habe keine ultimative Antwort, wie das Leben mit Jesus aussieht. Jedoch habe ich gelernt, dass ich einen aktiven Teil zu meiner Beziehung mit Jesus beitragen kann. Diese drei Punkte helfen mir, jeden Tag meine Jesus-Beziehung zu pflegen:

  • Rede jeden Tag mit Jesus
  • Verbringe regelmässig Zeit im Wort
  • Umgebe dich mit Leuten, die ebenfalls von Jesus fasziniert sind

Mit Jesus reden bedeutet reden und hören! Rede mit ihm, als würdest du mit einem intimen Partner reden. Sage ihm, was dich beschäftigt, wie es dir ehrlich geht. Mein Austausch mit Jesus besteht auch immer aus Anbetung. Ich bete ihn an, für das was er ist: König, Retter, Herrscher, Erlöser, Hirte, Freund, Zuhörer. Ich probiere, jeden Tag früher aufzustehen, um die Bibel zu lesen und mit Jesus zu reden. Mir hilft es sehr, den Tag damit zu starten. Da Menschen Gewohnheitswesen sind wird es einfacher, wenn man seinen Rhythmus findet. Finde Zeiten, die am besten für dich passen, um mit Jesus zu sein. Eine der Herausforderungen unserer Zeit ist der Informationszugang. Buchstäblich im Handumdrehen können wir uns eine Predigt im Internet anschauen. Die Anzahl der Christlichen Bücher ist beinahe überwältigend. Dies bringt eigene Herausforderungen mit sich, die aber nicht schwer zu meistern sind, wenn wir uns folgenden Punkten bewusst sind: Eine Predigt anschauen ist nicht gleich Zeit mit Jesus verbringen und ein christliches Buch lesen ersetzt die Bibel lesen nicht.

Diese drei Punkte helfen mir, meinen Teil zu einer aktiven Beziehung mit Jesus beizutragen. Das Ausbauen des Fundamentes, die innere Veränderung, die zu meiner Identität führt und mich schlussendlich überhaupt fähig macht, zu dienen wie Daniel, übernimmt er.

Der grosse Auftrag

Was machen wir also nun mit unserem Fundament?

Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt» (Matthäus 28;18-20 NGÜ).

Darf ich vorschlagen, dass dies nicht nur für Missionare im Ausland gilt und wir alle an unserem Arbeitsplatz oder in unserer Schule das Königreich Gottes verbreiten können? Jesus sagt, dass wir in die Welt gehen sollen, weil ihm alle Macht gegeben ist. Wir gehen in seinem Auftrag, nicht wegen unserer Stärke. Wir gehen, weil er uns Autorität delegiert, so wie einem Polizisten Autorität delegiert wird. Deshalb gehen wir im Namen Jesus und mit dem Heiligen Geist, der in uns lebt und uns führt.

 

Vom Beispiel der Geschichte Daniels können wir lernen, wie wir die Kulturen um uns herum beeinflussen und so das Königreich Gottes verbreiten können. Daniel diente in seiner Lebenszeit drei gottlosen Königen, er hatte das Mindset eines Dieners. Mit dem starken Fundament einer aktiven und intimen Beziehung mit Jesus lassen wir uns von Gott formen und vorbereiten, die Kulturen um uns herum zu beeinflussen. Ich wünsche mir für die Gemeinde, dass wir über unsere eigenen Wände herauswachsen. Jesus hat uns mit seinem grossen Auftrag nicht dazu berufen, zur Gemeinde zu gehen. Er hat uns berufen, die Gemeinde zu sein und in der Welt Salz und Licht zu sein. Ich wünsche mir für dich, dass du deinen Ort des Einflusses finden kannst. Lass dich jeden Tag auf ein neues Abenteuer mit dem Heiligen Geist ein. Er wird dir zeigen, was du tun kannst. Er wird dir Möglichkeiten geben, wie du auf deine Umwelt einen Einfluss nehmen kannst und nicht nur ein gesegneter bist, sondern auch ein Segen sein kannst für die Leute um dich herum.

Mein Gebet für dich ist, dass du in deiner persönlichen Beziehung mit Jesus wachsen und ihm jeden Tag ein Stück frischer, neuer und intimer begegnen kannst, sodass seine Stimme für dich unverkennbar wird und du weisst, wie du in deiner Welt Einfluss nehmen kannst.

 

 

 

 

Mögliche Fragen für die Kleingruppen

Bibeltext lesen: Daniel 2

  1. Wie lebte Daniel in der fremden Kultur und wie beeinflusste er sie?
  2. Wie festigte Daniel sein Fundament in Gott?
  3. Wie lebst du deine Beziehung mit Jesus? Was denkst du zu den drei Punkten, die im Text als wichtig erachtet werden? Was für eine Rolle spielen sie in deinem Leben?
  4. Inwiefern kannst du die Kultur um dich herum beeinflussen?
  5. Was hat dich konkret angesprochen? Was willst du in den nächsten Tagen umsetzen?