Дата: 15. Февраль 2026 | Проповедник:
Серия: | Библейский текст: Mat­thä­us 4,1–11
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Wie Jesus in der Wüs­te durch Ver­zicht und Ver­trau­en Ver­su­chun­gen über­wand, braucht auch unser Leben vie­le Neins für das gros­se Ja zu Gott. Besitz, Beliebt­heit und Macht kön­nen zum Ersatz für Gott wer­den. In bewusst gewähl­ten «Wüs­ten­zei­ten» – still, ein­fach und gegen­wär­tig vor Gott – ler­nen wir neu zu ver­trau­en. Dort wer­den wir inner­lich erneu­ert und fähig, Ver­su­chun­gen zu wider­ste­hen und aus Got­tes Fül­le zu leben.


Wenn ein Ath­let an der Olym­pia­de sieg­reich sein will, braucht es vie­le Neins für das gros­se Ja. Über vier Jah­re hin­weg leben Sport­ler mit Ent­beh­run­gen, Dis­zi­plin und kla­ren Prio­ri­tä­ten, um am ent­schei­den­den Tag bereit zu sein. Wenn es dann nicht gelingt, bricht oft eine Welt zusam­men – so gross sind Ein­satz, Emo­tio­nen und Hin­ga­be. Mar­co Oder­matt etwa woll­te unbe­dingt die Gold­me­dail­le in der Abfahrt. Die Ent­täu­schung über den vier­ten Platz war rie­sig. Nach so vie­len Neins sehnt man sich nach dem gros­sen Ja.

Auch in unse­rem Leben mit Gott braucht es vie­le Neins für das gros­se Ja. Genau das bringt unser Jah­res­the­ma zum Aus­druck: Ein­fach – nicht auf­wän­dig, lei­se – nicht laut, gegen­wär­tig – nicht zer­streut. Das gros­se Ja ist ein Leben in der Fül­le Got­tes, in dem wir nicht aus eige­ner Kraft sie­gen, son­dern weil ER für uns kämpft.

Der Ort des Geschehens

«Danach wur­de Jesus vom Hei­li­gen Geist in die Wüs­te geführt […]» (Mat­thä­us 4,1 NLB).

Nach hebräi­schem Den­ken ist die Wüs­te weit mehr als ein geo­gra­fi­scher Ort. Sie hat eine tie­fe geist­li­che, theo­lo­gi­sche und exis­ten­ti­el­le Bedeu­tung. Mose, David, Elia, Johan­nes der Täu­fer und Jesus wur­den in der Wüs­te auf ihren Dienst vor­be­rei­tet. Die Wüs­te ist ein Ort der Got­tes­be­geg­nung, ein Ort der Abhän­gig­keit und des Ver­trau­ens, ein Ort der Läu­te­rung und Erzie­hung, ein Ort des Redens Got­tes, ein Ort der Lie­be – aber nicht der Bequem­lich­keit, ein Ort des Kamp­fes – aber auch der Vorbereitung.

Die Wüs­te ist der Ort, an dem der Mensch nicht viel hat – und gera­de des­halb Gott alles ist. Sie ist ein Raum der Fokussierung.

Im Buch Micha wird für Wüs­te и Wei­de der­sel­be Wort­stamm ver­wen­det (Micha 2,12). Aus euro­päi­scher Per­spek­ti­ve sind Wüs­te und Wei­de Gegen­sät­ze, wäh­rend sie im bibli­schen Land ursprüng­lich eng zusam­men­ge­hö­ren. Der Unter­schied liegt in der Denk­wei­se: Die Wüs­te wur­de nach dem benannt, was in ihr noch mög­lich war. Wäh­rend Acker­bau kaum mög­lich war, blieb das Wei­den bestehen. Men­schen konn­ten trotz der kar­gen Land­schaft von Vieh­zucht leben. Sie muss­ten wan­dern, suchen, war­ten und sich anpas­sen. Leben war mög­lich – aber nur in Abhängigkeit.

Versucht werden

In der Wüs­te nahm Jesus vier­zig Tage und vier­zig Näch­te kei­ne Nah­rung zu sich. «Und der Ver­su­cher trat her­zu und sprach zu ihm[…]» (Mat­thä­us 4,3 LUT). Der Teu­fel wird hier Ver­su­cher genannt (griech. pei­ra­zon). Er stellt Men­schen auf die Pro­be, um sie vom Ver­trau­en auf Gott weg­zu­füh­ren. Wir haben es mit einem Wider­sa­cher zu tun, der genau weiss, wo wir ver­wund­bar sind.

  • Ver­su­chung 1: «[…] Wenn du der Sohn Got­tes bist, dann ver­wand­le die­se Stei­ne in Brot» (Mat­thä­us 4,3 NLB). Wenn jemand Stei­ne in Brot ver­wan­deln kann, wird er damit gleich­zei­tig zum Wohl­tä­ter und zum gen­ach­ten Mann. Hier geht es um Rele­vanz und Besitz.
  • Ver­su­chung 2: Auf dem höchs­ten Punkt der Tem­pel­mau­er spricht der Ver­su­cher: «Bist du Got­tes Sohn, so wirf dich hin­ab; denn es steht geschrie­ben: ‘Er wird sei­nen Engeln für dich Befehl geben; und sie wer­den dich auf den Hän­den tra­gen, damit du dei­nen Fuss nicht an einen Stein stösst‘« (Mat­thä­us 4,6 NLB). Hier geht es dar­um, spek­ta­ku­lär zu sein, gese­hen zu wer­den, beliebt zu sein.
  • Ver­su­chung 3: «Als Nächs­tes nahm ihn der Teu­fel mit auf den Gip­fel eines hohen Ber­ges und zeig­te ihm alle Län­der der Welt mit ihren Reich­tü­mern. ‘Das alles schen­ke ich dir’, sag­te er, ‘wenn du vor mir nie­der­kniest und mich anbe­test’» (Mat­thä­us 4,8f NLB). Hier geht es um Macht.

Besitz, Beliebt­heit und Macht sind an sich kei­ne schlech­ten Din­ge. Sie gehö­ren zum Leben. Doch der Ver­su­cher ver­dreht sie. Er drängt uns dazu, sie zu gewin­nen, indem wir uns vor ihm nie­der­knien und ihn anbe­ten. Unser Ver­trau­en soll von Gott gelöst wer­den. Sün­de ist, wenn wir auf etwas ande­res als auf Gott unser Ver­trau­en set­zen. Das Ziel des Ver­su­chers ist es, uns vom Ver­trau­en auf Gott wegzubringen.

Das macht unser Leben und das unse­rer Mit­men­schen schwer. Bezie­hun­gen zer­bre­chen, Men­schen bren­nen aus, inne­re Lee­re wächst. Jemand sag­te ein­mal: «Denn das, für das du lebst, das ist dein Gott.» Genau hier liegt die Gefahr: Die­se drei Berei­che haben das Poten­zi­al, unser Herz zu beherrschen.

Die Fol­ge ist Exis­tenz­angst – in drei For­men: die Angst, nicht geliebt zu sein; die Angst, zu wenig zu besit­zen; die Angst, von ande­ren beherrscht zu wer­den. Die­se Ängs­te trei­ben uns in Spi­ra­len. Wer Angst hat zu kurz zu kom­men, sam­melt mehr Besitz. Doch Besitz bringt kei­ne Sicher­heit – und so wächst die Angst wei­ter. Das­sel­be gilt für Beliebt­heit und Macht: Es ist nie genug.

Siegreich sein

Vie­le Neins für das gros­se Ja – das ist der Weg zu einem sieg­rei­chen Leben. Jesus sag­te drei­mal Nein, um am gros­sen Ja fest­zu­hal­ten: dem Ver­trau­en zu sei­nem Vater.

Die Wüs­te steht sinn­bild­lich für die­sen Weg. Ein Raum ohne Ablen­kung, ohne Sicher­hei­ten, ohne Über­fluss. Die Wüs­te lehrt Ver­trau­en statt Kon­trol­le, Glau­be statt Besitz, Hin­ga­be statt Macht. Für Jesus war das Fas­ten nicht Schwä­chung, son­dern Vor­be­rei­tung. In der Stil­le wur­de sein Blick klar, sein Herz fest, sein Ver­trau­en tief.

Die Wüs­te offen­bart, wor­auf wir uns wirk­lich ver­las­sen. Sie zeigt, ob unse­re Fes­tung der Herr selbst ist oder die Din­ge, die wir uns zum Über­le­ben auf­ge­baut haben: Kon­trol­le, Ablen­kung, Selbst­ge­nüg­sam­keit – sogar reli­giö­se Gewohn­hei­ten, die unbe­merkt die Nähe zu ihm ersetzt haben.

Vor eini­gen Wochen kam nach einer Pre­digt über die Wüs­te eine Per­son zu mir und sag­te: «Ich befin­de mich gera­de selbst in einer Wüs­te.» Es gibt Zei­ten des Zer­bruchs, die wir uns nicht aus­su­chen. Zei­ten, in denen Sicher­hei­ten weg­bre­chen und Fra­gen blei­ben. Doch auch dort gilt: Gott lässt kei­ne Wüs­te ungenutzt.

War­te nicht, bis du unfrei­wil­lig in eine Wüs­te geführt wirst. Wir sind ein­ge­la­den, mit­ten im All­tag unse­re eige­ne Wüs­te zu suchen – einen Ort, an dem wir zur Ruhe kom­men und uns neu auf Gott aus­rich­ten. Das beginnt ganz prak­tisch: Zeit und Ort reser­vie­ren, um allein mit Gott zu sein. Die Form wird für jeden anders aus­se­hen. Doch geist­li­che Dis­zi­plin bleibt nie vage. Sol­che Zei­ten kön­nen mor­gens begin­nen – bewusst, still, ohne Ablen­kung. Ergän­zend kann es hilf­reich sein, sich monat­lich einen hal­ben Tag zurück­zu­zie­hen. Wer für das gros­se Ja leben will, kommt an sol­chen Zei­ten nicht vorbei.

Простой. Тихий. Настоящий. Suche dir einen Ort, an dem du allein bist und nicht abge­lenkt wirst – weder durch Gerä­te noch durch Men­schen. Zün­de eine Ker­ze an, atme durch und wer­de still vor Gott. Das ist geleb­ter Glau­be. Wir klam­mern uns an Chris­tus wie an unse­ren Sau­er­stoff – unsicht­bar, aber lebens­not­wen­dig. Chris­tus als unser Leben zu sehen bedeu­tet, unse­re Bedürf­tig­keit nach ihm anzu­er­ken­nen und uns in jeder Situa­ti­on auf ihn zu ver­las­sen. Und die­ses Leben ist kein Leben der Angst, son­dern der lie­be­vol­len Hingabe.

Stu­die­re und medi­tie­re in die­sen Zei­ten die Bibel, das leben­di­ge Wort Got­tes. Jesus parier­te die Angrif­fe des Ver­su­chers mit Wor­ten aus der Tho­ra. Auch wir müs­sen das Wort Got­tes ken­nen, wenn wir den Lügen des Wider­sa­chers wider­ste­hen wollen.

In unse­rer Pas­to­ren­grup­pe spra­chen wir kürz­lich über eine älte­re Per­son, die immer wie­der aneckt und Men­schen ver­letzt. Jemand frag­te: «Wie ist es mög­lich, dass jemand Jahr­zehn­te mit Jesus unter­wegs ist und so wenig Frucht sicht­bar wird?» Ein ande­rer mein­te, was man mit 60 nicht gelernt habe, wer­de spä­ter kaum bes­ser. Doch ich glau­be nicht, dass das das letz­te Wort ist. Ich bin über­zeugt: In der Wüs­te ver­än­dert Gott Men­schen – unab­hän­gig vom Alter. Und es gilt, was Pau­lus sagt: «Mögen auch die Kräf­te unse­res äus­se­ren Men­schen auf­ge­rie­ben wer­den – unser inne­rer Mensch wird Tag für Tag erneu­ert» (2Korinther 4,16 NGÜ). Dafür braucht es vie­le Neins für das gros­se Ja.

Besitz, Beliebt­heit und Macht kön­nen ihren Platz haben – wenn sie aus dem Ver­trau­en auf Jesus her­aus gelebt wer­den. Jesus selbst sagt, dass Ihm alle Macht im Him­mel und auf der Erde gege­ben ist (Mat­thä­us 28,18). Doch die­se Macht mach­te ihn nicht kor­rupt. Er nutz­te sie zu unse­ren Guns­ten: «Wie vie­le ihn aber auf­nah­men, denen gab er Macht, Got­tes Kin­der zu wer­den […]» (Johan­nes 1,12 LUT).

Hier liegt das eigent­li­che Geheim­nis eines sieg­rei­chen Lebens: Wir kämp­fen nicht um Bedeu­tung, wir leben aus einer geschenk­ten Iden­ti­tät. Wir müs­sen uns nicht bewei­sen, wir sind ange­nom­men. Wir müs­sen uns nicht absi­chern, wir sind gehal­ten. Wir müs­sen nicht herr­schen, wir gehö­ren dem König. Wer weiss, dass er Got­tes Kind ist, kann gelas­sen Nein sagen – weil er längst das gröss­te Ja emp­fan­gen hat.

 

 

 

 

Возможные вопросы для малых групп

Библейский текст: Матфея 4:1–11

  1. Wo erle­be ich aktu­ell mei­ne «Wüs­te» – frei­wil­lig gewählt oder unfrei­wil­lig – und was könn­te Gott mir gera­de dar­in zeigen?
  2. Wel­che der drei Berei­che for­dert mich im Moment am meis­ten her­aus: Besitz, Beliebt­heit oder Macht? Wor­an mer­ke ich das kon­kret im Alltag?
  3. Was wäre ein kon­kre­tes «Nein», das ich in die­ser Woche sagen soll­te, um mein gros­ses Ja zu Gott zu stärken?
  4. Wie könn­te eine regel­mäs­si­ge «Wüs­ten­zeit» mit Gott bei mir prak­tisch aus­se­hen (Ort, Zeit, Form)? Was ist ein ers­ter rea­lis­ti­scher Schritt?
  5. Was bedeu­tet es für mich per­sön­lich, aus der «Macht, Got­tes Kind zu sein» zu leben – und wo wür­de das mein Den­ken oder Han­deln kon­kret verändern?