Date: 25. Janu­ary 2026 | Pre­a­cher:
Series: | Bible text: Romans 7:15–25
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Fas­ten ist im bibli­schen Sinn ein geist­li­cher Weg der Hin­ga­be, der uns in der Hei­li­gung vor­an­bringt und unse­re Selbst­zen­triert­heit scho­nungs­los offen­legt. Es zeigt, wie stark wir vom Lust­prin­zip und von uns selbst getrie­ben sind, und führt uns genau in die­ser Schwä­che zur befrei­en­den Gna­de von Jesus Chris­tus. Dabei ver­än­dert Fas­ten nicht nur unser Ver­hal­ten, son­dern auch unse­re Wün­sche, indem es uns neu auf Gott aus­rich­tet. Ziel ist nicht Selbst­op­ti­mie­rung, son­dern Anbe­tung: ein bewuss­tes Ver­zich­ten, das uns lehrt, dass der Mensch mehr braucht als Brot – näm­lich das Leben aus Got­tes Wort.


Ich bin wie gesagt ziem­lich neu am Fas­ten. Aber in der Bibel ist das Fas­ten breit belegt. Die Men­schen fas­te­ten aus ver­schie­de­nen Grün­den. Mose fas­te­te 40 Tage und Näch­te, begeg­ne­te dort Gott und emp­fing das Gesetz (2. Mose 34,28). König David fas­te­te aus Reue, Für­bit­te und Trau­er für sein kran­kes Kind (2. Samu­el 12,16). Elia war am Ende sei­ner Kräf­te. Nach­dem Gott ihn mit Essen gestärkt hat­te, fas­te­te er 40 Tage (1. Köni­ge 19,8). Dani­el bete­te und fas­te­te. Tat Bus­se und fas­te­te für Erkennt­nis (Dani­el 9,3). Köni­gin Ester fas­te­te, um eine lebens­be­droh­li­che Situa­ti­on abzu­wen­den (Ester 4,16). Neh­emia such­te durch das Fas­ten Got­tes Füh­rung für sei­ne Auf­ga­be (Neh­emia 1,4). Esra fas­te­te um Schutz und Lei­tung durch Gott (Esra 8,21–23). Die Ein­woh­ner von Nini­ve fas­te­ten als Zei­chen der Reue und Umkehr (Jona 3,5–10). Jesus fas­te­te als Vor­be­rei­tung auf sei­nen Dienst (Mat­thä­us 4,1–2). Auch die frü­he Kir­che fas­te­te um Lei­tung durch den Hei­li­gen Geist und zur Ent­schei­dungs­fin­dung (Apos­tel­ge­schich­te 13,2–3; 14,23).

Fasten zur persönlichen Heiligung

Beim Befas­sen mit Fas­ten bin ich auf einen Strang gestos­sen, der per­sön­li­che Hei­li­gung in Ver­bin­dung mit Fas­ten bringt. Ich glau­be sogar, dass jedes Fas­ten der per­sön­li­chen Hei­li­gung dien­te. Der Kir­chen­va­ter Augus­tin for­mu­liert es wie folgt: «Das Fas­ten ist des­halb not­wen­dig, damit selbst in erlaub­ten Ver­gnü­gun­gen die Lust des Flei­sches gebremst wird, damit sie nicht zu uner­laub­ten aus­bricht» (Augus­ti­ne of Hippo).

Hei­li­gung heisst, eine Ver­än­de­rung zu Gott hin. Hei­lig heisst im bibli­schen Sin­ne aus­ge­son­dert, geweiht. Wenn etwas hei­lig ist, bedeu­tet dies, dass es einen beson­de­ren Zweck hat. Wenn wir in der Hei­li­gung vor­an­schrei­ten, heisst dies, immer mehr dem Wil­len Got­tes ähn­li­cher zu wer­den. Pau­lus schreibt: «Dar­um: Ist jemand in Chris­tus, so ist er eine neue Krea­tur; das Alte ist ver­gan­gen, sie­he, Neu­es ist gewor­den» (2. Korin­ther 5,17 LUT). Die Kraft und Macht dazu ist die Annah­me von und durch Jesus Christus.

Sol­che Ver­se hin­ter­las­sen auch eine gewis­se Span­nung. Jesus­nach­fol­ger sind eine neue Krea­tur, und gleich­wohl ist noch nicht alles per­fekt. Der glei­che Pau­lus schreibt: «Ich begrei­fe mich selbst nicht, denn ich möch­te von gan­zem Her­zen tun, was gut ist, und tue es doch nicht. Statt­des­sen tue ich das, was ich eigent­lich has­se» (Römer 7,15 NLB). In der neu­en Krea­tur ist das Alte nicht mehr bestim­mend. Durch Jesus Chris­tus erhal­te ich Zugang zu die­ser ver­än­dern­den Kraft. Ande­rer­seits tue ich dies, was ich eigent­lich hasse.

Im Römer­brief, ins­be­son­de­re hier, wird immer wie­der vom Fleisch gespro­chen. Dies meint die fleisch­li­che Natur. Wobei dies nicht die Mate­rie, son­dern die Nei­gung des Men­schen meint, nicht Gott an die ers­te Stel­le zu set­zen, son­dern etwas Gutes zum Bes­ten zu machen. Dabei wird deut­lich, dass ich nicht aus mei­ner Wil­lens­kraft gegen mei­ne fleisch­li­che Natur ankämp­fen kann (Römer 7,18). Gott mach­te Jesus zur Sün­de, also zur Ziel­ver­feh­lung, damit wir Zugang zu Gott haben. «Denn er hat den, der von kei­ner Sün­de wuss­te, für uns zur Sün­de gemacht, auf dass wir in ihm die Gerech­tig­keit wür­den, die vor Gott gilt» (2. Korin­ther 5,22 LUT).

Fasten konfrontiert uns schonungslos mit unserer Selbstzentriertheit

Dies führt uns zum zwei­ten Punkt, dass Fas­ten uns scho­nungs­los mit unse­rer Selbst­zen­triert­heit kon­fron­tiert. Ich fas­te­te vor knapp zwei Wochen das ers­te Mal. Ich liess das Früh­stück und Mit­tag­essen weg und ersetz­te es durch Zeit mit Gott. Als ich am Abend nach Hau­se gekom­men bin, kam es zu einer Situa­ti­on, in der ich unse­ren ältes­ten Sohn Hosea so fest ange­schrien habe wie noch nie! An die­sem Abend ging ich ins Fit­ness und hör­te eine sehr seel­sor­ger­li­che Pre­digt zum Fas­ten – eini­ges davon ist hier ein­ge­flos­sen. Mir wur­de plötz­lich bewusst, dass ich die­sen Aus­bruch nicht trotz des Fas­tens hat­te, son­dern wegen des Fastens.

Ich hat­te die­sen Aus­bruch nicht, weil Fas­ten nicht funk­tio­niert, son­dern weil es funk­tio­niert. Ich hat­te die­sen Aus­bruch nicht, weil ich Hun­ger hat­te und jeder so reagiert. Son­dern weil Fas­ten zuta­ge bringt, wie viel für mich not­wen­dig ist, um «eine gute Per­son» zu sein. Fas­ten führ­te mich an den Punkt, wo ich erkann­te, «was für ein elen­der Mensch» ich bin. So kann ich nicht anders, als mich der Fra­ge von Pau­lus anzu­schlies­sen: «[…] Wer wird mich erlö­sen von die­sem Leib des Todes» (Römer 7,24 LUT).

Nun sind wir/war ich an dem Punkt ange­kom­men, der einen Teil mei­nes Ichs offen­bar­te. Einer­seits bin ich der net­te Mann, freu­dig, umgäng­lich mit allen, oft am Lachen. Ande­rer­seits bin ich der­je­ni­ge, der sei­ne Kin­der anschreit und lieb­los behan­delt. Das bin ich! Wer bist du? Heu­te herrscht eine gros­se Ten­denz vor, nega­ti­ve Sei­ten unse­res Ichs klein­zu­re­den. Du denkst viel­leicht: «Dein Ver­hal­ten ist völ­lig nor­mal, das heisst nicht, dass du böse bist.» Aber dies ist in mir! Wenn du das Böse aus mei­nem Leben klein­re­dest, wie sieht es mit dei­nem Leben aus? Ach­tung. Ich sage nicht, du bist böse! Aber auch nicht, du bist gut! Bei­des ist in uns drin. Wir sind einer­seits weni­ger gut, als wir vor­ge­ben zu sein, und ande­rer­seits viel böser, als wir es uns aus­den­ken können.

Doch hier kommt die Schön­heit des Evan­ge­li­ums her­vor. Einer­seits wird offen kom­mu­ni­ziert, dass du zu viel mehr Bösem in der Lage bist, als du denkst! Ande­rer­seits bist du wun­der­bar gemacht, ein Tem­pel des Hei­li­gen Geis­tes (1. Korin­ther 6,19). Bei­des ist wahr! Erst wenn ich an die­sen Punkt gelan­ge, erken­ne ich, dass es eine gros­se Fra­ge gibt! Wer wird mich erlö­sen von die­sem Leib des Todes? Die­ser ver­zwick­ten Situa­ti­on. Es ist eben nicht wie in den ver­schie­de­nen Pod­casts, Seri­en, Fil­men, Roma­nen, Stra­te­gien etc. in mir selbst zu fin­den! Son­dern «Gott sei Dank: Jesus Chris­tus, unser Herr! […]» (Römer 7,25 NLB).

Die trei­ben­de Kraft in unse­rem Leben ist die Selbst­zen­triert­heit, wel­che sich in zwei Din­gen zeigt. Einer­seits, dass ich so gut bin und lebe, dass Men­schen und Gott mich lie­ben müs­sen. Das Motiv dahin­ter ist Angst. Ich habe Angst, nicht gut dazu­ste­hen. Angst zu ver­sa­gen. Angst, nicht zu rei­chen. Angst, zu wenig zu haben. Angst ist ein trei­ben­der Moti­va­tor. Angst ist nichts ande­res als Selbst­zen­triert­heit. Ande­rer­seits las­se ich dem Bösen frei­en Lauf und mache alles, was ich will. Das Motiv dahin­ter ist Auf­leh­nung. Nie­mand sagt mir, was ich zu tun habe. Nie­mand weiss, wie es ist, ich zu sein. Nie­mand kann sich vor­stel­len, dass … Ich bin halt ein­fach so! Bei­des ist Selbstzentriertheit!

Was das Fasten macht

Hier kommt das Fas­ten hin­zu. Es hilft, gegen unse­re Selbst­zen­triert­heit anzu­kämp­fen. Es ist nur Fas­ten im bibli­schen Sin­ne, wenn es das Ziel hat, sich Gott hin­zu­ge­ben und ihn anzu­be­ten. Wenn der Fokus auf den vie­len posi­ti­ven Gesund­heits­ef­fek­ten, dem Abneh­men etc. liegt, dann ist der Fokus falsch, und das mei­ne ich nicht mit Fas­ten. Ziel ist es, in der Hei­li­gung vor­an­zu­schrei­ten. Dass ich immer mehr nach dem Wil­len Got­tes lebe. Dabei macht das Fas­ten vier Din­ge, um uns in unse­rer Hei­li­gung, der Abson­de­rung für und zu Gott hin, wei­ter­zu­brin­gen. «[…] Ihr sollt hei­lig sein, weil ich, der HERR, euer Gott, hei­lig bin» (3. Mose 19,2 NLB). Es geht dar­um, Jesus ähn­li­cher zu werden.

Ers­tens kämpft das Fas­ten gegen unser Lust­prin­zip. Hin­ter dem Essen liegt ein noch tie­fe­res Ver­lan­gen, es ist das Lust­prin­zip. Dies ist unser eigent­li­cher Antrieb: Ich mache das, wozu ich Lust habe. Wir ver­wech­seln heut­zu­ta­ge Lust mit Freu­de. Kurz­fris­ti­ge gute Din­ge brin­gen lang­fris­tig gros­sen Scha­den. Din­ge, die kurz­fris­tig kei­nen Spass machen, brin­gen lang­fris­tig gute Din­ge hervor.

Zwei­tens offen­bart es, was in dei­nem Her­zen ist. Fas­ten zeigt mir, wie schwach wir sind und wie sehr wir vom Lust­prin­zip getrie­ben sind. Es zeigt, wie sehr wir ande­re Din­ge brau­chen, um glück­lich zu sein. Es zeigt uns, wo wir etwas Gutes zum Bes­ten machen. Genau hier, in unse­rer Schwä­che, treibt es uns in die lie­ben­den, offe­nen Arme von Jesus Christus.

Drit­tens ver­än­dert es unse­re Wün­sche. Da Fas­ten gegen das Lust­prin­zip ankämpft, hilft es mir auch gegen mei­ne Selbst­zen­triert­heit. Indem ich bewusst Zeit mit Gott ver­brin­ge im Fas­ten und mei­ne Abhän­gig­keit von ihm am eige­nen Kör­per spü­re, ver­än­dert sich, was mir wich­tig ist.

Vier­tens nutzt es die Kraft Got­tes, um die Sün­de zu über­win­den. Fas­ten för­dert die Selbst­kon­trol­le und Selbst­dis­zi­plin. Selbst­kon­trol­le heisst, etwas nicht zu tun, was ich nicht will. Selbst­dis­zi­plin heisst, etwas zu tun, was ich nicht will. Ist dies kein Wider­spruch? Nein, denn ich übe Kon­trol­le im ein­fa­che­ren Bereich des Essens aus und lade Gott dabei ein, mir in den grös­se­ren Berei­chen (Sucht, Selbst­wert, Cha­rak­ter­ver­än­de­rung) zu hel­fen. Indem ich näm­lich immer auch für etwas faste!

Daher spre­che ich nicht nur vom Fas­ten über eine län­ge­re Zeit, son­dern gera­de auch vom Fas­ten als inte­grier­ter Bestand­teil mei­ner Woche! Die Zeit des Essens und der Essens­be­schaf­fung erset­ze ich durch Begeg­nun­gen mit Gott. Das Ziel dabei ist immer die Anbe­tung Got­tes – nicht die Anbe­tung mei­ner Fähig­keit, auf Essen zu ver­zich­ten. Es ist ein bewuss­tes Ver­zich­ten auf Grund­be­dürf­nis­se, wel­ches aus­drückt: «[…] Der Mensch braucht mehr als nur Brot zum Leben. Er lebt auch von jedem Wort, das aus dem Mund Got­tes kommt» (Mat­thä­us 4,4 NLB).

Possible questions for the small group

Bibel­text lesen: Römer 7,15–25

  1. Was bedeu­tet Fas­ten für dich per­sön­lich – und was löst das The­ma in dir aus?
  2. Wo merkst du in dei­nem All­tag, dass Selbst­zen­triert­heit oder das Lust­prin­zip dein Den­ken und Han­deln prägen?
  3. Wo erlebst du die Span­nung zwi­schen dem Wunsch, Gott nach­zu­fol­gen, und dem Erle­ben eige­ner Schwach­heit oder Widersprüche?
  4. Hast du schon erlebt, dass geist­li­che Zei­ten (z. B. Gebet, Stil­le, Fas­ten) ver­bor­ge­ne Sei­ten dei­nes Her­zens sicht­bar gemacht haben? Wie bist du damit umgegangen?
  5. Wor­an erkennst du bei dir selbst, ob dein geist­li­ches Leben eher von Hin­ga­be oder von Leis­tung und Selbst­op­ti­mie­rung geprägt ist?
  6. Wel­che Wün­sche, Gewohn­hei­ten oder inne­ren Antrei­ber wünschst du dir, dass Gott in dir ver­än­dert oder neu ausrichtet?
  7. Was könn­te für dich ein kon­kre­ter nächs­ter Schritt sein, bewusst auf etwas zu ver­zich­ten, um mehr Raum für Gott zu schaffen?